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Christoph Rheinek (GND 123496276)


Daten
Nachname Rheinek
Vorname Christoph
GND 123496276
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Christoph Rheinek in der BSB

RHEINEK (Christoph) Gastwirth zum weissen Ochsen In Memmingen; daselbst am 15. März 1748 gebohren. Sein Vater ein Kupferschmid, und großer Liebhaber der Tonkunst, ertheilte ihm den ersten Unterricht im Gesange. Er wurde auch in die lateinische Stadtschule geschickt; aber mit dem Studieren gieng es bey ihm nicht vorwärts, wohl aber erlernte er mit Lust und Fertigkeit die franzosische Sprache, das Rechnen, und die Musik. Nachdem er zu reifern Jahren gekommen war, widmete er sich der Handlung, kam 1768 als Handlungsdiener in das Scherersche Haus zu St. Gallen, und ward nach anderthalb Jahren in das Comtoir dieses Hauses nach Lion versetzt. Hier bildete sich nun sein musikalisches Talent gänzlich aus, und er schrieb eine Operette: Le nouveau Pigmalion, welche selbst in Paris vielen Beyfall fand. Vom französischen Finanzminister Türgott erhielt er die officielle Zusicherung eines guten Platzes in Paris, so bald er nur dahin kommen würde. Schon war Rheinek hierzu bereitet, als ihn ein Brief eiligst nach Hause reisen machte, denn sein Vater lag gefährlich krank. Während nun der Sohn durch den Tod seiner Vaters in Memmingen einige Zeit ausgehalten war, fiel Türgott in Ungnade, und konnte ihm daher, wie er nach Paris kam, nicht mehr die versprochene Anstellung verschaffen. Er kaufte sich 1776 den Gasthof zum weissen Ochsen in Memmingen, und als er heurathete, komponirte er sich eine Kantate, die bey der Aufführung am Hochzeittage von Daniel Schubart dirigirt ward. Er besaß große Belesenheit, war ein jovialischer, sehr artiger und gebildeter Mann, im Gesang und Clavierspiel ein großer Meister, und auch in der Malerkunst erfahren. Er machte durch seine Individualität seinen Gasthof so berühmt, daß Viele blos nach Memmingen reiseten, um ihn kennen zu lernen. Er ist 49 Jahre alt am 29. Julius 1797 gestorben. Die Anführun seiner Musikkompositionen gehört nicht hieher. Von ihm als Schriftsteller erschienen:

Vergl. Musikalische Realzeitung 1790. S. 202. Oberteutsche allg. Lit. Z. 1790. I. S. 239. Meusel’s Lexikon verst. Schriftsteller B. XI. S. 247. Lipowsky’s Baierisches Musiklexikon S. 281. Schellhorn’s Lebensbeschreibungen, einiger des Andenkens würdiger Männer von Memmingen. 8. Memming. 1811. S. 99--116. Ladvocats Handwörterbuch fortges. von Baur B. IX. S. 825.

  1. 1. Lieder, mit Claviermelodien. Erste Sammlung. Fol. Nürnberg. 1777.
  2. 2. Sechs Liedersammlungen, mit Claviermelodien. Fol. Memmingen. 1780--1790.
  3. 3. Mehrere Lieder; in der Speyerschen Blumenlese.
  4. 4. Viele einzelne Lieder
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