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Wilhelm Kobell (GND 118723928)


Daten
Nachname Kobell
Vorname Wilhelm
GND 118723928
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Wilhelm Kobell in der BSB

Kobell, (Wilhelm) geboren zu Mannheim 1766, Sohn und Schüler des obengenannten Ferdinand. Er studirte zu Mannheim und Düsseldorf die Malerkunst, machte große Fortschritte, und übertraff endlich seinen Vater und Meister. Philipp Wouwermann wählte er sich zum Muster, nach dem er sich bildete, und dessen Zeichnung, Kolorit und Komposition er, ohne Aengstlichkeit, nachzuahmen wußte. In der sogenannten Waschmanier brachte er es sehr weit, und hat bereits vortreffliche Platten geliefert. Er wurde churfürstl. Kabinetsmaler, und endlich 1808 Mitglied der Akademie der bildenden Künste zu München. Für den kaiserl. franz. Kriegsminister Alexander Berthier, Prinzen von Neuschatell mußte er 1806 nach Paris sechs Gemälde liefern, welche den Einzug der kaiserl. franz. und der baierischen Armee zu München den 12. Oktober 1805; die Schlacht und Eroberung von Ulm; die Schlachten bei Günzburg, Braunau u. s. w. vorstellen, und die er meisterhaft ausführte. Die königl. Gemäldegallerie besitzt von seinem Pinsel eine Landschaft, wo ein Herr eine Dame in einem Kahn führt, und zur Seite ein Diener die Reitpferde hält, auf Holz. Eine Landschaft, wo ein Fuhrmann mit seinen zwei ausgespannten Pferden am Abhange eines Hügels hält, und mit einem Weibe spricht. Eine Landschaft mit Figuren mit einem vom Pferde gestürzten Mann auf Holz, und endlich eine unter Bäumen ruhende Jagdgesellschaft, ebenfalls auf Holz. v. Mannlich. B. I. S. 237. II. Nro. 289. 296. 368. u. 372. Von diesem Künstler erschienen auch mehrere Blätter in Aquatinta-Manier nach Both, Wynants, Berghem und andern berühmten Meistern der flandrischen und holländischen[1] Schulen. Von ihm sind auch zwei kolorirte Kupferstiche, die königl. baier. Armee im Marsche, bekannt. Für Se. königl. Hoheit den Kronprinzen von Baiern malt dieser Künstler gegenwärtig die im letzten Kriege vorgefallenen Schlachten bei Abensberg, Landshut, Eckmühl u. s. w. J. G. Meusels Miscellaneen artistischen Inhaltes. St. VII. S. 946. Morgenblatt (Tübingen bei Cotta) Jahrg. 1807. S. 44. Füßli allgem. Künstler-Lexikon. (Zürich 1808.) Th. II. S. 634.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Kobell (Wilhelm). Von den Blättern dieses allgemein hochgeschätzten Künstlers werden hier folgende noch angeführt: a) eine Landschaft mit beladenen Pferden und Reisenden auf einer Anhöhe, nach W. Romeyn in kl. Fol. b) Eine Landschaft mit Vieh und Wäscherinnen, nach Berghem. c) Eine Landschaft mit Pferden und Reitern vor einem Stalle, nach Wouvermann, in Folio. d) Eine Landschaft mit Vieh und Figuren, mit einem schlafenden Manne, einem Weibe und einem Kinde, nach H. Roos. e) Zwei Landschaften mit großen Bäumen, Gewässer und Fernen; die eine ist im Mondschein; nach seinem Vater in Fol. f) Eine Landschaft; unter einem Baume säugt eine Hirtin ihr Kind, daneben stehet eine Kuh, und Schafe liegen; nach Theod. v. Bergen. g) Eine Landschaft; im Vordergrunde eine Frau, welche auf dem Arme ein Lamm trägt; neben ihr liegt ein Ochse, u. Schaafe weiden unter Bäumen; nach J. W. Ducka. Gegenstück in Fol. u. s. m.


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Fußnoten

  1. Holland, und andere zum ehemaligen Staate der vereinten Niederlande gehörig gewesenen Provinzen haben eine beträchtliche Anzahl guter Maler gehabt, die sich durch einen eigenthümlichen Geschmack und eigene Vorzüge von allen andern unterschieden, und ebendaher eine eigene Schule bilden. Ihr Gesetz schien durch Zeichnung und Farben die gemeine Natur zu vervollkommnen, und soviel als möglich zu erreichen, übrigens aber sich um den Werth und die Kraft des Inhalts nicht zu bekümmern. Man hat eine große Anzahl Gemälde aus dieser Schule, darin die gemeine Natur bis zur geringsten Kleinigkeit kopirt ist. Zeichnung und Perspektive, Haltung und Farbe sind im Gemälde vollkommen erreicht. Die holländischen Maler haben daher im Mechanischen den höchsten Gipfel der Kunst erreicht. Diese Schule, die von Hagedorn, und das mit Recht, die Schule des Wahren nennt, wurde die vornehmsten Werke der Kunst aufstellen, wenn diese nur die Absicht hätten, dem Auge dasjenige vollkommen gemalt zu zeigen, was man täglich in der Natur sieht; wenn der Zweck der Kunst durch diese Täuschung des Auges erreicht würde. In der That ist das, was sie vorzügliches besitzt, ein wichtiger Theil der Kunst; aber nur in soferne diese auf wichtige Gegenstände angewendet wird. J. G. Sulzer’s Theorie der schönen Künste.