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Wilhelm Heinse (GND 118548565)


Daten
Nachname Heinse
Vorname Wilhelm
GND 118548565
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Wilhelm Heinse in der BSB

HEINSE (Wilhelm) Bibliothekar zu Aschaffenburg; gebohren den 16. Februar 1749 zu Langenwiesen, einem Dorfe bei Ilmenau in Thüringen. Er hatte der Erziehung wenig zu danken, und bildete sich selbst durch seine herrlichen Talente, durch das Studium der alten und neuen Klassiker, und durch den Umgang mit Gelehrten. Er hörte in Jena Vorlesungen über die Rechte, und schloß zu Erfurt im J. 1770 mit Wieland enge Freundschaft. Von diesem an Gleim empfohlen, begab er sich nach Halberstadt, und Gleim wurde für Heinse Vater, Wohlthäter, Freund, und Rathgeber. Er kam auch mit Jakobi in Verbindung, der ihn 1776 nach Düsseldorf nahm. Im J. 1780 gieng er nach Strasburg, Genf, Marseille, und hierauf nach Rom, wo ihm die Alterthümer, die Kunst, die Poesie, und der Umgang mit Gelehrten und Künstlern die drey glücklichsten Jahre seines Lebens gaben. Nach seiner Zurückkunft wurde er Vorleser des Kurfürsten von Mainz, und hierauf in Aschaffenburg Kurerzkanzlerischer Hofrath und Bibliothekar. Er erwarb sich den Ruhm eines, mit hoher Eigenthumlichkeit, der feinsten Empfindung, einer glühenden Phantasie, mit Geschmack, Belesenheit, und Kenntniß des Alterthums reich ausgestatteten Schriftstellers, bei dem man überall feinen griechischen Sinn, mit der oft schwelgenden Phantasie der Italiener, Zartgefühl mit Kraft, und satyrisches Lächeln mit einer gewissen Gutmüthigkeit vergesellschaftet findet. Er starb den 22. Junius 1803. Schriften:

Vergl. Meusel’s gel. Teutschl. B. III. S. 173. B. XI. S. 334. B. XIV. S. 82. u. B. XVIII. S. 98. Iris, Taschenbuch für 1805 von J. G. Jacobi S. 128--132. Jördens Lexikon teutscher Dichter u. Prosaisten B. II. S. 344--349. u. B. VI. S. 286--295. Bibliothek der redenden u. bildenden Künste B. II. St. I. S. 49. Ladvocat’s Handwörterbuch, fortges. von Baur B. IX. S. 581--584. Merkur neuer teutscher 1803. S. 307. Blätter literarische 1805. B. V. S. 195. Conversations Lexikon, vierte Aufl. 1817. B. IV. S. 656. Ersch Handbuch der teutschen Literatur Abth. I. V. u. VII.

