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Ioseph Bonaventura Franz (GND 104105860)


Daten
Nachname Franz
Vorname Ioseph Bonaventura
GND 104105860
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ioseph Bonaventura Franz in der BSB

FRANZ (Ioseph Bonaventura), Professor des Kodex und des teutschen Staatsrechts zu Salzburg, daselbst geboren. Er erhielt am 24sten Nov. 1692 an der Universität zu Salzburg die juristische Doktorswürde, wurde am 3ten Dec. des nämlichen Iahres Ehrenmitglied der jur. Fakultät, und bekam zugleich die Weisung, über das Recht der Novellen zu lesen. Am 7ten November 1697 erhielt er das ordentliche Lehramt der Institutionen, und 1698 nach Lindners Tod, wurde er zwar zum Professor der Pandekten ernannt; allein er fieng erst am 9ten Nov. 1699 an, dieselben öffentlich zu erklären; denn da der Pfalzneuburgische Hofrath Ioh. Philipp Morass, welcher an dessen Stelle zum Lehrer der Institutionen nach Salzburg beruffen wurde, gleich wieder von Salzburg weggieng, so musste Franz noch ein ganzes Iahr hindurch die Institutionen fortlehren, und es wurden daher von 1698--1699 über die Pandekten gar keine Vorlesungen gehalten. Am 24sten Iän. 1699 wurde er auch zum hochfürstl. Rath ernannt, und 1717 erhielt er die Professur des Kodex und des teutschen Staatsrechts, welches Lehramt er bis an seinen Tod verwaltete. Hr. Iudas Thaddäus Zauner charakterisirt ihn in seinen biograph. Nachrichten S. 66. mit folgenden Worten: „Er war ein fleissiger akademischer Lehrer, und besass in dem bürgerlichen Rechte eine ziemliche Stärke, war aber dabey ein Liebhaber von unnützen Schülstreitigkeiten und zwecklosen Spekulationen, so wie überhaupt sein Charakter sich durch manche Sonderbarkeiten ausgezeichnet haben soll. Er soll z. B öfters im Schlafrocke, und mit einer Nachtmütze auf dem Haupte, ausgegangen, und in diesem Aufzug, mit einem Buche in der Hand, auf der Gasse, und vor den Thoren der Stadt herumspatziert seyn.“-- Er starb am 27sten Iul. 1730 an einem Schlagflusse, nachdem er an der Universität 38 Iahre lang die Rechte gelehret hatte.

Seine Schriften sind:

Successio ab intestato, partes III. Salisb. 1697.

Prodromus Iustinianeus seu prima elementa totius legitimae scientiae iuxta ordinem libri I. institutionum imper. 4. Salisb. libri IV. ibid. 1701. In der Folge ist dieses Werk verbessert, und unter folgendem Titel gedrückt worden: Iurisprudentia elementaris seu prima elementa totius legitimae scientiae iuxta ordinem institutionum imperialium. Olim in universitate publice ventilata, nunc pluribus in locis, praesertim ubi iura novissima et praxis moderna a veteri iure decesserunt, aucta et emendata, 4. Salisburgi 1714, editio noviss. ibid. 4. 1760.

Nuptiae, 8. ib. 1700.

Quaestiones ex omni iure selectae, fol. 1702.

Tractatus iuridicus de delictis in genere et in specie, 4. 1707. Iurisprudentia quintuplex, seu quaestiones selectae ex universo iure, fol. 1709.

Tractatus iuridicus de actionibus, 4. 1714.

Tractatus de pignoribus et hypothecis, 4. 1716.


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