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Tobias Eisler (GND 129472077)


Daten
Nachname Eisler
Vorname Tobias
GND 129472077
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Tobias Eisler in der BSB

EISLER (Tobias) zu Nürnberg am 2. April 1683 gebohren. Sein Vater war ein Gold- und Silberarbeiter. Er studierte 4 Jahre lang an den Universitäten zu Altdorf und Halle die Rechte, gieng dann nach Altstädt, wo er bey der verwittibten Frau Herzogin von Sachsen Eisenach als Kammer Sekretär in Dienste trat, sieben Jahre an diesem Posten blieb, und 1712 nach Nürnberg zurückkehrte. Er hieng dem Pietismus und einer religiösen Schwärmerey so sehr nach, daß er nichts als allgemeines unheilbares Verderben der Menschen um sich, und den baldigen Untergang der Welt vor sich sah, deßhalb das Studium und die Ausübung der Rechte ganz aufgab, gar keine weitere Anstellung mehr suchte, und sich nur mit dem Unterrichte einiger Kinder beschäftigte. Im Jahr 1718 gab er auch sein Bürgerrecht in Nürnberg auf, zog durch einige Gegenden Teutschlands, und ließ sich im Herbste 1719 zu Helmstädt nieder. Hier stiftete er wirklich viel Gutes, indem er viele Kinder vornehmen und geringen Standes unterrichtete, und 1735 eine besondere Armenkinder-Schule errichtete, welche der Herzog von Braunschweig bestättigte. Seiner pietistischen Lehrsätze wegen fand er viele Gegner und Feinde, aber auch manche Anhänger und Vertheidiger. Aus Schwärmerey war er gar kein Verehrer des weiblichen Geschlechts, und kein Freund des Ehestandes, sondern blieb unverheurathet, und rieth es auch Jedermann zu bleiben, was aber glücklicherweise von Wenigen befolgt wurde. Er starb am 8. Oktober 1753 alt 70 Jahre. Seine Schriften:

Vergl. Adelungs Fortsetz. von Jöchers Gel. Lexikon B. II. S. 859--861. Reichards Versuch einer Historie der teutschen Sprachkunst S. 367--369. Wills und Nopitsch Nürnberg. Gel. Lexikon B. I. S. 339-344. u. B. V. S. 280. Meusels Lexikon verstorbn. Schriftsteller B. III. S. 82--87. Walchens Einleitung in die Relig. Streitigkeiten der Luther. Kirche Th. II. S. 826.

  1. 1. Nöthigste Grundregeln und Anmerkungen zur teutschen Orthographie, ingleichen von der Rechtschreibung gleichlautender Wörter von ungleicher Bedeutung, nebst einem zum Lesen und Schreiben dienlichen Anhang. Nürnb. u. Altd. 1718.
  2. 2. Jesus als das allerkostbarste Weihnachts Geschenk der lieben Jugend, insonderheit einfältig angewiesen u. angepriesen, nebst dem Anfang christlicher Lehre von der Busse oder Sinnesänderung. (Nürnberg). 8. 1718.
  3. 3. Treugemeynte Ermahnung zum rechten Gebrauch der allgemeinen heilsamen Gnade Gottes, welche der Anfang, Mittel und Ende unserer Seligkeit sowohl hier in der Zeit, als auch dort in der Ewigkeit ist: zu gemeiner Erbauung u. Einfalt mitgetheilt. 1719.
  4. 4. * Die Liebe des Nächsten, als eine unausbleibliche Frucht der würdigen Genießung des heiligen Abendmahls betrachtet u. zur allgemeinen heilsamen Prüfung und Erwägung fürgestellt. 1719.
  5. 5. * Merkwürdige und erbauliche Exempel und Lehren rechtschaffener That-Christen, denen heutigen Christen zur Bespiegelung und selbst eigenen Prüfung vor Augen gestellet. Erstes Stück. Büdingen. 8. 1719. 2tes St. 1720. 3tes St. 1722. 4tes St. 1726.
  6. 6. Unterschied zwischen dem innerlichen und äußerlichen buchstäblichen Erkenntniß Jesu Christi. eb. 1720.
