Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Alois Sandbichler (GND 116780525)


Daten
Nachname Sandbichler
Vorname Alois
GND 116780525
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion, Wissenschaft


BSB Alois Sandbichler in der BSB

SANDBICHLER (Alois) Professor zu Salzburg. Einer meiner Freunde und literarischen Korrespondenten. Er wurde am 20. Februar 1751 zu Rattenberg in Tyrol gebohren, wo sein Vater Wirth war. Nachdem er am Gymnasium zu Halle in Tyrol studirt hatte, erhielt er im Augustinerkloster der Vorstadt Mülln zu Salzburg um so leichter die Aufnahme in den Orden, da er bereits als ein vortrefflicher Kopf, und als ein sittsamer Jüngling bekannt war. Am 29. Oktober 1771 legte er die Ordensgelübde ab, und studirte dann Philosophie und Theologie, wobei er sich vorzüglich und mit dem besten Erfolge auf die orientalische Sprachen verlegte. Am 8. April 1775 las er seine erste Messe, wurde dann Lektor, und unterrichtete die jungen Cleriker seines Klosters. In demselben wurde er im J. 1802 Subprior. Seit dem Jahre 1787 war er drei und zwanzig Jahre lang am Arbeits und Zuchthause zu Salzburg Selsorger. Im J. 1810 wurde er von der Königlich Baierischen Regierung an dem neu organisirten Lyceum in Salzburg als Professor der Morgenländischen Sprachen, der Bibelauslegung, und der griechischen Philologie aufgestellt. Am 5. November 1814 erhielt er von der Universität zu Würzburg die philosophische, und am 27. Februar 1815 von der Universität zu Landshut die theologische Doktorswürde. Nach der eingetretenen Regierungsveränderung erhielt Sandbichler unterm 3. November 1818 das Dekret als Kaiserl. Königl. Professor des Bibelstudiums und der orientalischen Sprachen an der Studienanstalt zu Salzburg, und stand noch diesem Lehramte bis an seinen, den 3. Februar 1820 erfolgten, Tod vor. Er hatte mehrmalen unter den vortheilhaftesten Bedingungen, in das Ausland Berufungen erhalten; aber Nichts konnte ihn bewegen, Salzburg, sein Kloster, und seinen Orden zu verlassen. Er war einer der aufgeklärtesten und gelehrtesten katholischen Theologen, und besaß ausgebreitete Kenntnisse in der Geschichte, in der Exegese, im Griechischen, und in den orientalischen Sprachen, so wie in der Philosophie, im Civil- und Kirchenrechte, und in der Literarhistorie. Er war bescheiden und Anspruchlos, in seiner einsamen Zelle ein ernster und tiefer Denker, aber in geselligen Zirkeln ein munterer Gesellschafter. Sein Bildniß stehet vor dem 90. Band der Neuen allgem. teutschen Bibliothek. Seine Schriften:

Vergl. Hübner’s Beschreib. der Residenz Stadt Salzburg 1793. B. II. S. 604. Meusel’s gel. Teutschl. B. VII. S. 25. B. X. S. 537. B. XI. S. 657. u. B. XV. S. 257. Münchner Literaturzeitung 1820. St. 19. S. 152. Salzburg. Intell. Bl. 1820. St. 13. Mastiaux Literat. Zeitung 1820. II. Intell. Bl. n. 4. S. 58--61. Felder*s u. Waitzenegger’s Gelehrten Lexikon der kath. Geistlichkeit B. II. S. 262--264. u. B. III. S. 554. Repertorium allg. d. Lit. 1785--1800.

