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Felix d. Ä. Reiner (GND 129481157)


Daten
Nachname Reiner
Vorname Felix d. Ä.
GND 129481157
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Felix d. Ä. Reiner in der BSB

Reiner, (Felix), wurde zu Eichstadt 1732 geboren, und lernte die Anfangsgründe der Musik sowohl, als auch den Fogott blasen, bei seinem Vater, der bei der Leibgarde des Fürstbischofs Oboist gewesen. Als er auf diesem Instrumente einige Fertigkeit sich erworben hatte, kam er nach München, wo er 1750 beim Musik-Korps des churbaierischen Infanterie-Regiments (Herzog Clemens) als Fagottist angestellt wurde, und 1751 heirathete. Der Oberstinnhaber dieses Regiments, Herzog Clemens von Baiern, bemerkte die gute Anlage des Reiners, unterstützte ihn, und ließ ihn nach Italien reisen, wohin auch seine Frau mitgieng. In Turin fand er Gelegenheit mit dem berühmten Fagottisten Hieronimus Besozzi[1] bekannt zu werden, der ihm Unterricht auf dem Fagotte ertheilte, und ihn zu einen der ersten Fagottisten Deutschlands bildete. Als sich hierauf Reiner nach Rom begab, und 1760 in einem Konzerte auf dem Fagotte spielte, gewann er die Theilnahme aller, und jedermann bewunderte nicht nur seinen runden, vollen Ton, und seine Fertigkeit auf diesem Blasinstrumente, sondern auch vorzüglich seinen Ausdruck und seine zärtliche Behandlung im Vortrage. In Rom malte Professor Ignatz Oefele sein Portrait, das Reiner’s Wittwe noch besitzt. Nun gieng Reiner geraden Wegs nach München zurücke, und wurde vom Herzog Clemens auf der Stelle als Hofmusikus mit 720 Gulden jährlichen Gehalt angestellt. Hier heirathete er, nachdem seine erste Frau gestorben war, zum zweiten Male. Der Churfürst Maximilian III. war über sein vortreffliches Fagottblasen so entzückt, daß er sein und des berühmten Violinspielers Holzbogen Bildniß malen ließ, auch nahm er ihn nach des Herzogs Tode 1770 sogleich in seine Dienste, und vermehrte seinen Jahrsgehalt mit 180 Gulden. Reiner hatte sich als Fagottist großen Ruhm und eine ausgebreitete Celebrität auf seinen Reisen nach Engeland, Frankreich, Deutschland und Italien erworben, und war an allen Hofen willkommen, beliebt, und als ein vorzüglich guter Künstler geachtet. Er starb zu München 1782 mit Zurücklassung eines Sohnes und einer Tochter, die ihres Vaters würdig sind. Burney Reisen. B. II. S. 125.


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Fußnoten

  1. Er war 1712 zu Parma geboren, und kam mit seinem Bruder Alexander Besozzi, der ein berühmter Oboist gewesen, und 1700 ebenfalls zu Parma geboren wurde, um 1730 in Königl. Dienste zu Turin als Fagottist, vereheligte sich nie, und lebte mit seinem Bruder. Im Jahre 1735 war er in Paris, wo er allgemeinen Beifall auf dem Fagotte sich erwarb. Dr. Burney, der ihn noch 1770 spielen hörte, versichert: „er habe so vielen Ausdruck, so viele Zärtlichkeit, und so eine vollkommene Vereinigung unter einander, daß viele Stellen herzliche, aus ein und dem nämlichen Rohre ausgehauchte Seufzer zu seyn scheinen.“