Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Georg Philipp Rugendas (GND 119334690)


Daten
Nachname Rugendas
Vorname Georg Philipp
GND 119334690
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Georg Philipp Rugendas in der BSB

Rugendas (Georg Philipp), geb. 1666 zu Augsburg, erlernte die Malerkunst bei Isaias Fisches[1], der zu seiner Zeit in historischen Gemälden berühmt war. Mehr für kriegerische Gemälde eingenommen, studirte er auf seinen Reisen nach Wien, Venedig und Rom die Werke des Bourguignon[2], Lembke[3] und Tempesta[4], wo er von der niederländischen Gesellschaft den Beinamen Schild erhielt. Als er nach 8 Jahren 1703 in seine Vaterstadt zurückkehrte, hatte er Gelegenheit, die Belagerung dieser Stadt zu sehen, und so das nach der Natur zu malen, was er bisher aus Gemälden der Künstler nur errathen mußte. Einen großen Theil seines Vermögens verlohr er hierbei; allein die Kunst gewann, und er erwarb sich auf diese Art einen hohen Rang unter den Bataillenmalern. So entstanden auch die schönen Blätter, die er selbst radirte. Seine Zeichnung ist fest und richtig, seine Komposition feurig und mit Geist entworfen, auch gut geordnet; der Pulverdampf setzt die Lagen wohl aus einander, nur ist er in seinem Kolorite ungleich, indem einige seiner Gemälde schön und hoch von Farbe, andere aber schwach und einfärbig sind. Er starb zu Augsburg 1742. Die Kgl. Gallerie verwahrt von ihm folgende Gemälde: a) ein Scharmützel von Kavalleristen; b) eine Landschaft mit einer Reitbahn; c) eine Landschaft mit alten Gebäuden, worauf sich viele Menschen und Pferde befinden. von Mannlich B. I. S. 351. II. Nro. 468. u. 480. Weizenfeld Nro. 346. 614. u. 615. Bei dem Pferdemarkt und der Reitbahn behandelte Rugendas besonders gut Licht und Schatten. Rittershausen S. 301. Sebastian Kircher, Spiegelverleger zu München, besitzt von ihm zwei Bataillenstücke, welche die Schlacht bei Blindheim vorstellen. In der Paul von Stettenschen Gemäldesammlung zu Augsburg befindet sich das Original von der Belagerung der Stadt Augsburg, auch besitzt der dortige Bräuer Holz, zum Chorwirth beim Jakoberthor genannt, sechs Gemälde von diesem Künstler, die er statt baaren Geldes für eine Schuld von seines Enkels Sohne annahm. Diese Gemälde scheinen aber von Rugendas schon in spätern Zeiten, wo ihn feurige Einbildungskraft zu verlassen anfieng, gemalt zu seyn. Markus v. Stetten Zusätze und Anmerkungen zu seines Vaters Kunstgeschichte. Mspt. Füßli, Leben Kupetzkys und Rugendas. Unter seinen radirten Blättern sind bekannt: 6 Blätter Reiter auf ihrem Marsche; 6 Blätter Reiter in verschiedenen Bewegungen; 6 numerirte Blätter, die kriegerischen Unternehmungen der Franzosen und Baiern zu Augsburg und in dortigen Gegenden v. J. 1704 (in Folio) vorstellend etc. Unter seinen Blättern in Schwarzkunst: ein Husarenoberst zu Pferd; 4 Blätter Gefechte zwischen preußischen Husaren und Ungarn; 4 Blätter Strauß- Löwen- Tiger- und Büffel-Jagden in Folio; 4 Blätter Soldaten-Züge und Lager; 4 Blätter Scharmüzzel und Feldlager; 6 Blätter Beschäftigungen und Lustbarkeiten im Lager, u. s. w.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 53 Seite 54 Nächster
Nächster
Eintrag


Fußnoten

  1. S. Fisches (Isaias).
  2. Peter Bourguignon war ein guter Bataillenmaler zu Paris, und wurde 1672 daselbst Mitglied der Königl. Künstakademie. Er starb zu London 1698 im 68sten Jahre seines Alters. Guerin description de l’Academie royale de peinture et de sculpture. (à Paris 1715) p. 246.
  3. S. Lempke (Joh. Philipp).
  4. Tempesta (Anton), ein Maler und Kupferätzer von Florenz, und Schüler des Santo Titi und Johann Stradan. Er erwarb sich bald eine solche Geschicklichkeit, daß er in gehaltvollen Erfindungen und großen historischen Gemälden seine Lehrmeister übertraf. Schlachten und Jagden waren indessen die Gegenstände, welche er am liebsten malte. Sein Verdienst besteht im Ausdrucke und in großen, erhabenen Gedanken; seine Figuren sind meistens zierlich und voll Grazie; die Kopfe sind geistreich gehalten und richtig gezeichnet. Seine Pferde haben zwar zu vieles Fleisch, sind unrichtig gezeichnet und selten oder gar nicht nach dem Leben gemalt, indessen wußte er ihnen eine gute Stellung und edle Bewegung zu geben. Die Vertheilung des Lichtes verstand er nicht wohl zu behandeln, auch ist seine Ausführung hart. Er starb, 75 Jahre alt, i. J. 1630. Baglioni vite dei pittori etc. (Napoli 1733) p. 202. et 208. Mannlich B. I. S. 408.