Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Roman Reutter (GND 129485233)


Daten
Nachname Reutter
Vorname Roman
GND 129485233
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Roman Reutter in der BSB

Reutter, (Roman), wurde im Markte Kallmünz (jetzt im Regenkreise) 1755 geboren, legte im Seminar der ehemaligen Benediktiner-Abtei Prüfening den Grund zu seiner scientivischen und musikalischen Bildung, und wurde dann wegen seiner schönen Sopran-Stimme in das Seminar zu Neuburg an der Donau aufgenommen, wo er nicht nur an dem dortigen Schulhause studirte, sondern auch Gelegenheit fand sein ausgezeichnetes Talent für die Tonkunst noch mehr zu vervollkommnen. Lukas Schuhbaur, der Komponist der Dorf-Deputirten, und anderer sehr beliebten Theatermusiken, war damals Baßsänger an der Hofkirche, und zeichnete sich schon als Student durch sehr wohlgerathene Kompositionen für die Kirche aus. Dieser munterte den jungen Reutter auf, auch seine Kräfte in der Tonsetzkunst zu versuchen; Reutter unternahm anfangs kleine Stücke in Musik zu setzen, und als diese gefielen, wagte er sich an größere. Um die Philosophie zu studiren, begab er sich an das Schulhaus zu Amberg, und hier schrieb er eine Litanei voll Pathos, die sich sowohl durch Reinheit des Satzes, als auch durch Gesang und Artigkeit der Gedanken auszeichnete, und mit allem Beifalle aufgenommen wurde. Man gab ihm daher das Singspiel zu komponiren, das nach damaliger Sitte bei der Preise-Vertheilung der Studirenden an jedem Gymnasium in Baiern zu Ende des Schuljahres aufgeführt wurde, und Reutter erwarb sich auch hierdurch einen ausnehmend grossen Beifall. Im Jahre 1775 trat er aus Mangel einer andern Versorgung in den Benediktiner-Orden zu Plankstetten, (damals im Fürstenthume Eichstädt, jetzt Oberdonaukreise,) wo er die Musik in einem kläglichen Zustande antraf, dieselbe aber, als er in der Folge Chorregent geworden, dergestalt emporbrachte, daß der gute Geschmack im Kloster bald einheimisch geworden. Reutter verfertigte im Kloster mehrere sehr schöne Kirchen-Musiken, und auch Sonaten für das Klavier, die aber nur in den Umgebungen des Klosters, und einigen oberpfälzischen Kirchen und Abteien bekannt wurde, indem er aus zu übertriebener Bescheidenheit mit seinen musikalischen Arbeiten sehr an sich hielt, selten, oder nie jemand etwas mittheilte, noch weniger aber durch den Stich oder Druck bekannt gemacht wissen wollte. Im J. 1781 schrieb er für das Schulhaus zu Amberg ein zweites Singspiel, betitelt: der Weinberg des Naboth, wovon Professor Refer die Poesie verfertigte, und erwarb sich durch seine schöne, dem Gegenstand ganz entsprechende, wahr empfundene und dargestellte Musik, solch’ einen ungetheilten großen Beifall, daß man noch heut zu Tage in Amberg von dieser schönen Musik spricht, und sich ihrer mit lebhaftem Vergnügen erinnert. Zu frühe für die Kunst traf diesem edlen Mann 1806 das Loos der Sterblichkeit.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 279 Seite 280 Nächster
Nächster
Eintrag