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Ferdinand Freyherr von Bugniet (GND 123157838)


Daten
Nachname Freyherr von Bugniet
Vorname Ferdinand
GND 123157838
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst, Religion, Wissenschaft


BSB Ferdinand Freyherr von Bugniet in der BSB

Freyherr von BUGNIET des Kroisetes (Ferdinand), Mitglied der kurbair. Akademie der Wissenschaften, kurpfalzbaier. und kurtrierischer Kämmerer, fürstbischöfl. Freysingischer und Regensb. wirkl. geheimer Rath, Hauptpfleger der Freysingischen Grafschaft Werdenfels, und Obersthofmarschall zu Freysing. Er wurde am 14ten Dec. 1726 zu Neumarkt in der obern Pfalz geboren, und seine Eltern waren der anfangs unter dem kurbair. Maffeischen, nachhin General Morawitzkischen Infanterieregiment gestandne Hauptmann Iohann Evan. Anton Freyherr von Bugniet, und Maria Adelhaid geborne von Lützelburg. Im Iahre 1739 kam er als Edelknabe an den Hof des durchl. Iohann Theodor,Herzogs in Baiern, Fürstbischofs zu Freysing und Regensburg, nachmals auch Fürstbischofs zu Lüttich und Kardinals, nach Freysing, wo er am fürstbischöfl. Lyceum die untern Klassen, dann zu Lüttich die Philosophie studirte, und aus derselben öffentlich Theses vertheidigte. An der hohen Schule zu Löwen studirte und absolvirte er das geistliche und Civilrecht. Im Iahr 1752 wurde er an dem erwähnten Hofe des Herzogs, Kardinals und Bischofs Iohann Theodor Kämmerer und wirklicher Hof- und Kammerrath zu Freysing, und ihm zugleich das Hofbauamtskommissariat, und das sämmtliche Malefizwesen übertragen. Ausser diesen besorgte er für das Hochstift die Gränz-, Iurisdiktions-, Strassen- und Wasserbau-, Iagd-, Forst- und Policeygegenstände mit einem ausserordentlichen Eifer, mit nie ermüdendem Fleisse, und zur Zufriedenheit seines ersten, und der nachfolgenden Fürstbischöfe zu Freysing. Er musste viele Geschäftsreisen machen, und wurde in das Französische königliche Lager und Hauptquartier des Königs Ludwigs XV. zwischen Mecheln und Löwen, dann nach Brüssel, Spa, Koblenz, Neuwied u. s. w. gesendet. Im Iahr 1757 wurde er zur Vertrettung der ersten baierischen Kreisadjunktenstelle zur Kreiskontingentsmusterung nach Neumarkt und Fürth abgeschikt, und zugleich die Bisthum Regensburgische Konkurrenz zu besorgen bevollmächtigt. In den Iahren 1760--1775 wurden unter seiner Direktion die sämmtlichen Post- und Landstrassen im Freysingischen Gebiete, dann die in der Grafschaft Werdenfels von Augsburg durch dieselbe nach Tyrol, und die aus Tyrol nach Baiern führende Strasse hergestellt. In den Iahren 1768 und 1789 untersuchte er als Kommissär die sämmtlichen Waldungen der Grafschaft Werdenfels, und ward daselbst 1790 Hauptpfleger, nachdem er volle 52 Iahre in Freysingischen Diensten stand. Unter dem Fürstbischof Ludwig Ioseph wurde er im Iahr 1771 wirklicher geheimer Rath, unter Max Prokopius 1788 Hofmarschal, und unter Ioseph Konrad Mitglied der niedergesezten fürstlichen Hofkonferrenz. Im Febr. 1793 wurde er zu dem Kreistag des baierischen Kreises nach Wasserburg als Gesandter der fürstl. Hoch- und Reichsstifter Freysing, Regensburg und Berchtesgaden abgeschikt, und ihm zugleich von Passau die nämliche Vollmacht ertheilt. Bey dem vom Fürstbischof Klemens Wenzeslaus, Kurfürsten von Trier, und seinen Nachfolgern zu Freysing, vorgenommenen Kultur- und Vertheilungswesen der grossen jenseits der Isar befindlichen öden und Moosgründe, besorgte er die geometrische Aufnahme, Trocknung und Vertheilung der Gründe, und brachte diess nützliche Geschäft in den Iahren 1770--1780 zu Stande. Er wurde noch in vielen andern Geschäften, sowohl in Friedens- als in Kriegszeiten, und in den Iahren 1796 und 1800 bey Anwesenheit der französischen Truppen u. s. w. gebraucht. Unterm 13ten Mai 1800 wurde er von der kurfürstl. Akademie der Wissenschaften zu München zum Ehrenmitglied aufgenommen. In seinen geschäftsfreyen Stunden widmete er sich dem Studium der Geschichte und Diplomatik, und sammelte, ungeachtet aller-- mir aus eigner Erfahrung bekannten -- Schwierigkeiten, die sich besonders in Freysing wegen Mangel des freyen Zutritts in die Dombibliothek, der Benützung der Archive, und des literarischen Umgangs, dem literarischen Forscher entgegensetzen, ungemein brauchbare Materialien zur Freysingischen und überhaupt zur baierischen Geschichte, zur Topographie des Landes u. s. w. Es wäre zu wünschen, dass die wichtigsten seiner Manuskripte zur Vollkommenheit gebracht würden, im Drucke erschienen, und dass auch die von ihm schon 1775, in Gesellschaft mit dem würdigen Herrn geistlichen Rath Westenrieder zu München, vorgehabte Verbesserung und Fortsetzung von Meichelbeks hist. Frising. zu Stande käme.

