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Johann Adam Schmidt (GND 104138033)


Daten
Nachname Schmidt
Vorname Johann Adam
GND 104138033
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Johann Adam Schmidt in der BSB

SCHMIDT (Johann Adam) Doctor der Medizin. In Aub unweit Würzburg von wenig wohlhabenden Eltern am 12. Oktober 1759 gebohren, und, von früher Jugend an gröstentheils sich selbst überlassen, muste er jeden Schritt zur höhern Ausbildung, und jede ihrer Früchte nur durch eigene Kraft erringen. Diese half ihm, nach absolvirten Schulstudien, seit dem Jahre 1778 in dem Oesterreichischen Feldsanitätsdienst nicht nur von Stufe zu Stufe steigen, sondern auch auf jeder Stufe sich auszeichnen. Der Chef der Feldärzte Ritter von Brambilla nahm ihn im J. 1784 als Sekretär zu sich, im J. 1789 erhielt er an der Josephs Akademie in Wien die Doktorswürde, und die Stelle eines Prosectors mit dem Rang als Regimentsarzt, im J. 1796 die Lehrstelle der allgemeinen Pathologie, Therapie, und Materia medica, mit dem Charakter als Stabsfeldarzt, und noch in eben diesem Jahre den Posten eines Substituten des obersten Feldarztes, und die Direktion des Saninätswesens bei der italienischen Armee. So wichtige Dienste er in seiner Geschäftsperipherie leistete, und so folgenreich sein Einfluß als medizinischer Vorstand war; so hatten dennoch seine Dienste, ausser ihrer eigentlichen Bestimmung, noch besondere Wichtigkeit. Hierher gehören seine Arbeiten und Vorschläge zur Vereinfachung der Militärpharmacopee, als Mitglied einer im J. 1796 aufgestellten Kaiserlichen Hofkommission; seine Verwendung bei einer fernern Hofkommission im Jahre 1798; eine in den J. 1802 bis 1805 auf Befehl des Erzherzogs Karl in 4 Foliobänden bearbeitete systematische Zusammenstellung aller Verordnungen im Militär Sanitätsfache; endlich die Veranlaßung und Bearbeitung der wichtigsten Einrichtungen und organischen Verordnungen in diesem Fache. Wegen so vielen Verdiensten ward er zum Kaiserl. wirklichen Rath, und zum Referenten des Sanitäts Departements bei dem Hofkriegsrathe ernannt. Allein, als man noch für lange Zeit auf seine nützliche Wirksamkeit rechnete, endigte er unerwartet seine Laufbahn auf Erden, und starb zu Wien am 19. Februar 1809. Seine Kenntniße und Kunstfertigkeiten, die er als Augenarzt besaß, waren auch ausser Teutschland rühmlich bekannt. Mit den seltensten Talenten, mit Gelehrsamkeit, und mit feiner Bildung, vereinigte er den Besitz aller reinen menschlichen Tugenden, und die getreueste Erfüllung aller bürgerlichen Pflichten. Sein Bildniß, nach Käppeler gestochen von Laurens, befindet sich vor dem 93. Band der Neuen allg. teutschen Bibliothek. Seine Schriften:

Vergl. Meusel’s gel. Teutschl. B. VII. S. 223. B. X. S. 602. B. XI. S. 674. u. B. XV. S. 336. Fränkische Chronik 1809. n. 21. 22. 23. 51. u. 52. Neue Oberteutsche Literaturzeitung 1809. B. I. n. 28. S. 447. Repertorium allg. der Lit. 1785--1800. Ersch Handbuch der teutschen Lit. Abtheil. V.

