Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Johann Friedrich Riederer (GND 122478908)


Daten
Nachname Riederer
Vorname Johann Friedrich
GND 122478908
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johann Friedrich Riederer in der BSB

RIEDERER (Johann Friedrich) Handelsmann zu Nürnberg; daselbst am 20. Februar 1678 gebohren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, und würde weiter studirt haben, wenn ihn nicht der frühezeitige Tod seines Vaters, welcher Diakon an der Egidienkirche war, daran gehindert hätte. Er kam daher 1692 in die Wernberger- und Geigerische Handlung, lernte da 6 Jahre lang, und gieng im J. 1698 über Frankfurt, Cölln, Düsseldorf, nach Amsterdam, von da nach London, wo er anderthalb Jahre in Condition stand, dann nach Paris, wo er 2 Monate blieb, und hierauf nach Lion, wo er in ansehnlichen Comtoirs diente. Im J. 1703 kam er nach Wien in die Löschenkohlische Handlung, wo er sich bis 1708 befand. Er gieng nun nach Nürnberg zurück, führte eine eigene Handlung, und verheurathete sich mit Clara Regina, des Hrn. Joh. Mart. Höning Wittwe. Im Jahre 1710 wurde er Genannter des grössern Raths, und 1713 Mitglied des Pegnesischen Blumenordens. Im J. 1720 gieng er wieder nach Paris, und brachte einige Jahre in verschiedenen französischen Städten mit Handelsgeschäften zu, aber ohne grosses Glück zu machen, weswegen er doch wieder nach Nürnberg zurückkehrte. In seinen letztern Jahren gab er sich damit ab, jungen Leuten im Holländischen, Englischen, Italienischen, Französischen, und Spanischen Unterricht zu geben. Er redete alle diese Sprachen nicht nur sehr fertig, sondern machte auch in sämmtlichen fünf Sprachen Gedichte. Von seinen vielen teutschen Liedern und Gedichten erschien nur der kleinste Theil im Drucke. Er starb den 25. Junius 1734 an einem Schlagfluß. Nach Wetzel, Will, Nopisch u. a. sind seine Schriften:

  1. 1. Leichen- Hochzeit- vermischte und geistliche Gedichte. Erster Theil. Nürnb. 8. 1711.
  2. 2. Die bedenkliche und geheimnißreiche Zahl Drey, in theologicis, historicis et politicis. Nürnb. 4. 1712. 3 Auflagen. 4te verm. Aufl. Frankf. u. Leipz. 8. 1732.
  3. 3. Das poetische Scherz Cabinet. 12. 1713.
  4. 4. Trauerrede auf Hrn. Prediger Myhldorf. Fol. 1714.
  5. 5. Der wohl geplagte Kaufmann. Nürnb. Fol. 1714.
  6. 6. Das Porträt eines getreuen Schullehrers in der Person Hrn. Samuel Faber. Fol. Leipz. 1716.
  7. 7. Unter dem Nahmen Christoph. Friderici: Oel und Wein, gegossen auf die Wunden der Lebendig Todten. 8. Nürnb. 1716.
  8. 8. Die Fabeln Aesopi in teutschen Versen. Coburg. 8. 1717.
  9. 9. Türkisches Prognosticon. 4. 1717.
  10. 10. Die abentheuerliche Welt in einer Pickelheerings Kappe. VIII. Stücke. Leipz. 8. 1718--1720. Ein Auszug hiervon: Satyra von den Nürnberger Regentüchern, stehet in Waldau’s Neuen Beyträgen B. 2. S. 89--98.
  11. 11. Templum honoris der Schmidlischen Nachkommenschaft. Fol. 1718.
  12. 12. Programma cabbalisticum auf die neue Egidierkirche. 4. Nürnb. 1718.
  13. 13. Trauer Carmen Germani Sinceri auf des Königs in Schweden Carl XII. Tod: Germaniens Klage. Fol. 1719.
  14. 14. Die bedenkliche Zahl Sieben. Nürnb. 1719.
  15. 15. Catalogus über 1050 paragrammata cabbalistica trigonalia. 8. ib. 1719.
  16. 16. Leben des Königs in Schweden Carl XII. bis auf die Krönung Ulrica Eleonora. eb. 12. 1719.
  17. 17. Leben des Don Pedrille del Campo; aus dem Französ. übersetzt. 1720.
  18. 18. Die durchlauchtige Bürgerstochter in Paris; aus dem Französ. 12.
  19. 19. Das Weib, unleidlicher als die Hölle; aus dem Französischen. 12.
  20. 20. Die illustre Französinnen. 2 Theile. Aus dem Französ. 8.
  21. 21. Das Leben Don Antonio, des unglücklichen Königs in Portugal; aus d. Französ. 8.
  22. 22. Der Standesmäßige Apothecker; aus dem Französ. 8.
  23. 23. Historische Nachricht von dem berühmten Actien Handel in Frankreich. Strasburg. 8. 1722.
  24. 24. Zwo Fabeln von dem Frieden, von der Pflugschaar und dem Degen. 8. 1729.
  25. 25. Unvergreifliche Gedanken über den unverantwortlichen Selbstmord. Nürnb. 8. 1731.
  26. 26. Bittere Klage, als ein geschickter Studiosus Philosophiae sich selber erhenkt. ebend. 8. 1731.
  27. 27. Billige Verantwortung, entgegengesetzt der sogenannten billigen Klage in puncto des sich selbst erhängten Zöllners. eb. 8. 1732.
  28. 28. Geistliche Gesänge auf allerhand Angelegenheiten an der Zahl 2500. Nürnberg. 8. 1732. Es erschien nur der Anfang mit einigen Bogen.
  29. 29. Rätzel von dem Buchstaben L auf die Schuster-Händelische Hochzeit. 8. eb. 1732.
  30. 30. Mercurius in der Hölle. Erste Staffette. eb. 8. 1732.
  31. 31. Dreissig Malefitz- oder arme Sünder Lieder. 1732.
  32. 32. Frauenzimmer Liederbüchlein, in bekannten Kirchenmelodien, für ledige Personen weiblichen Geschlechtes. 8. 1732.
  33. 33. Paragrammata cabbalistica trigonalia. 8. 1732. 3 Bog.
  34. 34. Ein Wort des Trostes für die armen Salzburgischen Emigranten. 8. 1732.
  35. 35. Der Handelsjunge, eine Satyre. 8. 1732.
  36. 36. Die illustre Negocianten, oder hier und da gewesene Kaufleute, dero Leben so viel davon hat in Erfahrung gebracht werden können, nach den meisten Particularitäten beschrieben wird; mühsam gesammlet von einem Mitglied des Pegnesischen Blumenordens. 8 Frankf. u. Leipz. 1735.
  37. 37. Merkwürdiges Leben einiger hier und da gewesenen Kaufleute, oder illustren Negotianten zweyter Theil. (Nach des Verfassers Tod aus dessen Handschriften herausgegeben.) 8. Frankf. und Leipz. b. Albrecht. 1739.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 171 Seite 172 Seite 173 Nächster
Nächster
Eintrag