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Johann Ulrich Sponsel (GND 114168229)


Daten
Nachname Sponsel
Vorname Johann Ulrich
GND 114168229
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Johann Ulrich Sponsel in der BSB

SPONSEL (Johann Ulrich) Superintendent zu Burgbernheim im Baireuthischen. Er ward am 13. Dezember 1721 zu Muggendorf gebohren, und muste, ungeachtet er von früher Jugend an eine ausserordentliche Liebe zum Studiren hatte, wider seinen Willen das Gewerbe sein Vaters, welcher Becker war, erlernen. Nachdem er bis in sein neunzehentes Jahr das Beckerhandwerk getrieben, und als Geselle die Wanderjahre gemacht hatte, gelang es ihm, der von gelehrten Sprachen noch gar Nichts wuste, im J. 1740 nach Coburg zu kommen, und es durch erhaltenen Privatunterricht, durch seine natürliche Gaben, und durch den angestrengtesten Fleis so weit bringen, daß er zu Anfang des Jahres 1741 in das Pädagogium des dortigen akademischen Gymnasiums gesetzt wurde, und schon zu Ostern 1742 in die höhere Klassen übergehen konnte. Er hatte bereits Logik, Beredsamkeit, Geschichte. Naturlehre, Mathematik, Astronomie, das Hebräische, Chaldäische, und Griechische studirt, schrieb und sprach sehr gut Latein, und konnte das griechische neue Testament beinahe von Wort zu Wort auswendig. Zu Ostern 1744 bezog er die Universität Erlangen, wo er alle philosophischen und theologischen Collegien hörte, und nicht nur die gelehrten Sprachen fortsetzte, sondern auch das Syrische, Samaritanische, Arabische, Französische, und Italienische lernte. Im November 1745 erhielt er die philosophische Doktorswürde, und 1746 nahm er eine, ihm angebotene, Hauslehrersstelle zu Baireuth an. Zu Anfang des J. 1747 erhielt er das Dekret als Adjunkt am Gymnasium zu Baireuth; allein er verbat sich diese Stelle, worauf er in demselben Jahre zum Examen der Predigtamtskandidaten gerufen wurde, welches die Folge hatte, daß er gleich hernach das Rektoratsvikariat bei dem Seminarium, und aufs neue das, schon einmal zurückgegebene, Dekret als Adjunkt am Gymnasium bekam, welchen Posten er nun doch übernahm, bis er am 2. November 1748, nachdem er vorher das Hofdiakonat in Baireuth verbeten hatte, den Ruf als Stiftsprediger und Diakon nach St. Georg erhielt. Im J. 1753 wurde er von der lateinischen Gesellschaft in Jena zum Ehrenmitglied aufgenohmen, und gelangte zur Pfarrei im Markt Lenkersheim, wo es ihm dann so wohl gefiel, daß er in der Folge weder die Ordens- und Stadtpredigersstelle zu St. Georg annahm, noch als Stadtprediger nach Baireuth gieng. Mehr entsprach seinen Wünschen der von ihm 1766 angenohmene Ruf zur Superintendentur und Pfarrei Burgbernheim, von da ihn 1773 die Vokation zur Superintendentur nach Hof nicht entfernen konnte. Er starb am 5. Jäner 1788. Schriften:

Vergl. Meyer’s biogr. Nachrichten S. 373--386. Fikenscher’s gel. Baireuth B. IX. S. 57--66. Hirsching’s Handbuch fortges. von Ernesti B. XIII. Abth. 1. S. 35--36. Meusel’s Lex. verst. Schrift. B. XIII. s. 245--248. Ladvocat’s Handwörterbuch B. VIII. S. 757. Gerber’s Lex. der Tonkünstler Th. II. S. 552.

  1. 1. Parerga theologico-exegetica. Pars I. Coburgi. 8. 1752. Pars II. 1753.
  2. 2. Ein gutes Gewissen, als der gröste Trost eines von seiner Gemeine scheidenden Lehrers. 4. Abschiedspredigt zu St. Georgen. Baireuth u. Hof 1753.
  3. 3. Die nothwendigen Eigenschaften eines Lehrers, der sein Amt mit Nutzen führen will. Antrittspredigt zu Lenkersheim. 4. Rothenb. 1753.
  4. 4. Grundriße zu Leichenpredigten. Erster Theil. 8. Hof u. Baireuth 1753. 2te Aufl. Hof 1786. 2ter Theil. Hof u. Bair. 1756. 2te Aufl. Hof 1787. 3ter. Theil. Hof u. Bair. 1758. 4ter Theil. eb. 1759.
  5. 5. Gerettete wichtige theologische Wahrheiten. 8. Windsheim 1755.
  6. 6. Sammlung etlicher heiliger Reden über verschiedene Stellen aus dem Worte Gottes. 8. Nürnb. 1759.
  7. 7. Predigten über alle hohe Fest-Apostels und feyertägliche Evangelia des ganzen Jahrs. 8. Baireuth 1759.
  8. 8. Erweiterte Grundrisse zu Predigten auf alle Sonn- Fest. u. Aposteltags-Evangelien, samt angehängten Bußpredigten. Erster Jahrgang. ebend. 8. 1761. 2ter Jahrgang. eb. 1779.
  9. 9. Philologisch exegetische Abhandlungen über verschiedene Stellen der heiligen Schrift. Erster Theil. Ansbach 1761.
  10. 10. Grundrisse zu Hochzeitpredigten über biblische Texte. Erster Theil. Baireuth. 8. 1761. 2te Aufl. eb. 1773. 2ter Theil. 1764. 2te Aufl. 1773. 3. 4. u. 5ter Theil 1768. Alle fünf Theile mit neuem Titelblatt, worauf stehet: Dritte Auflage. Baireuth 1796.
  11. 11. Kurze Leichenreden, welche bei den sogenannten Leichenvermahnungen können abgelesen werden. Vier Theile. Baireuth. 8. 1763. Neue Auflage. Ansbach 1778.
  12. 12. Exercitationes philologico-exegeticae in diversos Scripturae locos. 4. Onoldi 1764.
  13. 13. Prüfung der Michaelischen Erklärung des Briefes Pauli an die Hebräer. 8. Baireuth 1767.
  14. 14. Orgel-Historie. 8. Nürnb. b. Monath 1771.
  15. 15. Von der Göttlichkeit der Bücher der Chronica und Esra. 8. Schwabach 1775.
  16. 16. Ueber die Verwirrung der Sprachen bey dem Babylonischen Thurmbau.
  17. 17. Abhandlung von dem Selbstmorde. Nürnberg. 8. 1776.
  18. 18. Von der Sünde wider den heiligen Geist. 8. Schwabach 1777.
  19. 19. Abhandlung von der, den Kindern Israel angeschuldigten Dieberey, und ihrer Einnahme des Landes Canaan. 8. eb. 1777.
  20. 20. Von dem verfluchten Kain, und dem gefallenen Adam. 8. Frankf. u. Leipzig 1777.
  21. 21. Abhandlung über den Propheten Jesaias. Erster Theil. Nürnberg. 4. 1779. 2ter Theil. eb. 1780.
  22. 22. Gründliche Erklärung biblischer Stellen. ebend. 8. 1779.
  23. 23. Predigten über alle Sonn- Fest- u. Feyertags-Evangelien des ganzen Jahrs, in zwey Theilen. Heilbronn. 8. 1783.
  24. 24. Er übersah aufs neue und begleitete mit einer Vorrede: Johann Georg Hasenest Beschreibung des Burgbernheimer Wildbades. 1768.
  25. 25. Rezensionen in der Erlangischen gelehrten Zeitung.
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