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Christian Cannabich (GND 118668218)


Daten
Nachname Cannabich
Vorname Christian
GND 118668218
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Christian Cannabich in der BSB

Cannabich, (Christian), wurde zu Mannheim 1731 geboren, und von seinem Vater Mathias Cannabich, der ein sehr guter Flötenspieler und daselbst als Hofmusikus angestellt gewesen, für die Musik gewidmet. Er unterrichtete daher diesen seinen Sohn in den Anfangsgründen der Musik selbst, übergab ihn dann der höhern Ausbildung wegen dem Vater des berühmten Mannheimer Orchesters Johann Stamitz, der aus seinem Zögling einen ihm würdigen Nachfolger in der Musikdirektion bildete. Als er, besonders im Violin spielen, eine bedeutende Stärke erhalten, auch sich überhaupt tiefe Einsicht in das Wesentliche der Tonkunst erworben hatte, schickte ihn der Churfürst Karl Theodor auf seine Kosten nach Italien, wo er bei dem großen Kapellmeister Jomelli Unterricht in der Komposition und im Kontrapunkte erhielt, und hierauf nach drei Jahren wieder nach Mannheim zurückekehrte. Im Jahre 1765 wurde er wegen seines vortrefflichen Violinspiels als Konzertmeister, und wegen seiner tiefen Einsicht in die Musik, und seiner ausserordentlichen Gabe Orchester zu dirigiren, als Anführer der italienischen Opern; im Jahre 1775 aber als wirklicher Musikdirektor ernannt, in welcher Eigenschaft er auch 1778 nach München versetzt worden ist, als nämlich Churfürst Karl Theodor dahin sein Hoflager verlegt hatte. Christian Cannabich, der einer der ersten Konzertmeister Deutschlands gewesen, komponirte mit sehr großem Beifalle Simphonien, Konzerte und andere Instrumentalstücke, deren viele zu Paris, London, und in mehreren großen Städten Deutschlands in Kupfer gestochen wurden. Seine Oper Azakaja kam 1778 zu Mannheim gestochen heraus. Nichts übertrifft aber seine Ballete, in welcher Gattung Musik er ganz Meister gewesen. Unter den vielen, die er in Musik setzte, und die den großen Künstler verriethen, rühmt Ernst Ludwig Gerber in seinem Lexikon der Tonkünstler B. I. S. 242. la Descente d’Hercule aux enfers (des Herkules Höllenfarth) das er in Cassel aufführen gesehen. Himmlisch schön -- schreibt er -- war das Quintett, welches Barth, die beiden Michael Palsa und Baumkirch ’bliesen, als Herkules die eliseischen Felder betrat. Dieser große Violinspieler, einsichtsvolle Künstler, und vortreffliche Musikdirektor besuchte 1798 seinen Sohn Karl in Frankfurt am Main, und starb daselbst im nämlichen Jahre, bedauert von allen guten Menschen, die ihn kannten, zum größten, vielleicht unersetzlichen Verlust der Tonkunst.


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