  7. 7. Das durch Türken und Heiden beschämte heutige Christenthum, oder merkwürdiger Extrakt aus verschiedenen bisher publicirten Nachrichten von der Türken und Heiden Lehr und Leben, nebst beygefügten nöthigen und nützlichen Anmerkungen und einer Vorrede von dem allgemeinen Weg durch Christum zu Gott. 8. eb. 2 Th. 1720.
  8. 8. * Allgemeine und der Zeit höchst nothwendige Selenkur. Erstlich aus dem Grund entdeckend das grosse Verderben der Menschen, insonderheit in der heutigen Kinderzucht, und wie der Satan die ganze bewohnte Welt irreführt nach Apoc. 12, 9. Zweytens, anweisend das wahre Heil- und Genesungsmittel, welche ist die Busse oder Sinnesänderung, wie nämlich wir Menschen in der Ordnung der Busse von dem grossen Verderben durch Christum wiederum erlöset, geheiliget, gereiniget und zubereitet werden können, noch in der Gnadenzeit in das nahe herbeykommende Reich Gottes, welches nach dem klaren Ausspruch Christi inwendig in uns ist Luc. 17, 21. einzugehen haben. Matth. 3, 28. u. cap. 4, 17. Helmstädt. 8. 1721. 2te Auflage mit neuer Vorrede. eb. 1728.
  9. 9. Betrachtung vom Alt und Neuem, zum neuen Jahrsgeschenk in Lieb und Einfalt zur allgemeinen Erbauung mitgetheilet. eb. 1722.
  10. 10. Christlicher Unterricht von dem Leiden Christi und desselben Frucht und Nutzen aus Jes. 52. in Fragen und Antworten. 1722.
  11. 11. Die in und mit Jesu Christo erschienene heilsame Gnade Gottes. 1722.
  12. 12. Drey Hiefen zum neuen Jahr, das ist: christliches Neujahrsgeschenk, bestehend in dreyen ausbündig schönen alten und lehrreichen Tractätlein, als I. Gleichniß von Bezähmung der fünf Sinne und von der Sinnesänderung. II. Nachdrückliches Gespräch von der Resignation oder Uebergebung sein selbst an Gott. III. Geistlicher Krämerkorb mit sieben beschloßenen Laden, worinnen eine kurze und erbauliche Erklärung der sieben Seligkeiten Matth. 5. enthalten. 1723.
  13. 13. Christlicher Unterricht von Jesu Christi Leiden, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt. 1723.
  14. 14. Christlicher Unterricht von den heiligen Engeln, derselben Amt, Dienst und Verrichtungen bey den Menschen. 1723.
  15. 15. Höchstnothwendige und zur Selen-Seligkeit sehr nützliche Grundlehren der einigen wahren christlichen Religion, aus den 4 Evangelisten gezogen. 1723.
  16. 16. Einfältige und nützliche Schulübung. 1733.
  17. 17. Christliches Ehren- und Liebes-Denkmal, welches, als der durch seine sonderbare göttliche und erbauliche Warnungs- und Wahrheits-Schriften, auch durch seine verschiedene hin und wieder gethane Reisen, weit und breit bekannt gewordene, und bis an sein letztes seliges Ende beständig treu gebliebene Zeuge der Wahrheit, Nahmens Johann Tennhart, des grossen Gottes Himmels und der Erden und Königs aller Könige und Herrn aller Herren wohlbestalt und treu fleißig gewesener Kanzellist, den 12. Sept. 1720 zu Cassel in dem Herrn, in dem er gelebt, sanft und selig verschieden, vermittels kurzgefaßter Beschreibung desselben wunderbaren Lebens, ausgegangenen Schriften, gethanen Reisen, seligen Endes, Begräbnißes, und errichteten epitaphii, stiften und aufrichten wollte des seligen Mannes vertrauter Freund T. Eisler. Fol. 1721. 2te verm. Aufl. 1724.
  18. 18. Apologia Tennhartiana, oder kurzgefaßte Beantwortung derer wider die Tennhartischen Schriften gemachten Scrupel und Einwürfe, nebst einer völlig ausführlichen Nachricht von allen, sowohl von dem seligen Tennhart selbst, als auch von andern für und wider ihn herausgekommenen Schriften. 8. 1724.
