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Joseph Schaitberger (GND 118748416)


Daten
Nachname Schaitberger
Vorname Joseph
GND 118748416
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Joseph Schaitberger in der BSB

SCHAITBERGER (Joseph) ein Salzburgischer Bauer. Er wurde am 19. März 1658 in dem Dorfe Dürrenberg 2 Meilen von Salzburg gebohren. Seine Eltern, Bauers und Bergleute in den Salzburgischen Salzwerken, hießen Johann Schaitberger, und Magdalena geb. Damer, welche heimlich der Lutherischen Lehre zugethan waren, und ihren Sohn in derselben und in der Bauernarbeit unterrichteten, während derselbe bei seinem ältern Bruder, welcher Ortsschulmeister war, lesen, schreiben, und rechnen lernte. Er wurde in den Salinen Bergknappe, übernahm nach dem Tode seines Vaters das kleine Bauerngut, und verehelichte sich 1682 mit Magdalene Kemmlin aus Berchtesgaden, mit welcher er in einer vergnügten Ehe 3 Töchter erzeugte. Bei der Religionsbewegung, die sich im Jahre 1686 in dem Salzburgischen Tefferegger Thal äusserte, wurde Schaitberger, mit andern Bekennern der neuen Lehre, in Ketten vor das Hofgericht nach Salzburg geführt, und auf sein freimüthiges Bekenntniß 2 Monathe lang im härtesten Gefängniß gehalten, während welcher Zeit 2 Kaputziner vergebens seine Bekehrung versuchten. Er muste dann ein schriftliches Glaubensbekenntniß aufsetzen, worauf er zur Busse 14 Tage lang bei Wasser und Brod eingesperrt, hierauf entlassen, und mit Zurückbehaltung seiner Kinder, und Confiscirung seines Vermögens, für ewig, nebst mehreren Tausenden seiner Landsleute, aus dem Salzburgischen Lande verwiesen wurde. Er kam nach Nürnberg, von wo er sich zweymalen, um seine Kinder und Anverwandte abzuholen, in das Salzburgische heimlich mit gröster Lebensgefahr begab, und auch bei der zweiten Reise, nachdem die erste ganz vergebens war, glücklich seinen Bruder, dessen Frau und 2 Kinder herausbrachte. Von seinen eigenen Töchtern reisete in der Folge eine heimlich nach Nürnberg, um ihn wieder zum katholischen Glauben zu bekehren; dafür aber bekehrte sie ihr Vater zum lutherischen Glauben, so, daß sie ihren Mann und ihr Vermögen im Salzburgischen zurück ließ, und bei ihrem Vater in Nürnberg blieb, wo sie sich kümmerlich mit Stricken ernährte. Joseph Schaitberger verheurathete sich, nach Absterben seines Weibes, mit Cathrine Bröhenberger aus Nürnberg, welche ihm 4 Söhne gebahr, wovon sich einer ad studia begab. Nachdem er sich in Nürnberg mit Taglöhnerarbeit erhalten hatte, bekam er endlich eine Pfründe im sogenannten Carthäuserkloster der 12 Brüder, und starb am 2. Oktober 1733. Seine Schriften:

Vergl. Will’s u. Nopitsch Nürnberg Gel. Lexikon B. III. S. 481--484. u. B. VIII. S. 43. Urlsperger’s zuverläßige Nachricht von Jos. Schaitberger 8. Augs. 1732. Schelhorn’s Ergötzlichkeiten aus der Kirchenhistorie u. Literatur 1762. St. III. S. 494--510. Hillinger Beytrag zur Kirchenhistorie des Erzbischofthums Salzburg, Jena 1732. S. 113. Jöcher’s Gel. Lexikon B. IV. S. 212. Zauner’s Chronik von Salzburg, fortges. von Corbinian Gärtner 1816. Th. VIII. S. 519. Schleger’s Kirchengeschichte des 18. Jahrh. B. II. S. 195. Hirsching’s hist. lit. Handbuch, fortges. von Ernesti B. X. Abth. 2. S. 227--230.

  1. 1. Evangelischer Sendbrief. 8. Schwabach 1688. 1710. Mehrere Auflagen, und oft nachgedruckt.
  2. 2. Gottliebs tägliche Gedanken, das ist, gläubiger Christen geistliches Hand und Gebetbüchlein. 12. Nürnberg 1729. u. 1731. Mehrere Auflagen.
  3. 3. Einzelne Blätter und Bogen, die ohne Jahrzahl und Druckort erschienen, unter den Aufschriften: Christliches Religionsgespräch vom wahren und falschen Christenthum. Ein Tractätlein vom Jünglinge u. alten Mann. Geistlicher Christenspiegel. Die guldene Nährkunst der Kinder Gottes. Nützliche Todesgedanken. Evangelische Sterbeschule. Sterbetrost u. Sterbensgedanken. Die Bußschallende Gerichtsposaune. Schreiben an seine Kinder im Salzburgischen. Schreiben an seinen Bruder. Evangelische Christenpflicht. Ein Tractätlein von der Vollkommenheit. Kräftige Trostschrift vor geängstigte und angefochtene Selen. Bericht von der Religion. Die vier Religionsfragen. Fragstücke. Das Reisegespräch. Tractätlein von der Kindertaufe. Von englischen Erscheinungen. Der Bußwecker. Antwort auf einen Brief eines Nicodemiten. Ein Bericht von Gespenstern. Von der Gewißheit des Glaubens, u. von der wahren Erkenntniß Christi. -- Diese kleinen Schriften erschienen dann in seinen 24 sogenannten nützlichen Büchern.
  4. 4. Schreiben an Hrn. Senior Samuel Urlsperger in Augsburg, aus Nürnberg den 29. August 1732.
  5. 5. Schreiben an Hrn. Dr. Schellhorn, aus Nürnberg vom 3. Jäner 1733.
  6. 6. Neu vermehrter evangelischer Sendbrief, darinnen 24. nützliche Bücher enthalten; geschrieben an die Landsleute in Salzburg, und andere gute Freunde, darinnen dieselben zur christlichen Beständigkeit in der Evangelischen Glaubenslehre Augustanae Confessionis in ihrem Gewissen aufgemuntert werden, sammt einem Anhang. Nürnberg. 8. 1732. -- Dieß ist, nachdem die 24 Bücher öfters einzeln erschienen waren, die letzte Ausgabe der zusammengedruckten Schaitbergerschen Schriften, von welchen aber aufs neue 2 abgesondert unter dem Titel: Gut evangelisch Licht und Recht, den Salzburgischen Emigranten und Anderen dienlich, zu Ulm, mit einer Vorrede des Seniors u. Professors der Theologie Johann Fricken, herauskamen.
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