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Franz Grimmer (GND 129465704)


Daten
Nachname Grimmer
Vorname Franz
GND 129465704
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Franz Grimmer in der BSB

Grimmer, (Franz), geboren 1738 zu Augsburg, wo sein Vater Fürstbischöflicher Hoftrompeter gewesen, studirte daselbst bei den Jesuiten, lernte nebenbei die Musik bei seinem Vater und die Komposition bei Giulini. Als er die untern Schulen durchwandert hatte, gieng er nach Salzburg, und hörte dort Philosophie, und die Rechtswissenschaften, nährte sich aber mit seiner Musik. Da er nach vollendeten Studien wenig Aussicht hatte, bei einem Amte angestellt zu werden, faßte er den Entschluß Schauspieler zu werden, und kam zur Koberwein’s Gesellschaft. Hier sang er mit vielem Beifalle, und spielte zur Zufriedenheit der Zuseher komische Rollen. Nachdem er einige Jahre daselbst verblieb, und sich in der Schauspielkunst gebildet hatte, kam er zur Gesellschaft des Felix Berner als Musik-Direktor. Dieser Berner gab, wie bekannt ist, mit Kindern Schauspiele, Operetten und Pantomimen, und erwarb sich mit denselben ein hübsches Sümmchen, und allgemeinen Beifall. Neun volle Jahre blieb er bei demselben, aber nun faßte er den Entschluß selbstständig zu werden, und eine eigene Theater-Direktion zu beginnen. Es geschah. Grimmer stellte sich an die Spitze einer verwaisten Theater-Gesellschaft, und durchreiste mit derselben einen großen Theil von Deutschland, der Schweiz, und des Königreichs Baiern. Nach einigen Jahren überzeugte ihn endlich Erfahrung, daß bei großen Gesellschaften wenig Gewinn, wohl aber viel Verdruß für ihn sich ergebe, und so entschloß er sich die Direktion niederzulegen, und nach dem Beispiele des Felix Berner nur kleine, artige Operetten mit Kindern zu geben. Zwei junge, schöne Mädchen dann 2 Knaben spielten u. sangen, u. nur manchmal half auch er aus. Grimmer u. sein Musikmeister besorgten gewöhnlich die Direktion vom Spiele und dem Orchester. Die zwei Mädchen Therese Brenner und Walburg Burgstaller, die wegen ihres artigen, und gesitteten Betragens überall sehr willkommen und geachtet waren, erwarben sich durch Gesang, und Spiel sehr vielen Beifall, und überall Bewunderung; überhaupts aber gewährten ihr gutes, schönes und niedliches Spiel den Zusehern so vieles Vergnügen, daß selbst Dichter Schubart und Wagenseil von Kaufbeuren für dieselbe einige Operettchen schrieben, die dann Grimmer in Musik setzte. Mit dieser kleinen Gesellschaft begab sich Grimer in die Schweiz, nach Würtemberg, am Rhein, nach Franken u. s. w. gab auch an verschiedenen Orten Konzerte, denn er war ein guter Violinspieler und Baßsänger, und erwarb sich in der Folge, mit seiner kleinen Gesellschaft, solch’ eine Celebrität, daß ihn verschiedene Fürsten in Schwaben und am Rhein an ihr Hoflager beriefen, und ihm Säle in ihren Schlössern einräumten, oder ihre eigene Theater überließen, um seine Operetten aufzuführen.

So hatte also Grimmer ein glückliches Leben, er war geschätzt, geachtet, hatte wenige Ausgaben, und eine bedeutende Einnahme; allein in der Folge trübten sich seine Aussichten. Die beiden Mädchen wuchsen heran, und heiratheten endlich gar. Nun war sein beßter Broderwerb darnieder gelegt, und ihm übrigte am Ende seiner Tage nur mehr sich mit seinen Kompositionen und seiner Musik fortzubringen. Er starb 1807 zu Biberach. Theat. Alm. Jahrg. 1787.


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