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Gustav Philipp Mörl (GND 117088307)


Daten
Nachname Mörl
Vorname Gustav Philipp
GND 117088307
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Religion


BSB Gustav Philipp Mörl in der BSB

MÖRL (Gustav Philipp) Prediger und Professor zu Nürnberg; daselbst am 26. Dezember 1673 gebohren, und des Waagmeisters Konrad Mörl Sohn. Sein Eintritt in die Welt ließ kein langes Leben vermuthen; denn er erhielt wegen seiner grossen Schwächlichkeit die Nothtaufe, kam aber in der Folge zu so fester Gesundheit, daß er ein Alter von sieben und siebenzig Jahren erreichte. Er studirte von 1690 an zu Altdorf, wurde dort 1692 Magister, und zog hierauf nach Jena, wo er Vorlesungen zu halten anfieng. Er begab sich aber bald an die neu errichtete Universität zu Halle, übernahm eine Hofmeisterstelle, machte mit seinem Zögling Reisen durch Teutschland und Holland, und wurde sogleich nach seiner Zurückkunft zu Halle Adjunkt der philosophischen Fakultät, hörte bei Stahl anatomische und chirurgische Collegien, und eröffnete auch selbst philosophische und theologische Vorlesungen. Im Jahre 1698 nahm er den Ruf zum Inspektorat bei der Universität zu Altdorf an, las dort mit dem grösten Beifall bis in das fünfte Jahr, und hielt, nebst vielen Disputationen, noch alle Sontage, nach vollendetem Gottesdienste, eine theologische Stunde über die Episteln des Apostels Paulus. Man glaubte, er würde sich ganz dem Universitätsleben widmen; allein er kam im J. 1703 als Diakon an die Sebalderkirche zu Nürnberg, wurde 1724 Prediger der vordern Haupt- u. Pfarrkirche zu St. Sebald, Antistes des gesammten Nürnberg. evangel. Ministeriums, dann Stadtbibliothekär, und Professor der Theologie an dem Egidischen Gymnasium. Am Ende war er der älteste des ganzen Nürnbergischen Stadt- und Land-Ministeriums. Er war dreimal verheurathet, und lebte mit seiner ersten Gattin Christiana Dorothea, des Brandenburg. Sekretärs Grünigk Tochter, welche ihm 4 Kinder gebahr, in 22 jähriger glücklicher Ehe. Als ein gewaltiger Kanzelredner hatte er in seiner Zeit und Gegend grosse Celebrität. Prof. Schwarz in Altdorf machte die Verse auf ihn: Alter Athenagoras, pariter Chrysostomus alter, alter et Ambrosius, flectere corda potens, und auch Will nennt ihn einen wahren Chrysostomus. Er starb am 7. Mai 1750. Sein schönes Bildniß ist oft in Kupfer gestochen, und auch eine sehr wohl gerathene Medaille auf ihn gepräget worden. Seine Schriften:

Vergl. Csti Hirschii Ministerium Norimb. 1730 jubilans. Car. Csti Hirschii diptycha. Joh. Konr. Spörl’s Leichenpredigt auf G. Ph. Mörl. Nürnb. 1750. J. D. Köler’s Münzbelustigungen 1750. Will’s u. Noptisch Nürnb. Gel. Lexikon B. II. S. 628--635. u. B. VI. S. 435. Meusel’s Lexikon verst. Schriftsteller B. IX. S. 217--221. Hirsching’s hist. lit. Handbuch B. V. Abth. 2. S. 62--64. Rotermund’s Lexikon B. IV. S. 1886.

