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Bernhard Friedrich Hummel (GND 117062200)


Daten
Nachname Hummel
Vorname Bernhard Friedrich
GND 117062200
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst, Wissenschaft


BSB Bernhard Friedrich Hummel in der BSB

HUMMEL (Bernhard Friedrich) Rektor der Stadtschule zu Altdorf; gebohren am 14. Dezember 1725 in dem Fränkischen Dorfe Reusch, wo sein Vater Pastor war. Er studierte vom J. 1743 an zu Nürnberg an der Egidienschule, dann an der Universität zu Altdorf, wo er 1748 de timore Dei servili non vano disputirte. Hierauf gieng er mit guten Empfehlungen nach Frankfurt am Main, wo er Privatinformationen übernehmen sollte, aber in die Gewalt und List von Preußischen Werbern fiel, und Soldat werden muste, und zwar, obwohl man ihm eine Unteroffiziersstelle zugesichert hatte, Musketier beym Kleistischen Infanterieregiment. Er suchte sich über sein Mißgeschick zu trösten, und erfüllte als Soldat so sehr seine Pflicht, daß er sich die Achtung aller Offiziere erwarb, zu Stendal, wo er in Garnison war, in Kanzleyen gebraucht ward, und auch durch Ertheilungen von Privatunterricht einen Nebenerwerb hatte. Im J. 1756 muste er mit seinem Regiment durch Sachsen nach Böhmen zu Feld gehen, wurde in dem Treffen bey Lowositz verwundet, und sogleich zum Unteroffizier ernannt. Am 12. August 1757 fand er im Lager vor Bautzen Gelegenheit, zu entweichen, und kam über Jena, Coburg, und Bamberg, nach vielen Gefahren, Anstrengungen, Hunger, und mancherley Leiden, glücklich zu Nürnberg an. Er bewies hier bald seine gelehrten Kenntnisse, erhielt in den ansehnlichsten Häusern Informatorsstellen, und 1763 das Rektorat an der Stadtschule zu Altdorf, welches er mit einer Rede: De damno, quod sibi inferunt juvenes literis consecrati ludicrorum scriptorum lectioni nimium indulgentes, antrat. Er erwarb sich durch Fleiß, Rechtschaffenheit, Amtstreue, Bescheidenheit und Genügsamkeit allgemeine Achtung, war ungeachtet seiner ausgebreiteten gelehrten Kenntnisse ohne allem Eigendünkel, und bey den äußerst geringen Einkünften seines Amtes voll Zufriedenheit, und Vertrauen auf die Fürsehung. Er verehelichte sich im Jahr 1764, und starb am 4. März 1791. Seine Schriften:

Vergl. J. Jägeri Progr. in memoriam Hummelii. Fol. Altd. 1791. Will’s Geschichte der Stadt Altdorf S. 277. Wills u. Nopitsch Nürnberg. Gel. Lexikon B. V. S. 139--144. Schwabacher Schulzeitung. 1764. S. 142. Bragur B. I. S. 383. Schlichtegroll’s Nekrolog. 1791. B. II. S. 184--193. Waldau neue Beyträge zur Gesch. Nürnbergs H. 10. S. 116. Meusel’s Lexikon verstorbn. Schriftsteller B. VI. S. 174--177. Saxii Onomast. literar. B. VIII. S. 286. Rötger’s Nekrolog St. I. S. 80--82. Journal von und für Franken B. II. S. 352.