  1. 1. Pagellae volantes de causa decisa divisarum potestatum in legibus matrimonialibus impedimentorum dirimentium, pro studio juris regii integri. 8. Francof. et Lips. (Salisb.) 1782.
  2. 2. Lasen die ersten Christen die heilige Schrift? und wie lasen sie dieselbe? Zum unmaßgeblichen Bedenken für übertriebene Feinde und Freunde des allgemeinen Bibellesens. 8. Salzburg 1787. 164 S. [1]
  3. 3. Des Horus Anmerkungen über die Propheten, Jesum, und seine Jünger, widerlegt in Briefen. 8. Augsb. b. Wolf 1785. 75 und 524 S. [2]
  4. 4. Untersuchung der philosophischen u. kritischen Untersuchungen über das alte Testament u. dessen Göttlichkeit, besonders über die Mosaische Religion. London. In Briefen an Grafen Steph. Olivier Wallis. III. Theile. Salzb. 8. 1785--1788. [3]
  5. 5. Vertheidigung der Göttlichkeit des Mosaischen Gesetzes u. des alten Bundes gegen die neuesten Einwendungen. Vormahls in Briefen an Hrn. Grafen Steph. Olivier Wallis. Mit vielen Zusätzen u. Verbesserungen. Drei Theile. Salzburg b. Duyle 1787--1788. Neue Aufl. 8. Erster Theil. 367 S. 2ter Theil 379 S. 3ter Theil. 894 S. 4ter Theil 207 S. eb. 1797. [4]
  6. 6. Ueber die Zuverlässigkeit des Grundtextes, ein Fragment von mehreren Abhandlungen über verschiedene Gegenstände der Schriftkunde. 8. Frankf. u. Leipz. (Salzburg) 1788. 269 S. [5]
  7. 7. Revision der Augsburger Kritik über gewisse Kritiker u. ähnliche Schriften. Erster Jahrgang. 8. Salzb. 1791.
  8. 8. Geist und Verfahrungsart der Augsburger Kritik, als Einleitung zur Revision ihrer Kritik und ähnlicher Schriften. 8. eb. 1791. Aus der Revision besonders abgedruckt.
  9. 9. Revision der Augsburger Kritik über Kritiker u. ähnliche Schriften. Zweyter Jahrgang. Auch unter dem Titel: Freimüthige Betrachtungen über wichtige, von Obscurranten entstellte, Religionsgegenstände, nach den Bedürfnissen unserer Zeit. 8. eb. 1792. 30 Bog. [6]
  10. 10. Abhandlung über die zweckmäßigen Mittel, den hebräischen und griechischen Grundtext dem Wortsinne nach richtig zu verstehen. 8. Salzburg b. Duyle 1791. 604. S. [7]
  11. 11. An den Clubb des Obscurations Systems, oder einige Anmerkungen über das Sendschreiben des Hrn. von Brentano, Herausgeber eines neuen Testaments. 8. Freyburg (Salzburg. 1792.
  12. 12. Erläuterungen der biblischen Geschichte, nach Joh. Jak. Heß, besonders zum Gebrauche für katholische Leser. 8. Erster Theil. 595 S. Zweiter Theil, auch unter dem Titel: Entwicklung des Reiches Gottes, nach der Offenbarung Johannis, als Erläuterung u. Bestättigung der Hessischen Gedanken vom Reiche Gottes. 518 S. Salzb. 1794. [8]
  13. 13. Introductio in historiam consiliorum divinorum, ad salutem humani generis inde ab ejus ortu in perpetuas aeternitates procurandam initorum, haustam ex sacris Indaeorum Christianorumque libris. s Salisb. 1802. 40 S. [9]
  14. 14. Eine Stimme des Rufenden in der Wüste, oder Bemerkungen zu dem philologisch kritischen u. historischen Commentar über das Neue Testament Hrn. Heinr. Eberh. Gottl. Paulus. Erstes Heft. 8. Linz b. Haslinger 1805. 2tes Heft. München b. Giel 1811. 3tes Heft. eb. 1814. 4tes Heft. eb. 1816. [10]
  15. 15. Kurze Darstellung einer Einleitung in die Bücher des alten Bundes, nach Jahn. 8. Salzburg b. Duyle 1813. 141 S. [11]
  16. 16. Darstellung der Regeln einer allgemeinen Auslegungskunst von den Büchern des neuen u. alten Bundes, nach Jahn. 8 ebend. 1813. 117 S. [12]
  17. 17. Uebersicht der Hauptgegenstände aus der allgemeinen Einleitung in die Schriften des neuen Bundes, nach dem Bedürfniß unserer Zeit. 8. eb. 1813. 112 S. [13]
  18. 18. Darstellung einer allgemeinen Einleitung in die Bücher des neuen Bundes. 8. eb. 1813.
  19. 19. Philologische Uebersicht der altgriechischen literarischen Bildung, nach Ast und Eichhorn. 8. Salzb. 1813.
  20. 20. Besondere Einleitung in die Bücher des neuen Bundes. Drey Theile. 8. eb. 1817--1818.
  21. 21. Viele Aufsätze und Rezensionen in der Oberteutschen allg. Literatur Zeitung, von 1788 bis 1810.
  22. 22. Rezensionen in Felder’s Literaturzeitung für kathol. Religionslehrer.
  23. 23. Aufsätze in Felder’s kleinem Magazin für kathol. Religionslehrer.
  24. 24. Aufsätze in der Constanzer geistlichen Monathsschrift.
  25. 25. Aufsätze in der Linzer theologischen Monaths- dann Quartalschrift.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 69 Seite 70 Seite 71 Seite 72 Nächster
Nächster
Eintrag


Fußnoten

  1. s. Nov. Bibl. eccles. Friburg. T. VII. fass. 2. S. 413. Jen. Lit. Z. 1787. IV. S. 617. Neue Lit. d. kath. T. B. 2. St 1. S. 122.
  2. s. Neue Lit. d. kath. Teutschl. I. S. 426. Allg. t. Bibl. B. 67. I. S. 46. Jen. Lit. Z. 1785. IV. S. 41. Tüb. gel. Z. 1785. S. 202.
  3. s. Auserl. Lit. d. kath. Teutschl. B. 3. S. 110.
  4. s. Obert. Lit. Z. 1787. I. S. 569 u. 1788. I. S. 925. II. S. 2022. u. 1798. II. S. 26. Auserl. Lit. d. kath. T. B. 3. S. 111.
  5. s. Obert. Lit. Z. 1788. IV. S. 2073. Jen. Lit. Z. 1789. III. S. 262. Allg. t. Bibl. B. 91. II. S. 398. Nürnb. gel. Z. 1789. S. 86.
  6. s. Neue allg. t. Bibl. B. 8. II. S. 421. Obert. Lit. Z. 1792. II. S. 1017.
  7. s. Obert. Lit. Z. 1792. I. S. 609. Jen. Lit. Z. 1793. I. S. 457.
  8. s. Obert. Lit. Z. 1795. I. S. 905.
  9. s. Obert. Lit. Z. 1801. II. S. 456. Des Verf. Antikritik; ebend. S. 555--560. Vierthalers Salzb. Lit. Z. 1801. IV. S. 349.
  10. s. Felders Lit. Z. 1810. 1. S. 88. Batz u. Brenners theol. Zeitschr. B. 7. St. 3. S. 233. u. B. 8. St. 2. S. 142.
  11. s. Hall. Lit. Z. 1815. IV. S. 452.
  12. s. Hall. Lit. Z. 1816. IV. S. 453.
  13. s. Hall. Lit. Z. 1816. IV. S. 453.