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Christoph Friedrich Tresenreuter (GND 117414395)


Daten
Nachname Tresenreuter
Vorname Christoph Friedrich
GND 117414395
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Religion


BSB Christoph Friedrich Tresenreuter in der BSB

TRESENREUTER (Christoph Friedrich) Professor zu Altdorf, am 8. September 1709 zu Etzelwang im Sulzbachischen gebohren, wo sein Vater Johann Adam damahls Pastor war. Er studirte zu Nürnberg, wo Hartlieb, Held, Wagner, Spörl, Lobherr, Würfel, dann Mörl, Wetzel, Hofmann, Negelin, Doppelmayr, Apin, und Klimen seine Lehrer waren. Im Jahre 1727 begab er sich nach Altdorf, wo er bey Feuerlein Philosophie, und bey Schwarz, Köhler, und Müller Philologie und Mathematik studirte. Bey Bernhold und Zeltner hörte er Theologie. Ein mit seltenen Gaben verbundener Fleiß erwarb ihm gar bald Lob und Achtung. Er disputirte unter Dr. Feuerlein über Particulam synopseos metaphysices Aristotelis, und unter Prof. Müller über Lemata quaedam de vegetabilibus et de mari, worauf er auch seine selbst verfaßten Dissertationen über einen Partem libri Schameliani de formulis cante loquendi, und De inaequali claritate lucis diurnae in terra et planetis, vertheitigte. Nachdem er noch seine Inauguraldisputation De scientae cometicae fatis et progessu gehalten hatte, wurde er im Jahre 1730 Magister der Philosophie. Am Ende desselben Jahres begab er sich nach Leipzig, wo er den Unterricht, den Umgang und die Freundschaft der Professoren Hausen, Hebenstreit, Ezard, Beyer, Friedrich, Deyling, Weiß, und Klausing genoß, und noch 2 Jahre Mathematik und Theologie studirte. Im J. 1733 folgte er einem Rufe nach Wien als Königl. Schwedischer Gesandtschafts Prediger. Im Jahre 1737 rief man ihn von Wien in sein Vaterland zurück, und übertrug ihm zu Altdorf die Stelle eines Diakonus an der Pfarrkirche, und eines Professors der Theologie an der Universität. Im Jahre 1738 erhielt er die theologische Doktorswürde. Er hatte in seinen gründlichen und lebhaften Vorlesungen den stärksten Zugang, besonders, wenn er Kirchengeschichte, die jüdischen Alterthümer, und die geistliche Beredsamkeit lehrte. Auch als Prediger war er sehr beliebt. Er sammelte eine, besonders in die Philologie und Kirchengeschichte einschlagende, auserlesene und zahlreiche Bibliothek, und errichtete eine gelehrte philologische Gesellschaft von ausgesuchten jungen Leuten, die wochentlich bey ihm zusammen kamen. Er führte bey seiner Fakultät dreymal das Dekanat, und im J. 1740 das Universitätsrektorat. Seine Gattin war Cathrine Henriette Sophie Tochter des Banquiers Degelmann in Wien. Er wurde nur sieben und dreissig Jahre alt, und starb am 5. Jäner 1746. Seine Schriften:

Vergl. Programma funebre. Altd. fol. 1746, welches auch in Actis ecclesiast. Beyträge B. I. S. 183 stehet. Jöchers Gel. Lexikon B. IV. S. 1302. Will’s Gesch. der Univers. Altdorf S. 43. 48. 139 u. 351. Will’s u. Nopitsch Nürnberg. Gel. Lexikon. B. IV. S. 49--52. u. B. VIII. S. 332. Ladvocat’s Handwörterbuch B. IV. S. 749. Würfel’s Diptycha Eccles. d. i. Verzeichniß und Lebensbesch. der Hrn. Geistlichen in den Städtlein u. Dorfpfarren Nürnberg. Gebieths 1759. S. 73--76.

  1. 1. Diss. I. et II. de scientiae cometicae fatis et progessu. 4. Altd. 1730.
  2. 2. Progr. de temeritate Hermeneuticae sacrae noxia. 4. ibid. 1739.
  3. 3. Diss. de injusta ὰμαςτωλοποὺα. 4. ibid. eod.
  4. 4. Diss. de discrimine paschatis aegyptiaci et generationum. ibid. eod.
  5. 5. Origo mali, ex principiis rationis et revelationis demonstrata. 1740.
  6. 6. Permissio mali, ex principiis rationis et revelationis demonstrata. 4. Altd. 1741.
  7. 7. Diss. contra examen vulgarium quarumdam Theologiae divisionum. ib. eod.
  8. 8. Diss. de paschate, in deserto nunquam intermisso. ib. 1742.
  9. 9. De controversiis praecipuis post Concilium Nicaen. de paschati ortis. ib. 1744.
  10. 10. Diss. de libatione aquae in festo Tabernaculorum. ib. eod.
  11. 11. Beyträge zu Raubach’s Historia Austriae Evangelicae.
  12. 12. Unter seinen Manuscripten befand sich: Vorschlag zur bessern Einrichtung der Altdorfischen lateinischen Stadtschule.
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