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Ioseph von Boslarn (GND 100051138)


Daten
Nachname von Boslarn
Vorname Ioseph
GND 100051138
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ioseph von Boslarn in der BSB

von BOSLARN (Ioseph), auf Moos, der Theologie Dr., Mitglied der kurbair. Akademie der Wissenschaften und Professor der Physik und Mathematik am kurf. Lyceum zu Amberg, daselbst am 29sten Iänner 1739 geboren. Sein Vater war Ioseph Franz v. Boslarn Regierungsrath zu Amberg, welcher im Iahr 1760 starb. Im Iahr 1758 tratt dieser sein Sohn Ioseph in den Iesuitenorden. Seine Mutter Maria Walburga von Boslarn lebte nach dem Tode ihres Mannes noch einige Zeit in Amberg, tratt aber im Iahr 1766 zu Sulzbach in das Salesianer Nonnenkloster, und liess vor ihrem Eintritt ins Kloster ein Instrument errichten, dass die ihr angehörige Hofmark Moos unweit Amberg, in dem Falle, wenn die Iesuiten aufgehoben werden sollten, ihrem Sohne Ioseph vorbehalten, und dann sein Eigenthum seyn solle. Da noch Niemand in Baiern damals, im Iahr 1766, an die Aufhebung der Iesuiten dachte, und diese endlich im I. 1773 doch erfolgte, schrieb man dieser Frau einen prophetischen Geist zu, wodurch sie bey gewissen Leuten in den Ruf der Heiligkeit kam. Nach meiner Ueberzeugung existirte aber hier gar kein prophetitischer Geist, sondern die gute Frau dachte die Aufhebung des Ordens als möglich, und fasste aus übermässiger Sorgfalt für ihren Sohn den erwähnten Entschluss. Indessen erhielt Ios. v. Boslarn nach Aufhebung des Ordens wirklich die Hofmark Moos, lebte zu Amberg als oberpfälzischer Landsass, und lehrte am Lyceum bis 1782 Physik und Mathematik.

Im Druck erschienen von ihm:

Abhandlung von dem Glokenläuten beym Gewitter, 8. Amberg 1775.

S. Münchner Intelligenzbl. 1775, S. 569.

Kritik über die Wetterableiter, 8. Amberg 1775, 40 S.

S. Rhein. Beyträge, 6. Heft, S. 515--535. Annalen der bair. Lit. B. 1, S. 240. Münchner Intelligenzblatt 1780 S. 191.

Ueber die Erfindung des Biers, in den neuen philosophischen Abhandlungen der kurbair. Akademie der Wissenschaften, B. III. S. 409--440.

Er starb im Iahre 1791 an einer Entkräftung, und wurde in der Dreyfaltigkeitskirche nächst Amberg begraben.


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