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Ferdinand Fränzl (GND 100672302)


Daten
Nachname Fränzl
Vorname Ferdinand
GND 100672302
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Ferdinand Fränzl in der BSB

Fränzl, (Ferdinand), wurde zu Schwetzingen, der Sommer-Residenz der ehemaligen Churfürsten von der Pfalz, den 24. Mai 1770 geboren, nahm bei seinem Vater, dem eben erwähnten Ignatz Fränzl, Unterricht in der Musik, und spielte als Kind von sieben Jahren im Hofkonzerte zu Mannheim in Gegenwart des hochseeligen Churfürstens Karl Theodor ein Konzert auf der Violine zum Erstaunen aller Anwesenden. Des Kindes musikalisches Genie entwickelte sich bald, und erhielt frühzeitig seine Ausbildung. In einem Alter von 15 Jahren unternahm er, nachdem er 1782 bei der Hofmusik in Mannheim als Violinist angestellt worden, seine erste Reise mit seinem Vater in Deutschland, und ließ sich 1785 auch am Münchener Hofe mit großem Beifalle hören, studirte dann bei Pleyel und Richter die Komposition in Straßburg, reiste hierauf durch die Schweiz nach Paris, und begab sich alsdann nach Offenbach, wo er bei Berhardt, einem reichen Kaufmann, vier Jahre blieb. Aber nun verließ er auch Offenbach, gieng nach Italien, wo er den Contrepunkt beim Peter Mathäi lernte, und besuchte Rom, Neapel, und andere große Städte Italiens. Von Neapel wollte er nach Sizilien, von dort schiffte er nach Malta über, und spielte überall mit ungetheiltem großen Beifalle in öffentlichen Konzerten. Sein Spiel, voll Zartgefühl, Reinheit und Akkuratesse erhob ihn überall unter die ersten Meister auf der Violine, und verschaffte ihm eine ausgebreitete Celebrität, die bis nach Engeland, und an die Gränzen des Nordpols drang. Dieser ehrenvolle Ruf wurde zur Gewißheit, als er in London in öffentlichen Konzerten spielte. Gleicher Ruhm, gleiche Ehre, gleich großes Lob ward ihm in Hamburg und in den ersten Städten von Norddeutschland. Auch Wien ließ seinem ausgezeichnet musikalischen Talente, und seinem kunstreichen Spiele auf der Violin Gerechtigkeit wiederfahren, und zollte ihm den verdienten großen Beifall. Von dieser Kaiserstadt gieng er nun durch Pohlen nach Rußland und blieb daselbst, von jedermann geachtet und geschätzt, vier Jahre abwechslend in St. Petersburg und Moskau, als er plötzlich an den Münchener Hof an die Stelle des daselbst verstorbenen berühmten Musikdirektors Karl Cannabich berufen wurde, dem er auch sogleich folgte, und nach dieser Kön. baier. Residenzstadt abreiste, woselbst er nun als Direktor der vortrefflichen Königl. b. Hofmusik dient. Von seinen musikalischen Kompositionen wurden mehrere Konzerte, Quartette und Trio in Kupfer herausgegeben. In Straßburg setzte er seine erste Oper: die Luftbälle, in Musik, späterhin schrieb er eine Oper: Adolph und Klara, die in Frankfurt aufgeführt wurde, und 1810 verfertigte er eine Oper: Carlo Fioras, die in diesem Jahre zu München auf dem Königlichen Hoftheater mit Beifall vorgestellt worden ist. Ueber dieses Künstlers Charakter und Bildung spricht Knigge in seinem Buche: Ueber den Umgang der Menschen. Ferdinand Fränzl unternahm gegen das Ende des Jahres 1810 eine neue Reise nach Amsterdam und Paris.


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