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Joh. Karl Loth (GND 118729152)


Daten
Nachname Loth
Vorname Joh. Karl
GND 118729152
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joh. Karl Loth in der BSB

Loth, (Joh. Karl) 1632 zu München geboren, war ein Sohn und Schüler des Vorigen, setzte seine Studien zu Rom unter Michael Angelo Merigi von Carravaggio fort, und besuchte zu Venedig die Schule des Peter Liberi[1]. Durch seine Gemälde erwarb er sich in Italien und Deutschland große Celebrität, und wurde kaiserl. Hofmaler und Kammerjunker. Er verstand das Muskelstudium vollkommen, sein Ausdruck ist groß und wahr, und seine Bearbeitung kühn, eine sichere Größe der Ideen zeigt sich in seinen Gemälden, die Umrisse seiner Figuren sind fest und richtig, sein Kolorit ist glühend und warm, jedoch etwas röthlich und manchmal unangenehm, sein Pinsel ist breit und die Beleuchtung furchtbar, jedoch sind seine Lichter nicht concentrirt. Eines seiner schönsten Gemälde ist das große Altarblatt in der Dominikanerkirche zu Bergamo. Im königl. Pallaste Trivulci in Mailand befinden sich in lebensgroßen Figuren zwei Gemälde, die den Loth mit seinen zwei Töchtern und den Noa mit seiner Familie vorstellen. Kilian, Moitte, H. Roßi etc. haben nach seinen Werken in Kupfer gestochen. Er starb den 6. Oktober 1698 im 66sten Jahre seines Alters zu Venedig, und wurde in dortiger Kirche zum heil. Lukas begraben. Der Stein, der seine Asche deckt, führt die Aufschrift: Joann Carolus Loth Bauarus, suorum temporum Apelles, ob virtutem Penicilli ab Imp. Leopoldo Nobilium Ordini aggregatus, Umbram Mortis depingere coepit die VI. Oct. a. 1698. aetat. suae 66. In München werden folgende Gemälde von ihm verwahrt: a) der heil. Erasmus, ein Altarblatt in der Peterspfarrkirche; b) Andreas Avellinus ein Altarblatt in der Hofkirche zum heil. Kajetan; c) in der Gallerie: die Geburt Jesus und Anbetung der Hirten, ganze Figuren; Johann der Täufer in Lebensgröße, ein Kniestück; Christus mit seinen Jüngern zu Emaus an der Tafel; Christus in der Verspottung, ganze Figuren; Cham spottet seines im Rausche entblößten Vaters Noe: Isaak segnet seinen Sohn Jakob; sein Porträt, halbe Figur in Lebensgröße; und ein Philosoph mit einem Todtenkopfe und einer Weltkugel, alle auf Leinwand. In der ehemaligen Klosterkirche zu Benediktbaiern sind drei Altarblätter: Katharina, Christus am Kreutze und die heil. drei Könige von ihm gemalt. In der Leichenackerskirche zum heil. Michael in Altenötting sind zwei Altarblätter: ein sogenanntes Vesperbild und die heil. Anna, und zu Tegernsee das Choraltarblatt: Christus am Kreutze hängend, von seinem Pinsel. Sandrart gedenket auch eines Gemäldes, das in München ein Kunstliebhaber, Namens Cleer, von diesem Karl Loth besitzen soll, und einen bezechten, nackenden und schlafenden Silen, der auf einem Arm ruht, in halber Figur vorstellt, der wohl meisterhaft und natürlich an Kolorit, Erhebung und andern gebildet ist. Ambrogio Bono war sein Schüler. Sandrart am a. O. B. I. S. 323. v. Weitzenfeld. Nro. 190. 228. 277. 294. 578. 582. 822. u. 1004. Westenrieder. S. 362. v. Rittersausen. S. 226. Bildergallerie zu München. S. 54. 71. 87. u. 102. Mannlich. B. II. Nro. 286. 312. 321. 323. 667. u. 1017. v. Sandrart. S. 323. Gesch. d. zeichnenden Künste von J. D. Fiorillo. (Göttingen 1801.) Th. II. S. 166.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Loth (Karl). Bei diesem Künstler ist B. I. S. 186. noch anzuführen, daß das Altarblatt: Andreas Avellinus Michael Hartwagner[2] zu München im Jahre 1771 zu dem Vitruve Bavarois in hohem großen Folioformate sehr schön radirt, und mit der kalten Nadel bearbeitet, herausgegeben habe.


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Fußnoten

  1. Ein Maler zu Padua, studirte nach Raphaels Werken in Rom, und wurde in den Ritterstand erhoben. Er malte wenig historische Stücke, meistens aber Fabeln und Hieroglyphen, die nur er verstand. Sein Kolorit ist öfters röthlich, und die Carnation der Weiber grau, aber sehr wahr und natürlich, auch ist nicht immer seine Zeichnung richtig. Er starb 77 Jahre alt 1677, und soll auf seinem Todtenbette bekannt haben, ein Jude zu seyn. Bassaglia, Descrizone de tutte republiche pitture della Citta di Venezia. (Venezia.) Westenrieder. S. 361.
  2. S. Hartwagner (Michael).