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Joseph Anton Schneller (GND 118897985)


Daten
Nachname Schneller
Vorname Joseph Anton
GND 118897985
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion, Wissenschaft


BSB Joseph Anton Schneller in der BSB

SCHNELLER (Joseph Anton) Professor zu Dillingen. Er wurde im Lechtal in Tyrol den 12. Julius 1738 gebohren. Seine Studien vollendete er zu Insbruck im J. 1762, und wurde 1763 Priester. Nachdem er einige Jahre in Tyrol und in Baiern der Ausübung der Selsorge gewidmet hatte, wurde er 1771 in dem Bischöflich Augsburgischen Priesterseminar zu Pfaffenhausen Repetitor für die Kandidaten des geistlichen Standes. Im J. 1773 erhielt er den Ruf an die damahlige Universität zu Dillingen als Professor der heiligen Schrift und der hebräischen Sprache, und das Doktorat der Theologie und des kanonischen Rechts. Er bekam, neben seiner Professorsstelle, 1774 die Pfarrei zu Wittislingen, und den Titel und Charakter eines Fürstbischöflich Augsburgischen geheimen Rathes. Im J. 1779 wurde er zum Prokanzler der Universität Dillingen ernannt. Auch hatte er das Direktorium über die teutschen Schulen sowohl der Stadt Dillingen, als des ganzen damahligen Augsburgischen Hochstiftes zu führen, im Kampfe mit vielen Hindernissen und Widersprüchen, errichtete die Normalschulen, und leitete sie viele Jahre mit dem besten Erfolge. Die von ihm verfaßten teutschen Schulbücher ließ er größtentheils auf eigene Kosten drucken, und diese Schriften gehörten damahls unter die besten, die man bis dahin in jenen, von ihm auf eine ganz zweckmäßige Art reformirten, Schulen hatte. Im J. 1794 hatte er auch das Dekanat des Dillingischen Pfarr-Landkapitels zu übernehmen, und versah die Prokanzlers und Professorsstelle bis zur, im J. 1803 erfolgten Aufhebung der Universität. Er war ein ausserordentlich fleißiger und gelehrter Mann, reich an Ideen, die er aber nicht allemal ganz zu entwickeln verstand, daher auch mehrere seiner Schriftstellerarbeiten unvollständig blieben. Er starb auf seiner Pfarrei zu Wittislingen den 5. Mai 1811. Schriften:

Vergl. Meusel’s gel. Teutschl. B. VII. S. 263. u. B. X. S. 614. Gradmann’s gel. Schwaben S. 580. Braun’s Geschichte der Bischöfe von Augsburg 1815. B. IV. S. 632. Felder’s Lit. Zeitung für kath. Relig. Lehrer 1811. II. Int. Bl. n. 11. S. 2.

  1. 1. Einleitung zu der christlichen Catechese. 8. Dillingen beim Verfasser 1774.
  2. 2. Katholische Unterweisung in der christlichen Lehre, in 2 Theilen. eb. 1774.
  3. 3. Auszug aus den grössern Unterricht und Christenlehrbüchern, für vier Klassen der Lernenden eingerichtet. 8. eb. 1775
  4. 4. Catechetisches Gebet und Gesangbuch. eb. 1779.
  5. 5. Rechnungsbüchlein, zum Gebrauch der Normalschulen. 8. Erschien, so wie die folgenden teutschen Schulbücher, ohne Jahrzahl, zu Dillingen im Selbstverlage des Verfassers.
  6. 6. Schule der Höflichkeit, und Sittlehre für die Schuljugend.
  7. 7. Naturgeschichte und Naturlehre für die Schuljugend.
  8. 8. Auserlesene geistliche Gesänge für die Schuljugend, mit musikalischen Noten.
  9. 9. Die Dillingische Schreibfeder, oder Anleitung zur teutschen, und zur lateinischen Calligraphie, in 31 Kupfertafeln.
  10. 10. Entwurf des niedern Schulwesens in Dillingen, sowohl in dem hochfürstlich Bischöflichen Gymnasium, nach aufgehobener Gesellschaft Jesu, als in den, um dieselbe Zeit neu errichteten teutschen Schulen. 8. Dillingen 1780.
  11. 11. Die Geschichte der wahren Religion, von ihrem Ursprung an bis auf unsere Zeiten, zum Behufe der Christen und Schullehrer. 8. eb.
  12. 12. Das Opfer des neuen Bundes, in einer Ehrenrede vorgestellt und beleuchtet. 8. Dilling. 1787. 50 S. [1]
  13. 13. Das ehrwürdige Priesterthum vertheidiget; eine Primizpredigt zu Ellwangen gehalten. 8. Dilling. 1787. 24 S. [2]
  14. 14. Die ihm in Meusel’s gel. Teutschland zugeschriebene: Predigten auf alle Sonntage u. die Fastenzeit, in 6 Theilen 1787, sind nicht von Joseph Anton, sondern von Joseph Schneller Domprediger in Wien.
  15. 15. Idea Theologiae positivae, seu Hermeneuticae sacrae, in commodum auditorum edita; auch unter dem Titel: Systema Theologiae. Tomus I. et II. Aug. Vindel. ap. Doll. 8. 1789. 982 S. [3]
  16. 16. Die Normalschule, wie sie ist. Erster Theil. Dilling. 8. 1787. Der 2te Theil unter dem Titel: Logik für Schullehrer und Catecheten, oder die Normalschule, wie sie seyn soll, ist ungedruckt geblieben.
  17. 17. Schild des Glaubens, oder die wahre katholische Lehre, wie sie in den achtzehen allgemeinen Kirchenversammlungen ist erläutert und bestättiget worden. 8. eb. 1791. Eigentlich nur eine Uebersetzung der Dekrete des Conciliums zu Trient.
  18. 18. Zophnat Pancach, seu flores philologici ex linq. hebr. chald. syr. graeca et omni eruditione sacra collecti. 8. Dilling. beim Verf. 1791.
  19. 19. Rede auf die Primizfeyer des Hochw. Hn. Alois Heusler, zu Buchloe gehalten. 4. Mindelheim 1791. 19 S. [4]
  20. 20. Institutiones Theologiae positivae, usibus academicis accomodatae. 8. August. Vindel. ap. Veith. et Riegger 1796.
  21. 21. Unter seinen zum Drucke bestimmten Manuscripten befanden sich: Hermenevtica sacra, in singularem disciplinam ac systematicam methodum redacta, atque triennali praelectionum curriculo accomodata, libri tres, und: Abominatio desolationis, stans in loco sancto, seu Pseudo-Philosophia antiqua et novissima.
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Fußnoten

  1. s. Obert. Lit. Z. 1788. I. S. 167.
  2. s. Tübing. gel. Z. 1787. S. 678.
  3. s. Allg. t. Bibl. B. 94. II. S. 374. Obert. Lit. Z. 1789. II. S. 1050.
  4. s. Obert. Lit. Z. 1792. I. S. 492.