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Paul Grua (GND 12946581X)


Daten
Nachname Grua
Vorname Paul
GND 12946581X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Paul Grua in der BSB

Grua, (Paul), des Vorigen Sohn, wurde zu Mannheim den 2. Februar 1754 geboren, wo er anfangs das Klavierspielen und den Generalbaß lernte, dann aber beim Kapellmeister Holzbauer die musikalische Komposition studirte. Da der Churfürst von der Pfalz Karl Theodor sein Genie zur Musik wahrnahm, so entschloß er sich dasselbe in Italien ausbilden zu lassen, und schickte daher den jungen Grua in dieses Land der Musik i. J. 1773 auf seine Kosten ab, wo er sechs Jahre verblieb, und in Bologna beim berühmten Pater Martini[1], und zu Venedig beim Traetta[2] die Tonkunst und Komposition studirte, und sich dort einen guten festen Satz, der sich vorzüglich in seinen Kirchenmusiken auszeichnet, angewöhnte.

Zu Ende des Jahrs 1779 kam Grua aus Italien zurücke, wo er dann, weil indessen Churfürst Karl Theodor sein Hoflager nach Baiern verlegt hatte, nach München sich begeben mußte, und daselbst die Musik für die Oper Telemaco zu schreiben erhielt, die dann 1780 in dieser Residenzstadt aufgeführt wurde, worauf ihn der Churfürst zum Rath und Kapellmeister ernannte. Für die Kirche hat er sehr vieles bisher komponirt, wovon er jedoch nichts im Drucke, oder gestochen herausgegeben hat. Seine Kirchenmusiken bestehen in 31 Messen; 6 Vespern; 29 Offertorien und Motetten; 6 Miserere; 3 Stabat Mater; 5 Litaneien; 3 Herr Gott dich loben wir; 14 Hymnen; 4 Salve Regina; 3 Regina Cöli etc. 4 Gradualia zur Zeit des Advents, und Responsorien in der heiligen Nacht; 3 Seelen-Messen; 5 Veni Sancte Spiritus, in mehreren Psalmen u. s. w. Für Instrumente schrieb er verschiedene Konzerte für das Klavier, für die Klarinette, die Flaute u. s. w.


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Fußnoten

  1. Martini, (Joh. Bapt.), ein Franziskaner und Kapellmeister an der Klosterkirche seines Ordens zu Bologna, geb. 1706, war wegen seiner Gelehrsamkeit, und wegen seiner tiefen Einsicht in die theoretische und praktische Musik sehr berühmt, und in ganz Europa geehrt. Sein Vater Anton Maria Martini gab ihm Unterricht in der Musik; in der Folge bildete er sich selbst zu den großen Musikmeister im Orden, nachdem er ehevor in Asien große Reisen gemacht hatte. Er starb den 3. August 1784, ohne seine bereits angefangene vortreffliche Geschichte der Musik vollendet zu haben, wovon nur drei Bände zu Bologna 1757, 1770 und 1781 in Folio herausgekommen sind.
  2. Thomas Traetta, geb. zu Neapel 1738, ein Schüler des Durante, war einer der beliebtesten Kompositeurs. In einem Alter von 21 Jahren kam er in das Konservatorium zu Neapel, und nach Verfluß von zwei Jahren übertrug man ihm schon die Oper: Farnace, für das dortige Theater Sto. Carolo zu schreiben, die solchen ausnehmend großen Beifall erhielt, daß man ihm sogleich sechs andere Opern zum komponiren gab. Er kam hierauf in die Dienste des Herzogs von Parma, gieng dann nach Venedig, wo er zwei Jahre, nach St. Petersburg, wo er 7 Jahre Kapellmeister geblieben, und endlich nach London, wo er sich nur ein Jahr aufhielt, da ihm seine Gesundheitsumstände nicht gestatteten, sich länger dort zu verweilen, und kam dann 1784 über Venedig wieder in Neapel an. Seine vielen Opern-Musiken fanden überall den größten Beifall. Man behauptet: Traetta verdiene dem Piccini und Sacchini, wo nicht vorgezogen, doch an die Seite gesetzt zu werden. An Feuer und Stärke übertreffe er sie, als ein zweiter Jomelli, sicher, und im Gesange stehe er denselben nicht nach. Für den Münchener und Mannheimer Hof schrieb er folgende Opern-Musik, die daselbst ebenfalls mit lautem Beifalls aufgeführt wurden. So fonisba (Mannh. 1766.) Sciroe (München 1767.)