  1. 1. Sinngedichte. 8. Halberstadt 1771. [1]
  2. 2. Die Kirschen (Nachahmung einer Erzählung des Dorat). 8. Berlin 1773.
  3. 3. Begebenheiten des Enkolp, aus dem Satirikon des Petron übersetzt, in zwey Bänden. Rom (Schwabach). 8. 1773. Mit neuem Titelblatt: Geheime Geschichte des römischen Hofes, unter der Regierung des Kaisers Nero; aus dem Lateinischen des Petron übersetzt, mit einigen Anmerkungen. 1783. [2]
  4. 4. Laidion, oder die Cleusinischen Geheimnisse. 8. Lemgo 1774. 2te Aufl. eb. 1799. [3]
  5. 5. Erzählungen für junge Damen und Dichter, gesammelt und mit Anmerkungen begleitet. Erster u. 2ter Band. Komische Erzählungen. 8. Lemgo b. Meyer 1775. [4]
  6. 6. Das befreyte Jerusalem, von Torquato Tasso. IV. Bände. In Prosa. 8. Mannheim b. Schwan 1781. Zürich in II. Bänden 1787. (Neue metrische Uebersetzung von Gries. Jena 1800--1803).
  7. 7. Roland der Wüthende; ein Heldengedicht von Ariost dem Göttlichen. Vier Theile, in Prosa. 8. Hannover b. Hellwing 1782--1785. (Neue metrische Uebersetzung in IV. Bänden, von Gries. Jena 1804--1809. Neue Uebersetzung von Streckfuß. Halle 1818).
  8. 8.* Ardinghello, und die glücklichen Inseln. Eine italienische Geschichte aus dem sechszehenten Jahrhundert. Erster Band. 407 S. 2ter Band. 374 S. Lemgo b. Meyer. 8. 1787. 2te Aufl. eb. 1794. 38 Bog. Oefters nachgedruckt. [5]
  9. 9. Anastasia und das Schachspiel. Briefe aus Italien. Vom Verfasser des Ardinghello. 2 Bände. Frankf. b. Varrentrapp. 8. 1803. [6]
  10. 10. Hildegard von Hohenthal. Mit Kupfern. Erster Theil. 8. Berlin b. Voß 1795. 342 S. 2ter Theil 1796. 421 S. 3ter Theil. 1796. 368 S. Neue Aufl. eb. 1804. [7]
  11. 11. Musicalische Dialogen, oder philosophische Unterredungen berühmter Gelehrten, Dichter und Tonkünstler über den Kunstgeschmack in der Musik. Ein Nachlaß von Heinse, herausgegeben von J. F. K. Arnold. 8. Leipz. 1805. Diese Dialogen sollen aber doch nicht von Heinse seyn. [8]
  12. 12. Briefe zwischen Gleim, Wilh. Heinse, und Johann von Müller; aus Gleims literarischem Nachlasse herausgegeben von Wilhelm Körte. 2 Bände. Zürich 1806.
  13. 13. Aufsätze und Gedichte in dem Thüringischen Zuschauer. (Erfurt 1770).
  14. 14. Aufsätze in der Iris.
  15. 15. Aufsätze im teutschen Merkur 1775--1777.
  16. 16. Zwey Briefe aus Rom; in Reichards kleinen Reisen B. 2.
  17. 17. Beschreibung verschiedener Merkwürdigkeiten in u. um Rom, in einem Schreiben an Gleim; im teutschen Museum 1783. Dez. S. 486-517.
  18. 18. Briefe aus Mantua, an geheimen Rath Jacobi zu Düsseldorf; ebend. 1787. Jan. S. 24--48.
  19. 19. Sinngedichte von Heinse; in Haug und Weissers Epigrammatischer Anthologie Th. V. S. 195--200.
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Fußnoten

  1. s. Allg. t. Bibl. B. 17. I. S. 229.
  2. s. Schumels Uebersetzer Bibliothek S. 208. Almanach der teutschen Musen 1774 S. 94. Anhang zu B. 13--24 der allg. t. Bibl. II. S. 757.
  3. s. Allg. t. Bibl. B. 25. I. S. 231. Almanach d. teutschen Musen 1775. S. 74.
  4. s. Allg. t. Bibl. B. 27. II. S. 497.
  5. s. Gött. gel. Z. 1787. II. S. 1252. Jen. Lit. Z. 1788. I. S. 113. Goth. gel. Z. 1788. I. S. 155. Allg. t. Bibl. B. 104. I. S. 177. Obert. Lit. Z. 1795. II. S. 1055. Neue Bibl. d. schönen Wiss. B. 37. II. S. 297. u. B. 38. II. S. 252.
  6. s. Neue Leipz. Lit. Z. 1803. II. S. 1037.
  7. s. Erlang. gel. Z. 1796. S. 381 u. 1797 S. 60. Tüb. gel. Z. 1796. S. 594. u. 1797. S. 421. Neue allg. t. Bibl. B. 25. I. S. 268. Nürnb. gel. Z. 1796. S. 763.
  8. s. Neue Leipz Lit. Z. 1805. II. S. 1601.