  1. 1. Antigourlard in Wahrnehmungen über Mißbrauch und Unsicherheit des Bleyextraktes, von Oesterreichischen Feldwundärzten aufgestellt, und herausgegeben von J. A. S. Erster Theil. 8. Wien b. Hörling 1785. 19 Bog. [1]
  2. 2. D. Johann Alexander von Brambilla. Ueber die Entzündungsgeschwulst, und ihre Ausgänge. Neue Ausgabe. Aus dem Italienischen übersetzt von J. A. Schmidt. Erster Theil 8. ebend. 1786. 396 S. (Der 2te Theil 1786. 484 S. wurde von Wilhelm Schmitt übersetzt). [2]
  3. 3. Callisen’s Zusätze zu seinen Grundsätzen der heutigen Chirurgie. Zum akad. Gebrauch. Dritter Theil. Aus dem Latein. übersetzt (von J. A. Schmidt). eb. 8. 1792. 382 S. [3]
  4. 4. J. A. Schmidt’s und J. Hunczowsky Bibliothek der neuesten medicinisch chirurgischen Literatur. Zweyter Band. (Der erste Band war nicht von denselben). 8. Wien b. Gräffer 1791. 820 S. Des dritten Bandes erstes Stück 1791. 2tes Stück. 1792. 788 S. [4]
  5. 5. Bemerkungen über die Krankenbetten, und Beschreibung eines von dem K. K. Oberchirurgus Braun neu erfundenen einfachen, und in den meisten Rücksichten zweckmäßigen Krankenbettes. Auszug aus dem 1. Stück des 3ten Bandes der Bibl. der neuen med. chir. Lit. 8. Wien 1791.
  6. 6. Commentarius de nervis lumbalibus eorumque plexu anatomicopathologicus. Adj. est duorum, qui in plexu brachiali maj. contin. nuperque invenieb. plexuum min. descr. et ambrutatio. Mit 4 Kupfern. Wien b. Wappler 1794. 118 S. [5]
  7. 7. Des Apothekers Paul Sangiorgio, vormals Professors der pharmaceutischen Chemie, jetzt pharmaceutischen Assessors des K. medicin. Direktoriums zu Pavia, Chemische u. pharmaceutische, zum Theil die medizinische Polizey betreffende Abhandlungen. Nebst einem Naturhistorischen Aufsatze. Aus dem Italienischen übersetzt, u. mit Anmerkungen begleitet. Mit 2 Kupfern. Leipzig b. Schwickert. 8. 1797. 264 S. [6]
  8. 8. Rede zum Andenken des K. K. Raths u. Professors. Dr. J. N. Hunczowsky. 4. Wien 1798.
  9. 9. Ueber Nachstaar und Iritis nach den Staaroperationen. 4. Wien b. Camesina 1801.
  10. 10. K. Himly und J. A. Schmidt’s Ophtalmologische Bibliothek. III Bände. Jena u. Bremen b. Frommann. 8. 1803--1807.
  11. 11. Beyträge zu den Resultaten der Versuche mit der Salpetersäure bei primitiven und secundären syphilitischen Krankheitsformen. 8. Wien 1802.
  12. 12. Prolegomena zur Syphilidoklinik; eine nöthige Beylage zu dessen grösserem Werke. 8. Wien b. Geistinger 1803.
  13. 13. Ueber die Krankheiten des Thränen Organs. Mit Kupfern. ebend. 8. 1803.
  14. 14. Lehrbuch von der Methode, Arzneiformeln zu verfassen, zum Gebrauche seiner Vorlesungen, nach Gaub. 8. Wien b. Schmid 1808.
  15. 15. Praktische Bemerkungen über die Erschütterungen der Brust u. Baucheingeweide, in Eyerel medicin. Chronik 1793. B. II. Heft 3.
  16. 16. Apologie der K. K. medicinisch chirurgischen Josephsakademie zu Wien; ebend. 1794. B. III. H. 2. u. 3.
  17. 17. Einige Worte zur Aufdeckung einer mehrmals öffentlich wiederholten medizinischen Polizey Unwahrheit; in der Medicinisch Chirurgischen Zeitung 1799. n. 15. S. 269--272.
  18. 18. Vorläufige Zurückweisung einer ihm öffentlich zugeschriebenen unrichtigen Lehrmeinung von der Entstehung des Nachstaars; ebend. n. 48. S. 414--416.
  19. 19. Ueber die Wortbegriffe Kuriren und Heilen; in Röschlaub’s Magazin zur Vervollkommnung der Heilkunde 1800. B. 4. St. 2.
  20. 20. Beyträge zu den Resultaten der Versuche mit der Salpetersäure bei primitiven u. secundären syphilitischen Krankheitsformen; in den Beobachtungen der medizin. chirurg. Josephsakademie zu Wien 1801. B. I. n. 13.
  21. 21. Ueber die Begriffe von den Worten Kuriren und Heilen; in dem Gesundheits Taschenbuch auf das J. 1801. Wien 1801.
  22. 22. Direkte Kuren durch Triplicität, oder die hellsehende Blondine; ebend. 1802.
  23. 23. Prüfung der von Hn. D. Beer bekannt gemachten Methode, den grauen Staar samt der Kapsel auszuziehen; in Loder’s Journal für die Chirurgie 1801. B. III. St. 3.
  24. 24. Ueber Hn. D. Beer’s Antwort zur Vertheidigung seiner Handgriffe, die Staarlinse samt der Kapsel auszuziehen; ebend. 1802. B. IV. St. 1.
  25. 25. Ueber die speculative Tendenz der Erfahrnen; in Schelling’s Jahrbüchern der Medizin als Wissenschaft. 1805. B. I. H. 1. n. 3.
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Fußnoten

  1. s. Allg. t. Bibl. B. 68. II. S. 437. Jen. Lit. Z. 1786. V. S. 25. Leipz. gel. Z. 1786. I. S. 465.
  2. s. Jen. Lit. Z. 1786. III. S. 547. Gött. gel. Z. 1788. I. S. 107.
  3. s. Hartenkeils Z. 1792. II. S. 239.
  4. s. Baldingers Journal B. 7. St. 27. Hartenkeils Z. 1791. II. S. 248.
  5. s. Hartenkeils Z. 1794. III. S. 367. Erlang. gel. Z. 1794. S. 483. Neue allg. t. Bibl. B. 14. II. S. 316.
  6. s. Jen. Lit. Z. 1798. II. S. 713. Neue allg. t. Bibl. B. 35. I. S. 105.