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Joseph Friedrich Emmerich (GND 118812882)


Daten
Nachname Emmerich
Vorname Joseph Friedrich
GND 118812882
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joseph Friedrich Emmerich in der BSB

EMMERICH (Joseph Friedrich) zu Würzburg.Er war den 21. Februar 1773 zu Wetzlar gebohren, und widmete sich dem Studium der Rechte, verließ aber seine Vaterstadt, als der französische General Hoche sich dort befand, und gieng mit diesem nach Mainz, wo er Militär- und Privatsekretärsdienste verrichtete, und sich durch Geschicklichkeit und Fleiß sehr auszeichnete. Allein bald wurden ihm seine beiden Freunde, die Generale Hoche und Debelle, der erstere durch den Tod, der andere durch Abberufung von der Armee, entrissen, wodurch Emmerich seine Aussicht zu Beförderungen verlor. Er war noch kurze Zeit beym französischen Generalstabe in Mainz Employe, wurde aber entlassen. Die Bedrückung und das Elend in den Niederrheinischen Departements entflammte seinen Unwillen; er entwarf in Briefen ein ganz treues, aber schröckliches Gemälde von Allem, wovon er Augenzeuge war, und ließ diese Briefe in Archenholz Minerva einrücken. Der französische Generalkommissär Jollivet, über Emmerich’s teutsche Freymüthigkeit aufgebracht, ließ ihn verhaften, aller seiner Papiere berauben, und über den Rhein deportiren. Diese Behandlung, und bemerkte Anstalten, ihn unter Weges zu ermorden, erschütterten ihn so sehr, daß er in eine gänzliche Verstandeszerrüttung verfiel. Er wanderte in den Rheingegenden durch Waldungen und abgelegenen Ortschaften umher, und kam endlich nach Würzburg, wo man ihn in das Juliushospital aufnahm, und wo er neun und zwanzig Jahre alt, den 17. November 1802 starb. Er war nach Geist und Herzen ein ausgezeichneter junger Mann, der, bey seinen Talenten und Kenntnissen zu den besten Hoffnungen berechtigte, und wohl sein unglückliches Schicksal nicht verdient hatte. Schriften:

Vergl. Meusel’s gel. Teutschland B. XI. S. 197. u. B. XIII. S. 327. Jenaische allgem. Literat. Zeitung 1803. Intell. Bl. n. 4. S. 27. Würzburg. Lit. Zeitung 1803. n. 25 u. 26. Baur’s Handwörterbuch merkw. im I. Jahrzehend des 19. Jahrh. gest. Personen B. I. S. 354--356. Blätter literarische B. III. S. 243. Weyermann’s Handbuch merkw. im 19. Jahrh. gest. Personen 1806. I. S. 180--182.

  1. 1. Graf Lilienhain; ein psychologischer Roman. 8. Baireuth b. Lübeck 1795. [1]
  2. 2. Briefe eines Marseillers während der letzten Begebenheiten bey der Sambre u. Maaß Armee, bis an Hoche’s Tod. Herausgegeben von J. F. Emmerich. 8. Hamburg u. Altona 1799. [2]
  3. 3. Gedichte. 8. 1799. Neue Auflage. Mannheim b. Löffler 1802. [3]
  4. 4. Blick in die Zukunft bey dem Lünevillerfrieden. 8. Mainz. 1801.
  5. 5. Aufsätze in Archenholz Minerva.
  6. 6. Gedichte und Aufsätze in Posselt’s Annalen.
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Fußnoten

  1. s. Jen. Lit. Z. 1797. I. S. 373. Allg. t. Bibl. B. 28. I. S. 155.
  2. s. Erlang. Lit. Z. 1799. I. S. 496.
  3. s. Obert. Lit. Z. 1800. II. S. 229.