  1. 1. Diss. de distinctione essentiali cognoscenda ex attributis. 4. Jenae 1694.
  2. 2. Diss. continens theses miscellaneas. Halae 1694.
  3. 3. D. continens vindicationem regularum methodi Catesianae. ib. eod.
  4. 4. Disp. I. et II. de mente humana. ib. 1696. 1697.
  5. 5. Repetitio doctrinae orthodoxae de fundamento fidei, occasione disputationis Halensis de quaestione: an haeresis sit crimen? 1696.
  6. 6. Defensio repetitionis etc. adversus Christianum Thomasium. 1697.
  7. 7. Disquisitio de fide, occasione epistolae ad C. Thomasium scriptae. 1698. [1]
  8. 8. Diss. de modo dirigendi omnes actiones nostras ad Gloriam Dei. 4. Altd. 1701.
  9. 9. Vindiciae doctrinae Lutheranae de gratia praedestinationis (in fünf zusammen gedruckten, von ihm in Altdorf gehaltenen Disputationen). 8. Nürnb. 1702. Dagegen ließ der Holländische reformirte Geistliche De Vallone eine Antwort in 2 Duodezbändchen in französ. Sprache drucken, worauf aber Mörl nicht weiter antwortete.
  10. 10. Kurze Wiederhohlung der bey St. Veit gehaltenen Catechispredigten. 8. Nürnberg 1704.
  11. 11. Leichpredigt auf Hans Friedrich Löffelholz Senator. Fol. eb. 1704.
  12. 12. Auf Jobst Wilhelm Ebner Senator. eb. 1707.
  13. 13. Auf Gottlieb Volkamer. eb. 1709.
  14. 14. Relation von den Controversen mit E. C. Hochmann von Hohenau. 4. 1707.
  15. 15. Einweihungspredigt der neuen Orgel in der Dominikanerkirche. 4. Nürnb. 1709.
  16. 16. Einsegnungsrede bey Legung des Grundsteines zur neuen Egidienkirche. eb. 1711.
  17. 17. Trauerpredigt auf den Tod des Kaisers Joseph (welche zusammen mit den übrigen in Nürnb. auf diesen Todesfall gehaltenen Predigten gedruckt wurde). Fol. eb. 1711.
  18. 18. Leichpredigt auf Ge. Wilh. Böhmer Prediger. 4. eb. 1711.
  19. 19. Auf Karl Wilh. Welser Senator. Fol. 1711.
  20. 20. Auf Ge. Burkhard Haller Septemvir. 1711.
  21. 21. Auf Friedr. Wilh. Ebner geh. u. Kriegsrath. 1711.
  22. 22. Die Lehre von der Busse, in 122 Predigten, nach den Lehrsätzen und Texten entworfen. Nürnb. 1711.
  23. 23. Vermahnung zur Kinderzucht, u. Trost in Kinderkreuz, ehedem in 2 Predigten, nun aber in einem Discurs verfasset. 8. ebend. 1712.
  24. 24. Leichpredigt auf Chr. Andr. Harsdörfer Duumvir. Fol. eb. 1712.
  25. 25. Auf Georg Andreas Imhof Septemvir. 1713.
  26. 26. Auf Georg Burkhard Löffelholz. 1714.
  27. 27. Progr. ad orationem inauguralem anno 1715 habitam.
  28. 28. Ethica, sive Philosophia in tabulas redacta, in usum auditorii Egidiani, Nor. 1716.
  29. 29. Entwurf der Freitags Frühpredigten von der christlichen Wachsamkeit. 4. Nürnb. 1716.
  30. 30. Leichpredigt auf D. Mich. Friedr. Lochner. Fol. eb. 1720.
  31. 31. Auf Georg Karl Wölkern Prokanzler. eb. 1723.
  32. 32. Auf Wolfg. Jak. Nützel Kastellan. eb. 1725.
  33. 33. Christliche Gebete auf die vornehmsten Feste des Jahres. 12. eb. 1724.
  34. 34. Joh. Friedr. Mayer’s Erläuterung des Adventliedes. 8.
  35. 35. Joh. Mich. Dilherr’s Kirchweihgebet.
  36. 36. Leichpredigt auf Joh. Paul Paumgärtner Septemvir. Fol. Nürnb. 1726.
  37. 37. Auf Joh. Jak. Silberrad Prokanzler.
  38. 38. Auf Joh. Martin Link Konsulenten.
  39. 39. Aus Gottlieb Trost Obersten. 1727.
  40. 40. Noch 14 andere Leichpredigten, die nicht in den Buchhandel kamen, sondern nur vertheilt wurden.
  41. 41. Der Nürnb. Prediger Vermahnung und Warnung wider die Tuchtfeldischen Irrthümer. 4. 1731.
  42. 42. Unterricht u. Trost, auch Vermahnung zur Beständigkeit, welche denen, aus dem Erzbistum Salzburg emigrirten, armen Christen, als das erste Häuflein derselben in Nürnberg anlangte, mitgetheilet u. in 2 Predigten vorgetragen worden, sammt Glaubensbekenntniß u. s. w. Zusammen gesammlet von Mörl. 4. Nürnb. 1732.
  43. 43. Sammlung erbaulicher Tauflieder von verschiedenen Verfassern. eb. 1734.
  44. 44. Charfreitags u. Ostertagspredigt, nebst einem Anhang aus dem Bernhardo, ingleichen der evangelischen Harmonie von der Auferstehung Christi. 4. eb. 1736.
  45. 45. Krausisches hundertjähriges Jubelfest. eb. 1739.
  46. 46. Ordnung der Könige in Juda u. Israel. Tabelle auf einem Foliobogen.
  47. 47. Sterbschule (in Predigtentwürfen). Erster Jahrgang. Fol. Nürnb. 1743. 2ter Jahrg. eb. 1744.
  48. 48. Erklärung 24 Kirchenlieder, in 2 Theilen. eb. 8. 1749.
  49. 49. Praefatio ad Logicam Roetenbeccii contractam. (Norimb. 1709).
  50. 50. Vorrede zu Wilh. Höflers Betrachtungen von der bösen Zeit. (Nürnb. 1736).
  51. 51. In den biblischen Kapiteln, die zu den Nürnbergischen Wochen Betstunden verordnet und 1726 gedruckt wurden, hat er die neuen Summarien auf die ersten acht Wochen verfertiget.
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Fußnoten

  1. s. Walchs Rel. Streitigk. d. evang. Kirche Th. 3. S. 37.