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Joh. Ulrich Loth (GND 12914942X)


Daten
Nachname Loth
Vorname Joh. Ulrich
GND 12914942X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joh. Ulrich Loth in der BSB

Loth, (Joh. Ulrich) ein vortrefflicher Maler[1] wurde zu München in Baiern geboren, lernte zu Venedig bei Karl Saracino[2], und erwarb sich durch seine Gemälde in Oel- und Wasserfarben einen ausgebreiteten Ruhm. Er malte auch zuweilen in Miniatur, worüber er sich, wie Sandrart sagt, zuletzt in die schönen Farben so vertieft hat, daß er der Crudezza beigefallen. In seinen Gemälden verbindet er mit guter Zeichnung lebhaften Ausdruck, hat ein harmonisch schimmerndes Kolorit, süssen, reinen Farbenschmelz, und sein Ausdruck ist kräftig und wahr. Bei seinem herannahenden Alter nahm die Schönheit und Lieblichkeit seiner Manier sehr ab. Er starb zu München 1660. Unter seine beßten Werke gehören das Urtheil des Salamons in der königl. Residenz zu München und das Altarblatt die heil. drei Könige in der dortigen Pfarrkirche zu U. L. Frau. In München sind folgende Gemälde von seinem Pinsel noch zu sehen: 1) in der genannten Pfarrkirche zu U. L. Frau a) der heil. Georg; b) vier Heilige: Leonard, Onyhrius, Katharina und Agatha, dann vier Evangelisten; c) der heil. Georg und Margaretha, dann die heiligen: Martin, Wolfgang, Apolonia und Helena. 2) In der Pfarrkirche zum heil. Peter: a) das letzte Abendmal; b) Johann Evangelist und Andreas. 3) In der Spitalpfarrkirche: die Sendung des heil. Geistes. 4) In der königl. Gallerie: a) die Heiligen: Sebastian und Niklas von Tolent, ehemals ein Altarblatt in der Augustinerkirche zu München; b) Herkules, wie er das von Dejanira gesandte vergiftete Kleid vom Leibe reißt, auf Leinwand; c) Christus zu Emaus mit seinen Jüngern an der Tafel. Ganze Figuren auf Leinwand; d) die Erlösung der Altväter aus der Vorhöhle, Kniestück auf Leinwand; e) Esau geht auf die Jagd, auf Leinwand; f) Esau bringt seinem Vater Speisen; g) Isaak segnet den Jakob; h) Traum Jakobs, ganze Figuren; i) der heil. Mathäus, ein Kniestück; k) Christus mit Petrus und Andreas, halbe Figuren; l) der Apostel Paul, ein Brustbild; m) die Ehebrecherin vor Christus, ein Kniestück, und n) der unglaubige Apostel Thomas, alle auf Leinwand; o) ein Zug Hermelinpferde. Westenrieder. S. 361. v. Rittersausen. S. 140. 143. etc. v. Weitzenfeld. Nro. 100. 191. 232. 246. 247. 251. 908. 976. 980. Die Bildergallerie in München. (München 1787.) S. 6. u. 7. Mannlich. B. II. Nro. 307. 365. u. 589. Jakob Dorner des ältern. Mspt. In der ehemaligen Stiftskirche zu St. Zeno ist das Choraltarblatt: das die Muttergottes, auf einer Weltkugel stehend, vorstellt, unter der die Heiligen Augustin und Zeno sich befinden., seine Arbeit. Loth malte dieses Bild 1647. Zu Tuntenhausen ist in dortiger Filialkirche ein Altarblatt; die h. Anna von ihm 1643 verfertiget.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Loth (Joh. Ulrich). Bei diesem B. I. S. 185. angeführten Künstler ist noch nachzutragen, daß das in der Pfarrkirche zu U. L. Frau in München sich befindende Altarblatt: das Opfer der drei Könige von Zimmermann zu München in großem Oktavformate im Kupfer gestochen wurde; dann ist von seinem Altarblatte: Sebastian und Niklas von Tolentin in Imperialfolio-Format ein Kupferstich mit der Bezeichnung vorhanden: Joan. Andreas Wolf invenit; (in Beziehung auf die auf diesem Blatte zugleich vorgestellte Architektur des Altars selbst) Joan. Degler delineavit; Joan. Balthasar Wening sculpsit. Monachii 1712. B. von Kretz Mspt.


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Fußnoten

  1. Siehe Kager (Mathias).
  2. Auch Veneziano genannt, war ein Schüler des Camillo Mariani, folgte aber dem Geschmacke des Michael Angelo Merigi. Seine Färbung war etwas schwach. Er starb 40 Jahre alt 1625. Baglioni. l. c: p. 138.