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Gerhard Adam Neuhofer (GND 104089016)


Daten
Nachname Neuhofer
Vorname Gerhard Adam
GND 104089016
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst, Religion


BSB Gerhard Adam Neuhofer in der BSB

NEUHOFER (Gerhard Adam) Diakon bei St. Anna zu Augsburg. Diesen Artikel, den ich, wenn es Raum und Zweck des Lexikons gestatten würden, sehr umständlich liefern könnte, gebe ich lediglich aus handschriftlichen Notitzen, die theils noch von dem seligen Neuhofer selbst herrühren, theils nach dessen Tod von seinen Freunden mir mitgetheilt worden sind. Er wurde zu Augsburg den 16. Jäner 1773 gebohren, besuchte seit 1778 die Gymnasialklassen bey St. Anna, und wurde 1785 unter die Alumnen des Collegiums bei St. Anna aufgenohmen. Im Herbst 1791 verließ er das Gymnasium, und hielt bei dieser Gelegenheit eine Abschiedsrede De Fuggerorum in rempublicam Augustanam meritis, welche aber nicht gedruckt wurde. Noch in demselben Herbste begab er sich auf die Universität Altdorf, wo er bis Ende des Jahres 1795 Humaniora, Philosophie, Geschichte, und Theologie studirte, und dann in seine Vaterstadt zurückkehrte. Hier bestand er 1796 das Examen theologicum, und wurde unter die Kandidaten des Predigtamtes aufgenohmen, dann den 16. Februar 1797 zum Catecheten im Zucht- und Arbeitshause ernannt. Am 24. Jäner 1799 erhielt er die Stelle eines sogenannten Pestilentiarius, die ihm in den Jahren 1799 und 1800 in den Militärspitälern viele Arbeit, viele Erfahrungen, aber auch wegen den ansteckenden Spitalkrankheiten manchmal Lebensgefahr gab. Unterm 20. Jäner 1803 wurde er Adjunkt im Hospital, und unterm 12. März 1805 Diakon an der Barfüßerkirche, dann im folgenden Jahre 1806 den 18. Jäner als Diakon an die St. Jakobskirche versetzt. Bei der provisorischen Einrichtung der höheren Lehranstalten in Augsburg wurde Neuhofer am 16. Oktober 1807 als Gymnasial-Professor angestellt, und bei der definitiven Organisation der Studienanstalt zum Progymnasiallehrer ernannt. Da ihm aber das Lehramt, bei seiner Kränklichkeit, und bei seinen Catecheten und Predigers-Funktionen zu beschwerlich ward, erhielt er im November 1809 die erbetene Enthebung vom Progymnasium. Am 27. Julius 1813 wurde er zur Diaconusstelle bei St. Anna berufen. Schon seit einiger Zeit hatte die theilnehmende Liebe und Freundschaft seiner Anverwandten und seiner Verehrer Blicke der Sorge auf den Mann geworfen, dessen zu bleiche Gestalt einen innern geheimen Feind seines Lebens zu verrathen schien, und diese Sorge wurde noch banger, als heftige Krankheits-Anfälle seine ohnehin schwache Gesundheit bestürmten. Die erfolgte Wiedergenesung war nur scheinbar, und nur ein Lebensalter von drey und vierzig Jahren blieb ihm bestimmt. Am 12. Dezember 1816 gab er in seinem Wohnzimmer der versammelten Jugend eine christliche Unterrichtsstunde, und kaum waren die Schüler entlassen, sank er, von einem Nervenschlage getroffen, todt nieder. An seinem Grabe hielt Dekan Krauß eine Rede. Diakon Neuhofer, dessen persönliche Bekanntschaft ich im J. 1807 machte, war ein vielseitig gebildeter Mann, erfüllte seine Amtspflichten mit Einsicht, Eifer, und Beifall, war ein guter Redner, und, wo es nur immer Gelegenheit gab, ein Theilnehmender und helfender Menschenfreund. Sein glückliches Dichtertalent bildete sich immer mehr aus, und von seiner literarischen Thätigkeit wäre noch manches nützliche und schöne Produkt zu erwarten gewesen, wenn ihn nicht der Tod so frühe weggenohmen hätte. Sein von Adam gezeichnetes Bildniß wurde von A. Schön in Kupfer gestochen. Schriften:

