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Philipp Jakob Tochtermann (GND 129487457)


Daten
Nachname Tochtermann
Vorname Philipp Jakob
GND 129487457
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Philipp Jakob Tochtermann in der BSB

Tochtermann, (Philipp Jakob), wurde den 3. April 1774 zu Augsburg geboren, lernte die Anfangsgründe der Musik bei seinem Vater, einem Stadtmusikus, die Singkunst und Violonzellspielen aber beim Musiklehrer Lehmann, studirte daselbst am Gymnasium zur heil. Anna, und kam dann in seinem zwölften Jahre zum Kapellmeister Friederich Hartmann Graf, bei dem er die höhere musikalische Ausbildung, und selbst Unterricht in der Tonsetzkunst erhielt. Als er hierinn gute Fortschritte gemacht hatte, und besonders wegen seiner schönen Tenorstimme, seinem gefühlvollen Vortrage, und richtigen Methode im Gesange sehr beliebt war, widmete er sich der Schauspielkunst, und betrat zum ersten Mal in seiner Vaterstadt die Bühne, indem er zur Gesellschaft des Voltolini gieng. Im J. 1796 kam er zu Rosner’s Gesellschaft in die Schweiz, wo er die Walburg Burgstaller heirathete, und von da zu der des Grafen von Fugger nach Augsburg und Nürnberg, wo er überall mit sehr vielem Beifalle sang und spielte. Eben diesen Beifall erwarb er sich auch in Ulm und andern Orten, und verschafte sich so eine ausgebreitete Celebrität. Im Jahre 1798 erhielt er einen Antrag als erster Tenorsänger in der Oper nach Mannheim, den er annahm. Bei diesem Hoftheater blieb er bis zu Ende des Jahres 1799, wo er von dort zum Hoftheater nach München als zweiter Tenorist versetzt wurde. Aber bald rückte er hier zum ersten Tenorsänger vor, und wurde dann 1801 auch zum Hofsänger, dann 1806 zum Regisseur der Oper ernannt. Tochtermann besitzt nicht nur gründliche Einsichten in der Musik, sondern wußte sich dieselben auch in der Schauspielkunst zu verschaffen. Wenn nun gleich seine Stimme das jetzt nicht mehr ist, was sie war, so entschädiget er doch durch sein gutes Spiel, und zeigt noch, daß er der Singkunst mächtig seye. Um ihn beurtheilen und seine Kunst würdigen zu können, muß man ihn einen Major Palmer, in der Oper Palmer und Amalie, einen Simeon, in der Oper, die Brüder Josephs, einen Cassius, im Trauerspiele, Julius Cäsar u. s. w. spielen sehen. Er debütirte 1807 auch in Wien.


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