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Wolfgang Kaspar Prinz (GND 118939599)


Daten
Nachname Prinz
Vorname Wolfgang Kaspar
GND 118939599
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Wolfgang Kaspar Prinz in der BSB

Prinz, (Wolfgang Kaspar),[1] wurde den 10. Okt. 1641 zu Waldthurn (im Mainkreise, unweit Weiden), wo sein Vater Forstmeister und Kontributions-Einnehmer gewesen, geboren, und kam, weil seine Aeltern wegen angenommener evangelischer Religion diesen Ort verlassen mußten, mit demselben 1649 nach Vohenstrauß (damals im Herzogthume Sulzbach), wo er bei Wilhelm Stöckl die Orgel spielen, und die Komposition dann bei Paul Andreas von Heyd, einem gebornen Böhmen, das Klavier- und die Violine spielen lernte. In den Jahren 1655 bis 1659 besuchte er auch die Schule in der Stadt Weiden, und setzte den Unterricht im Klavier- und Orgelspielen bei dem dortigen Organisten und dritten Scholarchen Joh. Konrad Merz, dann auf der Violine und andern Instrumenten bei Joh. Georg Schober fort. Den 24. Mai 1659 begab er sich auf die hohe Schule nach Altdorf, verblieb dort bis 1661, und reiste im folgenden Jahre 1662 nach Dresden, wo er den aus Perugia gebürtigen berühmten Tonkünstler Franz Santi kennen lernte, der ihm eine feinere Ausbildung in der Musik gab, und ihn dann als Musik-Direktor und Kompositeur dem Reichsgrafen Promnitz, Obersten eines Kais. Infanterie-Regiments, empfahl, mit dem er durch Schlesien, Mähren und Oesterreich in das Feldlager bei Ungarisch Altenburg den 27. Jun. 1663 reiste. Den 7. Oktober darauf brach er mit seinem Herrn aus diesem Lager auf, und kam den 11. November zu Sorau an, woselbst sein Herr den 19. Jäner 1664 starb. Nachdem er auf solche Art brodlos geworden, erhielt er als Cantor einen Ruf nach Triebel, dem er folgte, und sich dort den 6. September genannten Jahres verheirathete. Im folgenden Jahre 1665 erhielt er um Pfingsten den Antrag die Cantors-Stelle zu Sorau zu übernehmen, und Prinz begab sich dahin, weil ihm diese Stelle mehr eintrug. Den 4. August 1682 wurde er dort zum Musik-Direktor befördert, in welcher Eigenschaft er auch daselbst den 13. Oktober 1717 gestorben ist. Seine musikalischen Werke bestehen in folgenden: a) Anweisung zur Singkunst. (Drei Auflagen 1666, 1671 und 1685.) b) Compendium Musicae signatorum et modulatoriae vocalis. (Dresden u. Leipz. 1668. 2te Aufl. 1714.) c) Des satyrischen Komponisten. I. Th. 1676. II. Th. 1677. und III. Theil 1679. (Dresden u. Leipz.) d) Musica modulatoria vocalis, oder manierliche und zierliche Singkunst. (Schweidnitz 1678. 2te Aufl. 1689.) e) Exercitationes musicae theoretico-practicae curiosae de concordantiis singulis, oder musikalische Wissenschaft von jeder Concordanz, als: dem Unisono, von der Octav, Quint, tertia majore, tertia minore, Quart u. s. w. (Dresden 1687, 1688 und 1689.) f) Historische Beschreibung der edlen Sing- und Klingkunst. (Dresden 1690.) In Manuscripte bestehen von diesem theoretisch und praktischen guten Künstler mehrere Werke; als z. B. Idea boni Compositoris; Musici defensi; Musica historica; des satyrischen Komponisten vierter Theil; Analecta musica historica curiosa; de stylo recitativo; Melopoeia, sine Musica poetica integra; de Instrumentis in tolo orbe musicis, u. s. m. Mattheson’s Ehrenpf. (Hamburg 1740.) S. 257 bis 276. Zeitungen von gelehrten Sachen. Jahrgang 1717. S. 730.


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Fußnoten

  1. In der obern Pfalz werden die Stadtmusiker gewöhnlich Thürmer genannt, weil sie auf den Thürmen der Stadt, oder eines Marktes wohnen, und ihnen dort die Aufsicht über den Ausbruch eines Feuers (Feuerwache) mit anvertraut ist, und ihr Vorsteher heißt: Prinz. Einige wollen diese Benennung von dem Namen dieses hier vorgetragenen Künstlers ableiten; andere aber behaupten, es wäre diese Benennung eine Abkürzung des Wortes Prinzipal.