Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Ioseph Burgholzer (GND 123629543)


Daten
Nachname Burgholzer
Vorname Ioseph
GND 123629543
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ioseph Burgholzer in der BSB

BURGHOLZER (Ioseph), der WW. Dr., der Rechte Lizentiat und kurfürstl. Generallandesdirektionsregistrator zu München. Er wurde am 21sten Mai 1758 zu Moosinning in Niederbaiern geboren. Seine Eltern waren gute und arbeitsame Landleute, die ihm den ersten Unterricht nur in wenigen Worten mit gaben, und die weder Gelehrsamkeit, noch Reichthum kannten. Er wurde seiner väterlichen Hütte in seinem 12ten Iahre mehr gewaltsam, als gutwillig entrissen, und kam nach der Stadt Erding in das Bartholomäerkollegium, wo man ihm die lateinische Sprache (denn nichts anders begriff man damals unter dem Anfang des Studirens) beyzubringen anfieng. Im Iahr 1771 kam er nach München, wo er die niedern Schulen noch ein paar Iahre unter den Iesuiten, und dann, in der glänzendsten Schulepoche Baierns, unter verschiedenen vortreflichen Lehrern besuchte, und nach Vollendung des philosophischen Kurses, im Iahr 1779 Hofmeister beym kurfürstl. Leibarzt von Branka wurde. Unterstüzt von diesem Hause bezog er im Iahr 1781 die Universität Ingolstadt, und studirte beynahe 2 Iahre lang das Civilrecht. Er übernahm dann verschiedene Informationsstellen, machte in Baiern und Schwaben mehrere Exkursionen, und erhielt im Iahr 1789 zu Ingolstadt aus den Rechten (in Rücksicht seiner herausgegebenen baierischen Geschichtkarte ganz unentgeldlich) den gradum licentiatus, worauf er sich nach München verfügte, um das zu suchen, was man eigentlich Versorgung heisst. Mit gewiss nicht mittelmässigen, sondern (wie ich aus genauer Kenntniss versichern kann) bessern Talenten, einer untadelhaften Aufführung, juristischen und andern mannigfaltigen Kenntnissen, öffnete sich ihm doch keine Gelegenheit, einen Wirkungskreis und Gehalt zu bekommen. Er verfasste also einstweilen, gegen ein sehr mässiges Honorarium, den Finauerschen Erben, vom Iahr 1789 an, das Münchner Intelligenzblatt. Unter den vielen darin enthaltnen, ihm eigenthümlichen Aufsätzen, befindet sich im Iahrg. 1795 vom 21sten bis 33sten Stück die Dorfgeschichte seines Geburtsortes, als eines dem Reichsstift St. Emmeram zu Regensburg zuständigen Probsteygerichtes. Auch lieferte er in den Iahrgängen 1790--1795 manche interessante Biographien von wichtigen in dieser Zeit zu München verstorbenen Personen, und einige gemeinnützige ökonomische Abhandlungen, welche die kurfürstl. ökonomische Gesellschaft zu Burghausen bewogen, ihn unter ihre Mitglieder aufzunehmen. Mit dem Iahre 1795 gab er die Verfassung des Intelligenzblattes auf, und fieng mit 1796 an, die juristische Praxis, und zwar zuerst beym kurfürstl. Kastenamt Landsberg, und dann beym Pfleggericht Rauchenlechsberg zu üben. Im Iahr 1798 wurde er bey der kurfürstl. Hofkammerregistratur zu München als Accessist angestellt, im Iahr 1799 wurde er Registraturaccessist bey der kurfürstl. Generallandesdirektion, und unterm 11ten Mai 1801 wirklicher Registrator. Er verehelichte sich am 12ten Nov. 1799 mit Fanny Obenhin, einer kurbair. Gesandtschaftssekretärs-Tochter aus Regensburg.

Seine Schriften sind:

Baierische Geschichtcharte in 9 grossen Medianbogen, illuminirt, München 1788. Die Ankündigung erschien 8. 1787.

S. Obert. ALZ. 1788, I. S. 723. Münchner gel. Z. 1788, St. 5 und 6.

Kurpfalzbaierische Münchner Intelligenzblätter, 4. 1789--1795, VII. Bände.

Die Münchner Intelligenzblätter wurden herausgegeben von I. Fr. Kohlbrenner 1766--1783: von P. P. Finauer 1784--1788; von I. Burgholzer 1789--1795; von I. B. Strobl 1796--1802.

Heinrich Brauns Thatenleben und Schriften; ein Beytrag zur baierischen Schul- und Gelehrtengeschichte, von einem dankbaren Zögling seines Zeitalters, sammt dessen gestochenen Schattenriss, 8. München 1793, 67 S. Steht auch im Münchner Intelligenzblatte 1792, St. 43 und 44.

Stadtgeschichte von München als Wegweiser für Fremde und Reisende, mit Beylagen und Zusätzen, 12. München bey Lindauer, 2 Bändchen 1796, 519 S.

S. Münchner gel. Z. St. 1 und 2. 1796. Münchner Intelligenzbl. 1795, S. 391. Neue ADB. 1797, B. 30, I. S. 114.

Er verfertigte auch viele Oden und Lieder, von denen mehrere in den Intelligenzblättern 1789--1795 vorkommen, und einige einzeln gedrukt vertheilt wurden, aber nicht in den Buchhandel kamen.

S. Privat-Sammlungen und Nachrichten.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 174 Seite 176 Nächster
Nächster
Eintrag