Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Matthias Jakob Adam Steiner (GND 115446222)


Daten
Nachname Steiner
Vorname Matthias Jakob Adam
GND 115446222
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Matthias Jakob Adam Steiner in der BSB

STEINER (Matthias Jakob Adam) Pastor zu St. Ulrich in Augsburg. Er ward 1740 zu Kirchheim im Oettingischen gebohren, und kam, nachdem er einige Jahre Pfarrer in Oettingen war, im J. 1777 als Diakon nach Augsburg, wo er 1783 Pfarrer der evangelisch Lutherschen Gemeinde bei St. Ulrich wurde. Seiner gelehrten Kenntniße, seines vorzüglichen Predigertalents, und seines Charakters wegen, ward er von Protestanten und Katholiken hoch geachtet, und von seiner Pfarrgemeinde sehr geliebt. Sein mündlicher und schriftlicher Umgang gab, wie, mit mir, jeder seiner noch übrigen Verehrer und Freunde bezeugen muß, Belehrung, Vergnügen, und Erbauung, und in seinem Hause fand man, was man nicht in allen christlichen Häusern findet, eine wahrhaft christliche Familie, Aufklärung, Frömmigkeit mit Toleranz, und Gastfreundschaft mit Munterkeit und Mäßigkeit. Er besaß sehr merkwürdige Sammlungen, worunter sich seine Münz-Bibelsammlung, oder Biblia in nummis, und seine Bibelsammlung auszeichneten. Hiervon gab ich Nachrichten in meinen Reisen durch verschiedene Gegenden Teutschlandes, Augsburg 1795. B. I. S. 93--100. In Steiner’s Hause hatte ich viele vergnügte Stunden; vom Herbste 1785 an befand ich mich, beinahe ein Jahr lang, zu Augsburg in allen seinen Predigten unter seinen Zuhörern, und, vom Herbst 1786 an, bis an seine letzte Krankheit, war er mein christlicher und literarischer Korrespondent. Dieser, mir unvergeßliche Freund starb am 13. Dezember 1796. Schriften:

  1. 1. Kurzer historischer Bericht von dem Oettingischen evangel. Waisenhaus, bey dessen ersten fünfzigjährigen Erhaltung ausgefertiget. 8. Oettingen 1764.
  2. 2. Der wahre Weg, sanft u. selig zu sterben, Predigt. 8. eb. 1770.
  3. 3. Eine herzliche Ermahnung zum unverrückten Bleiben bey Jesu. 8. eb. 1770.
  4. 4. Die wahren und gegründeten Ursachen, warum Städte u. Länder unter harten und kümmerlichen Zeiten seufzen, Predigt. Augsb. 8. 1771.
  5. 5. Der fromme Diener (von D. Teller in Berlin gepredigt) christlichen Dienstbothen zum neuen Jahr mitgetheilt. 8. eb. 1773.
  6. 6. Trauerrede auf Johann Leonhard Tauber Rathskonsulenten u. Scholarchen. 4. eb. 1777.
  7. 7. Trauerrede auf Hn. Martin Stählin des innern Raths, Bürgermeister, u. Handwerksherrn. 4. eb. 1780.
  8. 8. Was ich am festlichen Tage der Wahl und Krönungsfeyer Leopold II. unsers allergnädigsten Kaisers u. Herrn, Domin. 24. post. Trinit. predigen wollte, aber zu predigen durch plötzliches Erkranken gehindert wurde; denen, die es ausdrücklich begehrten, auf diese Weise mitgetheilt. 8. Augsb. 1790. [1]
  9. 9. Epistel an Hn. M. Panzer, eine bisher ganz unbekannte u. vergessene Nürnbergische Ausgabe des alten Testamentes, u. einige andere biblische Seltenheiten betreffend. 8. eb. 1791.
  10. 10. Beschreibung einer bisher unbekannten u. sehr merkwürdigen Bibelausgabe, die Wolf Köpsl 1535 zu Strasburg in Folio gedruckt hat; in Meusel’s hist. literar. bibliograph. Magazin 1791. St. IV. S. 201--218.
  11. 11. Eine ganz neue Entdeckung, die den Freunden der ältern teutschen Literatur hoffentlich nicht unangenehm, und für die älteste Buchdruckergeschichte Bambergs nicht unbedeutend seyn wird; ebend. 1792. St. V. S. 1--38.
  12. 12. Ueber die höchst seltene, merkwürdige u. uralte lateinische Bibelausgabe, die sine loco, anno, et typogr. in gr. Folio ans Licht getreten, u. sich von allen Bibeln des ersten Druckes, hauptsächlich durch die schönen Römischen Typen unterscheidet, womit sie gedruckt ist; ebend. 1794. St. VII. S. 129--160.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 188 Seite 189 Nächster
Nächster
Eintrag


Fußnoten

  1. s. Obert. Lit. Z. 1790. II. S. 1244. Nürnb. gel. Z. 1790. S. 830.