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P. Cölestin Hochbrucker (GND 129492000)


Daten
Nachname Hochbrucker
Vorname P. Cölestin
GND 129492000
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB P. Cölestin Hochbrucker in der BSB

Hochbrucker, (P. Cölestin), wurde den 10. Jäner 1727 zu Tagmersheim (jetzt im Oberdonaukreise) geboren. Sein Vater, der daselbst Schullehrer gewesen, war ein Bruder des Erfinders der Pedal-Harfe[1], und unterrichtete seinen Sohn in den Anfangsgründen der deutschen und lateinischen Sprache, dann im Gesange, Orgel- und Harfespielen. Hochbrucker studirte hierauf in Neuburg an der Donau, und dann in Freising, und eminirte überall in Wissenschaften und der Tonkunst als ein ausgezeichnet gutes Subjekt. Nach zurückegelegten philosophischen Studien wurde er in den Benediktiner-Orden der ehemaligen Abtei Weihenstephan, nächst Freising, aufgenommen, legte daselbst den 15. Oktober 1747 die Ordensgelübde ab, und wurde den 9. April 1752 zum Priester geweihet. Er war ein vortrefflicher Organist, und ein ausgezeichnet guter Harfenspieler, und die Tonkunst gehörte unter seine Lieblings-Beschäftigungen. Die Bekanntschaft, die er mit dem Fürstbischöflichen Kapellmeister Cammerloher in Freising gemacht hatte, war ihm besonders in seinem Vorhaben die Komposition und den Contrebaß gründlich zu studiren, nützlich. Hatte er ehevor glückliche Versuche in der Tonsetzkunst gemacht, indem er mehrere Messen, Litaneien u. s. w. schrieb, die sehr gefielen; so war er nun im Stande Musikstücke zu schreiben, die auch dem Tonkünstler und Kenner befriedigten, und die Feile der Kritik aushielten. Zu Ende des Schuljahres 1774 wurde von seiner Komposition von den Studirenden in Freising[2] ein von ihm in Musik gesetztes Singspiel: die Juden in der Gefangenschaft des Manassa, betitelt, aufgeführt, das sehr großen Beifall erhielt, und worinn vorzüglich ein Chor, in welchem die gefangenen Juden ihr trauriges Loos beklagen, von ausnehmend guter Wirkung war, und sich durch einen meisterhaften Satz auszeichnete. Cölestin Hochbrucker, dessen Bruder einer der ersten Harfenspieler seiner Zeit gewesen, und auf diesem Instrumente die nachmalige Königinn von Frankreich, Maria Antonia, unterrichtete, war ein vortrefflicher Organist, und spielte auch mit Geschmack und einer ausserordentlichen Fertigkeit und Präcision die Harfe. Er starb 1803.


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Fußnoten

  1. S. Hochbrucker, (Simon).
  2. Am Fürstbischöflichen Hofe zu Freising bestand ehemals eine sehr gute Hofmusik, auch wurden daselbst Opern gegeben, die sehr vielen Beifall erhielten. So wurden zum Beispiele daselbst 1738 die Oper: Dafne, mit Musik von Caldara, und noch 1782, Regulus, mit Musik des churbaierischen Kammer-Kompositeur Jos. Michl u. s. m. aufgeführt.