  19. 19. Nachdenkliche und in der Wahrheit fest gegründete Zeugniße vom innern Wort Gottes, wie es allen Menschen so gar nahe sey in ihrem Mund und Herzen, wie zur Selen-Seligkeit nöthig es sey, zu dessen innerlichen Gehör noch in der Gnadenzeit zu gelangen, und welcher Gestalt man dazu kommen möge. 1725.
  20. 20. Mysterium magnum, sehet! das Reich oder Wort Gottes ist als ein grosses Geheimniß in euch.
  21. 21. Allgemeine und in Gott fest gegründete Ordnung des Heils. 1725.
  22. 22. Christlicher Unterricht von der neuen oder Wiedergeburt aus Gott. 1726.
  23. 23. Bedenken von der Kinderlehre oder Catechisation. 1728.
  24. 24. Christlicher Unterricht sowohl von dem heiligen Jubelfest über einen Bußfertigen Sünder, als auch von dem den 25. Jun. 1730. wegen Uebergabe der Augsburgischen Confession angestellten zweyten Jubilaeo. 1730.
  25. 25. Joh. Tennharts Briefe herausgegeben, in 3 Stücken. 1730--1733.
  26. 26. Unpartheyischer Wahrheitsprediger. 1730.
  27. 27. Kurzgefaßtes Bedenken von der sogenannten Separation, oder Absonderung von Kirche, Beicht und Abendmahl. 1730.
  28. 28. Christlicher Unterricht von dem wahren allein seligmachenden Glauben, nach dessen Ursprung, Grund, Art, Eigenschaft, Mitteln, Wirkungen und Kennzeichen, Frucht und Ende. 1730.
  29. 29. Unterschied zwischen der zur Seligkeit ganz unzulänglichen Gerechtigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten, und zwischen der allgenugsamen und vollgültigen Gerechtigkeit Jesu Christi. 1730.
  30. 30. Christlicher Unterricht vom heil. Pfingstfeste. 1730.
  31. 31. Christliche Anweisung zur Klugheit der Gerechten, vermittels gläubiger Betrachtungen unserer Sterblichkeit. 1731.
  32. 32. Unterricht von dem Taufbund. 1731.
  33. 33. Examen von dem Gebrauch des heil. Abendmahls 8. Helmstädt. 1731. 2te Aufl. eb. 1736.
  34. 34. Anweisung zur Gewissensprüfung. 8. 1731.
  35. 35. Zuschrift an seine studierende Landesleute. 1731.
  36. 36. Auserlesene Sprüche und Gebetbüchlein auf die Feste. Helmstädt. 1732. 2te Aufl. eb. 1734.
  37. 37. Christlicher Unterricht von dem großen und reichen Segen Gottes. 1731 und 1734.
  38. 38. Ohnmasgebigste Probe der Kinderlehre, in sich haltend einige ausgesetzte Fragen von der wahren Bekehrung zu Gott. 1732.
  39. 39. Christlicher Unterricht von der in Jesu Christo erschienenen heilsamen Gnade Gottes. 1732.
  40. 40. Christlicher Unterricht von der dreyfachen Zukunft Christi, insonderheit von der innern geistlichen Zukunft oder Geburt Christi in uns. 1733.
  41. 41. Das holdselige und über Alles liebenswürdige Jesuskind in seiner blühenden Jugend. 1734.
  42. 42. Christliche Schulordnung aus heil. Schrift gezogen. 8. Helmstädt. 1733. 2te Aufl. eb. 1736.
  43. 43. Christlicher Unterricht I. Von dem Taufbund. II. Von der Pflicht derer, welche die Firmung und das heil. Abendmahl zuerst empfangen haben. eb. 1735.
  44. 44. Ordnung des Heils. eb. 1736.
  45. 45. Nachricht von der Armenkinderschule in Helmstädt, nebst angeführten kurzen Bericht von verschiedenen anderwärts aufgerichteten Charitè und Armenschulen. 8. eb. 1737.
  46. 46. Fernere Nachricht von der Armenkinder Schule u. s. w. 1742.
  47. 47. Obrigkeitlich abgeforderte Beantwortung von 15 Fragen des Wolfenbüttelschen Consistorii. 1742.
  48. 48. Vorrede zu einem Wort der Ermahnung, in einem an die Schuster-Innung zu N. (Halle in Sachsen) abgelaßenen Sendschreiben. 1732.
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