  1. 1. De Diis salutiferis apud veteres Graceos atque Romanos. 4. Altdorfii 1793. [1]
  2. 2. De mortis idea, in Monumentis graecis Romanisque somni mytho, atque discessus e vita cum liberi tum violenti sub imaginibus, fabulisque eo spectantibus expressa. 4. ib. 1795.
  3. 3. Teutsch französischer Kalender für das Jahr 1798, nebst der Geschichte des letzten Feldzuges der Franzosen in Schwaben, und einigen Gedichten. Mit 12 Kupfern. Auch unter dem Titel: Taschenbuch für die Geschichte des letzten französischen Krieges in Schwaben. 12. Augsb. b. Rollwagen. 1798. [2]
  4. 4. Teutsch französischer Kalender für das Jahr 1799. Nebst einer Darstellung der Schicksale Schwabens im Spanischen Erbfolgekrieg. Mit Kupf. Auch unter dem Titel: Taschenbuch für die Schwäbische Geschichte. 12. ebend. 1799.
  5. 5. Teutsch französischer Kalender für das J. 1800, enthaltend die Fortsetzung der Geschichte des französ. Krieges in den Jahren 1798 u. 1799, nebst einer Erzählung, und Dichtungen, nach Jauffert. M. K. Auch unter dem Titel: Taschenbuch für Geschichte u. Unterhaltung. 12. eb. 1800. [3]
  6. 6. Taschenbuch für Geschichte und Unterhaltung auf das J. 1801. Mit Kupf. eb. 12. 1800. (enthält die Fortsetz. des franz. Krieges bis zum Frieden von Parsdorf, u. Bruchstücke aus Emiliens Tagebuch.) s. Obert. lit. Z. 1800. II. S. 1134.
  7. 7. Taschenbuch auf das J. 1802. m. K. ebend. (enthält die Fortsetz. des franz. Krieges vom Waffenstillstand zu Hohenlinden an, dann eine prosaische u. eine poetische Erzählung).
  8. 8. Taschenbuch für das J. 1803. m. K. ebend. (enthält die Fortsetz. des franz. Krieges bis zum Lünevillerfrieden).
  9. 9. Klio und Euterbe; ein Taschenbuch auf das J. 1804. Mit Kupfern. Augsb. b. Rollwagen. 12. (enthält nebst andern die Geschichte der Philippine Welser). [4]
  10. 10. Wochenblatt für das gefällige Vergnügen. Jahrgang 1804. Augsb. Das vierte Bändchen ist von Neuhofer.
  11. 11. Gedichte. Erstes Bändchen. 138 S. Zweites Bändchen 184 S. Mit dem Bildnisse des Verfassers. 8. Leipz. u. Augsb. b. Stage 1804. [5]
  12. 12. Erzählungen zur angenehmen und nützlichen Unterhaltung. Mit einem Kupfer. 8. ebend. 1805.
  13. 15. Klio u. Euterpe, Taschenbuch für das J. 1805. Mit Kupf. Augs. b. Rollwagen. 12. 1805.
  14. 14. Klio u. Euterpe, Taschenbuch auf das J. 1806. eb.
  15. 15. Klio u. Euterpe, Taschenbuch vom Jahr 1807. Mit 7 Kupfern. (enthält die Geschichte des Feldzuges von 1805, dann Baierns Königthum).
  16. 16. Klio u. Euterpe, Taschenbuch auf die Jahre 1808 u. 1809. (enthält nebst andern Ludwig den Baier).
  17. 17. Toilettengeschenk zur angenehmen Unterhaltung für das Frauenzimmer, auf das J. 1806. Augsb. 6. Rollwagen. 12. 1806.
  18. 18. Toilettengeschenk auf das J. 1808. eb.
  19. 19. Christliche Gesänge und Lieder. 8. Zürich b. Orell u. Füßli 1808.
  20. 20. Morgenbetrachtungen auf alle Tage des Jahres, für Christen aller Bekenntnisse und Stände. Zwey Bände (in 12 Heften). Augsb. b. Rolwagen. 8. 1808. 2te Aufl. 1810.
  21. 21. Abendbetrachtungen auf alle Tage des Jahres, für Christen aller Bekenntnisse und Stände. Twey Bände (in 12 Heften). eb. 1809. 2te Aufl. 1814.
  22. 22. Zur Feyer des hochbeglückten Aufenhalts J. J. M. M. unsers allergnädigsten Königs Max Joseph, u. unserer allergnädigsten Königin Caroline in Augsburg. 4. eb. 1809
  23. 23. Worte der Freundschaft an dem frühen Grabe des Hn. Dr. Johann Georg Breiting. 8. eb. 1809.
  24. 24. Betrachtungen auf besondere Zeiten und Fälle; ein Nachtrag zu den Morgen u. Abendbetrachtungen auf alle Tage des. Jahres 2 Bände (in 14 Heften). Mit des Verfassers Bildniß. 8. eb 1810.
  25. 25. Vorlesungen über teutsche Klassiker, für Gebildete, und zum Gebrauche in den höhern Lehranstalten. Herausgegeben von Johann Gottfried Sauer, und Gerhard Adam Neuhofer. Erster Kursus, für die höhere Klasse, den Text mit Anmerkungen enthaltend. 249 S. 2ter Kursus, die Excurse enthaltend. 8. Tübingen b. Cotta 1810. [6]
  26. 26. Predigten über die gewöhnlichen Evangelien und Episteln an den Sonn- und Festtagen des ganzen Jahres. 2 Bände (in 24 Heften). 8. Augsb. b. Rollwagen 1812.
  27. 27. Unterhaltungen aus der Naturgeschichte des Pflanzenreichs, vierter Theil. Herausgegeben von Pfarrer Wilhelm, und fortgesetzt von Diakon Neuhofer (vom vierten Band von Seite 409 bis sechsten Band S. 529). Augsb. b. Engelbrecht 1812--1816.
  28. 28. Gedichte in einigen Musenalmanachen.
  29. 29. Aufsätze im Morgenblatte, und in andern Zeitschriften.
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Fußnoten

  1. s. Würzb. gel. Z. 1799. S. 161.
  2. s. Obert. Lit. Z. 1798. I. S. 244. Nürnb. gel. Z. 1798. S. 77.
  3. s. Tüb. gel. Z. 1800. S. 45.
  4. s. Obert. Lit. Z. 1804. I. S. 966.
  5. s. Hall. Lit. Z. 1803. I. S. 638.
  6. s. Hall. Lit. Z. 1811. II. S. 641.