  1. 1.* Der neu vermehrte und verbesserte Secretarius. 12. Nürnberg 1765.
  2. 2.* Musarum remissio. 8. Altd. 1766. Eine lateinische Wochenschrift in eigenem Verlage, auch unter dem Titel: Commentationes aliquot satyrici, literarii, antiquarii et philologici argumenti.
  3. 3. Abhandlung von der Geschichtskunde der alten Teutschen. (im Nahmen der Altdorf. teutschen Gesellschaft.) Fol. 1767.
  4. 4. Epistola ad omnes politioris humanitatis aestimatores de edendis et recudendis a Paulo Colombaro bibliopola Veneto, dissertationibus Schwarzianis. 8. Altd. 1768.
  5. 5.* Ad Joh. Frid. Herelium liberii candidi epistola. Alethopoli 1768.
  6. 6. Nachricht an das Publikum. Altd. 1768.
  7. 7. Entschuldigungsschreiben an eine Standesperson in Nürnberg, welche für den Verfasser der sogenannten Paragraphen gehalten wird. 1768. [1]
  8. 8. Lebensgeschichte der Frau Pflegerin S. M. v. Wölckern. Fol. Altd. 1773.
  9. 9. Joh. Jak. Bauers Bibliotheca librorum rariorum universalis. 8. Nürnberg. IV. Bände 1770--1771. III. Supplementbände 1774--1791. An den 4 ersten Bänden war Hummel Mitarbeiter, und die 3 Suppl. Bände sind ganz von ihm. [2]
  10. 10. Glückwünschungsschreiben bey dem Willzimmerschen Vermählungsfest, nebst Untersuchung: ob die römische Venus samt den Grazien im alten Teutschland göttlich verehret worden sey? Fol. Altd. 1776.
  11. 11. Neue Bibliothek von seltenen und sehr seltenen Büchern und kleinen Schriften, mit beygefügten noch ungedruckten Briefen und andern Aufsätzen gelehrter Männer der vorigen Zeiten. Vier Stücke oder Erster Band. Nürnb. 1775--1776. 5tes bis 8tes Stück oder II. Band 1776--1777. 9tes bis 12tes Stück oder III. Band 1780--1782.
  12. 12. Celebrium virorum, cum Norimbergensium tum aliorum quoque epistolae ineditae 60. historico-ecclesiastici ac literarii potissimum argumenti, cum notis. Norimb. 1776.
  13. 13.* Lebensbeschreibung des berühmten Ritters Sebastian Schörtlin von Burtenbach. Frankf. u. Leipz. (Nürnb.) 1777--1782. 2 Theile. Der erste Theil ist von Christoph Sigmund v. Holzschuher, mit Hummels Anmerkungen. Der zweyte Theil ist ganz von Hummel.
  14. 14. Epistolarum hist. ecclesiasticarum soeculo 16. a celeberrimis viris scriptarum semicenturia, ex autographis et apographis fide dignis descripsit ac primum edidit. 8. Halae 1778. Semicenturia altera. 1780.
  15. 15. Christoph Gottwaldts physikalisch anatomische Bemerkungen über die Schildkröten; aus dem Latein übersetzt. Mit Kupfern. Nürnb. 1781.
  16. 16. Chr. Gottwaldts phys. anat. Bemerkungen über den Biber; aus dem Latein. ebend. 1782.
  17. 17. Handbuch der alten Erdbeschreibung zum Gebrauch der XI. größern Danvillischen Landkarten, aus den besten Quellen verfaßt. 8. Nürnberg b. Weigel. Ersten Bandes erster Theil 1784. 2ter Theil 1785. 796 S. Beyde Theile sind von Hummel, die Artikel über Griechenland und Thracien ausgenohmen, welche Andr. Stroth bearbeitete. Die Fortsetzung zweyten Bandes erster Theil 1785, und 2ter Theil 1786 ist von Jak. Brunns und Th. Jak. Ditmar. Vom ersten Theil ersten Bandes lieferte Hummel auch eine lateinische Uebersetzung: Compendium geographiae antiquae, mappis Danvillianis accomodatum. Nor. 1785. [3]
  18. 18. Bibliothek der teutschen Alterthümer, systematisch geordnet und mit Anmerkungen versehen. 8. Nürnb. b. Grattenauer 1787. 400 S. [4]
  19. 19. Compendium teutscher Alterthümer. eb. 1788. 288 S. [5]
  20. 20. Jo. David Koeleri disquisitio de incluto libro poetico Theuerdanck: denuo recudi fecit, notis et specimine glossarii instruxit. Norimb. 4. 1790.
  21. 21. Q. Ciceronis commentariolum de petitione consulatus ad M. T. fratrem; accedunt aliae quaedam Quincti scriptorum reliquiae, cum animadversionibus Christ. Gottl. Schwarz Profess. quondam Altdorf. suisque nonnullis edidit. ib. 1791.
  22. 22. Zusätze und Verbesserungen zu der Bibliothek teutscher Alterthümer. Nurnb. 1791. 164 S. Rühren zum Theil auch von Meusel und Kinderling her. [6]
  23. 23. Beytrag zur Geschichte des Schwäbischen Bundes und des Bauernkriegs, bestehend in Urkunden und Briefen. Auch unter dem Titel: Briefe und Urkunden zu der Lebensgeschichte Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. 8. Fürth. 1792. Nach des Verfaßers Tod, so wie die nachfolgende Beschreibung, von dessen Sohn Christian Friedr. Karl Hummel herausgegeben. [7]
  24. 24. Beschreibung entdeckter Alterthümer in Teutschland. 8. Nürnb. 1792. 199. S. [8]
  25. 25. Oratio de vita fatisque D. Joh. Musleri Oettingensis (1768 habita); in G. A. Michels Beyträgen zur Oettingischen Geschichte Th. 1. Samml. 1. S. 179--221.
  26. 26. Beyträge zu G. A. Will’s literarischem Wochenblatt, zu Meusel’s historischen Journalen, und zu Meusel’s historisch-literarisch-bibliographischem Magazin.
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Fußnoten

  1. s. Bibl. Nor. Will. Th. 3. S. 466.
  2. s. Jen. Lit. Z. 1792. I. S. 393. Allg. teutsche Bibl. B. 106. II. S. 274. Nürnb. gel. Z. 1791. S. 391.
  3. s. Jen. Lit. Z. 1787. I. S. 321. Allg. teutsche Bibl. B. 70. I. S. 163. Nürnb. gel. Z. 1786. S. 521.
  4. s. Leipz. gel. Z. 1787. IV. S. 2050. Nürnb. gel. Z. 1787. S. 497. Jen. Lit. Z. 1788. II. S. 549.
  5. s. Obert. Lit. Z. 1788. IV. S. 3213. Jen. Lit. Z. 1789. III. S. 353. Gött. gel. Z. 1789. I. S. 110. Gotth. gel. Z. 1789. S. 344. Allg. teutsche Bibl. B. 91. I. S. 218. Tübing. gel. Z. 1788. S. 765.
  6. s. Jen. Lit. Z. 1791. IV. S. 280.
  7. s. Jen. Lit. Z. 1793. II. S. 487.
  8. s. Erlang. gel. Z. 1793. S. 102. Jen. Lit. Z. 1792. IV. S. 179. Neue allg. teutsche Bibl. B. 6. II. S. 519. Gotth. gel. Z. 1792. II. S. 870.