Im Druck erschienen von ihm:

  • Beschreibung deren für weyland Sr. Durchl. Eminenz Iohann Theodor Kardinal von Baiern, Bischofes zu Freysing u. s. w. den 16ten 17ten, 18ten und 19ten Febr. 1763 zu Freysing gehaltnen Exequien, mit beygebundnen Trauerreden in der Domkirche und dem Schulhause u. s. w fol. Freysing bey Böck 1763. (Bey dieser und bey den 2 nachkommenden Schriften kommt der Name des Verfassers in den Anfangsbuchstaben der lezten Worte vor.
  • Beschreibung derer bey vorgewest unterm 10ten Aug. 1766 vollzogenen Konsekration Sr. königl. Hoheit Clementis Wenceslai, Bischofes zu Freysing und Regensb. vorgegangnen Freyerlichkeiten mit von dem nämlichen Verfasser gemachten Sammlungen deren in der Stadt Freysing vorgewesenen Beleuchtung und Inschriften, fol. Freysing. gedr. bey Böck 1766.
  • Die mehrmalen frohlokende Stadt Freysing bey der den 10ten Sept. 1769 vorgewesten bischöflichen Einweihung des hochwürd. Fürstbischofes Ludwig Ioseph R. Freyh. v. Welden u. s. w. fol. Freysing, 1769, 52 S.
  • Kurzgefasste Beschreibung der neuntägigen Heiligkeitsprechungs-Feyerlichkeit des heil. Iohannes Kantius vom 7ten bis 15ten Iänner. Fol. Freysing gedr. bey Gran 1769.
  • Kurzer Entwurf aller Feyerlichkeiten, welche bey Gelegenheit des zu Ehren eines heiligen Blutzeugen und Bischofs Maximilian als ersten hiesigen Glaubens Verkünder gehaltnen funfzehenden Iahrhunderts die 3 Ostertage hindurch ist angestellt worden, Freysing, gedr. bey Mösmer 1772, 32 S.
  • Marianischer Kempensis, oder einziges Büchlein von der Nachfolge Mariae, aus dem Lateinischen des Herrn Sebastian Sailer übersezt, 8. Freysing, gedr. bey Mösmer, und Regensb. bey Englerth. 1765, 2te Auflage Freysing bey Mösmer 1775.

Versuch einer Reihe hochfürstlich Hochstift Freysingischer Suffraganbischöfe und Generalvikarien, 8. Freysing bey Mozler 1799, 96 S. S. Obert. ALZ. 1799, II. S. 408.

Unter seinen vielen Manuskripten sind mir bekannt: kritische Verzeichnisse der Pröbste, Dechanten u. d. gl. von verschiedenen Kollegiatstiftern; Sammlung von Grabschriften zu Isen und an andern Orten, mit kritischen Anmerkungen; Beyträge zur statistisch- topographisch- und historischen Beschreibung der Grafschaften Werdenfels, Ismaning u. s. w.


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