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Simon Gassner (GND 138480966)


Daten
Nachname Gassner
Vorname Simon
GND 138480966
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Simon Gassner in der BSB

Gassner (Simon), geb. zu Steinberg in Tirol (jetzt Südbaiern) 1755, kam schon in seinem 6ten Jahre nach dem Kloster Tegernsee (im Isarkreise) und erhielt dort den ersten Schulunterricht. Da er immer mehr Freude am Zeichnen und Malen, als am Studiren bezeigte, so kam er anfangs zu einem gewöhnlichen Maler, endlich aber zum Streicher in Salzburg in die Lehre, dann aber nach München, und zwar anfangs zu Gallrap, dann zum A. Demmel. Von hier gieng er nach Landshut zur Wittwe des Malers Kaufmann, wo er einige Altarblätter für die Kirchen zu Wasserburg (im Salzachkreise) malte. Da er dort wenig Nahrung für seine Kunst fand, begab er sich nach Karlsruhe, von wo aus er durch seinen Jugendfreund, den jungen Streicher von Salzburg, nach Ungarn zu dem Bischofe von Erlau berufen wurde. Er machte diese Reise auf eigene Kosten, und als er ankam, war er in die unangenehmste Lage versetzt. Kr. Joseph II. hatte das Bisthum Erlau zertheilt, den Bischof zu einem großen Schadenersatz wegen eines geführten Canals verurtheilt, und denselben dadurch außer Stand gesetzt, Gassner zu unterstützen. Die bestellten Arbeiten unterblieben, und Gassner wanderte nach Wien zurück. Dort malte er Architektur, Zimmer und Säle, und machte sich durch einen daselbst ausgemalten chinesischen Saal besonders bekannt. Von Wien gieng er wieder nach München, und reiste von hier aus durch Unterstützung des seel. Professors und Buchhändlers Joh. Bapt. Strobel nach Italien, hielt sich einige Zeit in Rom auf und bereicherte seinen Geist mit Schätzen der Kunst. Von Rom erhielt er einen Ruf nach Karlsruhe, um einen Saal in der dortigen Residenz auszumalen, wo er dann auch sich fixirte und verheurathete. In München ätzte er in aqua tinta-Manier ein sehr schönes Blatt: eine Gegend aus dem dortigen englischen Garten, den Apollotempel, das er seinem Unterstützer, dem genannten Prof. Strobel, aus Dankbarkeit widmete.


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