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Ioseph Franz v. Paula Baader (GND 12973165X)


Daten
Nachname Baader
Vorname Ioseph Franz v. Paula
GND 12973165X
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ioseph Franz v. Paula Baader in der BSB

BAADER (Ioseph Franz v. Paula), der WW. und AG. Dr., kurfürstlicher Leibarzt, Medicinalrath und Garnisonsmedikus in München geboren zu Regensburg am 15ten Sept. 1733, und ein Sohn des daselbst 1738 verstorbenen Ioseph Baaders, fürstbischöflich Regensburgischen Hof- und Kammerrathes, dann domkapitelschen Syndikus. Sein Grossvater war kurfürstl. Salz- und Mauthgegenschreiber zu Straubing, und seine Grossmutter eine geborne Baronin von Schwenk, ihr Vatersbruder baierischer General. Er hatte noch 2 Brüder, Franz Xaver, welcher in den Iesuitenorden tratt, und noch vor Aufhebung desselben starb, und Franz Seraph Baader, welcher in München kurfürstl. Mauthkommissar ward, sich mit Xaveria Lachner verehelichte, und dermalen (1802) Senior und Grossonkel der Baaderschen Familie ist. Die Familie besass das adeliche Landsassengut Kollenberg bey Cham. Ioseph Franz v. Paula Baader studierte die niedern Schulen zu Regensburg und Straubing, verlor in seiner Iugend durch die Kindsblattern ein Auge, widmete sich im I. 1752 der Theologie, gab sie nach einem I. wieder auf, und defendirte im I. 1753 zu Regensburg sine praeside theses ex universa philosophia. Im nämlichen Iahre gieng er nach Prag, studierte daselbst 2 Iahre lang, und dann zu Ingolstadt ebenfalls 2 Iahre lang die Arzneywissenschaft, und graduirte. Im Iahr 1758, ehe er den Doktorsgrad nahm, verehelichte er sich mit Elisabeth Grausin zu Ingolstadt, kam 1759 als Stadtphysikus nach Amberg, und verlor seine Gattin in ihrem ersten Wochenbette, da sie ihm eine Tochter, Therese, gebar. Er kam nun als Hofmedikus des damaligen Herzogs Klement nach München, verehelichte sich mit Rosalia von Schöpff aus Prag, lebte mit ihr in einer 32 jährigen Ehe, und erzeugte 10 Söhne und 4 Töchter. Im I. 1768 wurde er Leibarzt des erwähnten Herzogs Klement, im Iahr 1772 Leibarzt des Kurfürsten Maximilian Iosephs III, dann bald darauf bey Errichtung des Kollegii medici Medicinalrath, und den 1sten Dec. 1786 Garnisonsmedikus. An der famosen Pockenkurart des Kurfürsten im Iahr 1777 hatte er keinen Antheil; denn die 2 übrigen Leibärzte, Sänftel und Branka, bedienten den Kurfürsten in seiner lezten Krankheit allein. Er starb am 16ten Hornung 1794 im 62sten Iahre seines Alters. Er war ein ungemein thätiger Mann, ein gelehrter praktischer Arzt, seiner vortreflichen medicinischen Praxis wegen sehr berühmt, und seines menschenfreundlichen Charakters wegen allgemein beliebt.

Es eischien von ihm im Drucke:

Dissertatio de natura corporis humani viventis, 4. Ingolst. 1757 2 Bogen. S. Reg. gel. N. 1757 S. 250.

Nachricht von seinen Rhabarberpillen, im Münchner Intelligenzblatt 1770 n. 25. 1772 S. 146 und 1782. S. 464.

Ankündigung eines balsamischen Seifensyrups als eines beynahe specifischen Mittels in Schleim-und Obstruktionskrankheiten, 8. Augsburg 1783. 30 S.

S. ADB. 57. B. II. S. 628.

Abhandlung von einem balsamischen Seifensyrup, (die vorige Ankündigung erweitert) 8. München 1783, Augsburg 1784, 34 S. München 1786 und 1787. Wurde von ihm selbst ins Französische: Sirop de Savon laxatif, remede quasi specifique à la viscosité et aux obstructions, 8. à Munic. 1784. und auch im Auszuge in das Italienische übersezt, 8. 1785.

Die nämliche Abhandlung steht auch in Hübners physik. Tagebuch 1784 1sten Quartal S. 143 u. f. und Nachricht von einer Verbesserung desselben ebendas. 3. Quart. S. 559. und Münchner Intelligenzblatt 1787. S. 303.

Purgirender Mandelsyrup für Kinder, 8. München 1788 und 1789, 15 S. von ihm selbst ins Französische übersezt: Syrop d’amandes purgatif pour les enfans, inventé par I. B. Munic, 8. 1789.

Einige anonyme Aufsätze im Münchner Intelligenzblatt, 1770--1780.

S. Eigne Sammlungen. Familien-Papiere, Finauers hist. lit. Magazin, H. 1 S. 82. Mederers annal. Ingolst. B. 3, S. 267. Münchner Intelligenzblatt 1784. S. 24, 171, 258, 368 und 1785, S. 101. Augsb. Maschenb. ord. Zeitung 1794, n. 45, S. 180. Obert. ALZ, 1794, I. S. 391. Hartenkeils med. chir. Z. 1794, n. 16, S. 288.


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