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Iohann Friedrich Ferdinand Ganz (GND 117672882)


Daten
Nachname Ganz
Vorname Iohann Friedrich Ferdinand
GND 117672882
( DNB )
Wirkungsgebiet Politik


BSB Iohann Friedrich Ferdinand Ganz in der BSB

GANZ (Iohann Friedrich Ferdinand), geheimer Hof- und Regierungsrath zu Anspach, und kurbrandenburgischer Legationsrath zu Regensburg, geboren zu Rothe im Hessenhanauischen am 12ten Febr. 1741. Er studirte zu Idstein, zu Tübingen und zu Frankfurt an der Oder, wo er im Iahre 1764 bey der königl. kurbrandenburgischen Gesandtschaft angestellt, und bald darauf Sekretär des königl. preussischen Gesandten am würtembergischen Hofe, Gr. v. Schulenburg wurde, mit welchem er einen grossen Theil Teutschlands durchreiste. Er wurde dann dritter Gouverneur bey der Militärschule zu Berlin, bald darauf vom Gr. v. Herzberg als expedirender Sekretär beym Departement der auswärtigen Geschäfte angestellt, und befand sich auch einige Zeit mit der kurbrandenburgischen Subdelegation zu Wezlar bey der K. G. Visitation. Im Iahre 1779 kam er als kurbrandenburgischer Legationssekretär nach Regensb.; im I. 1787 ward er daselbst wirklicher Legationsrath, und 1793 anspachischer geheimer Hof- und Regierungsrath. Ein ganz vorzügliches Verdienst erwarb sich Hr. Ganz (da er noch als Legationssekretär bey der Reichsversammlung stand) durch seinen rühmlichen im Iahre 1790 gemachten Versuch, ein Verbot des Büchernachdrucks in die kaiserliche Wahlkapitulation einzuschalten. Nachdem er ein Circulare (welchem ein Vorschlag, wie dem Büchernachdruck vorzubeugen, und die Gründe zur mündlichen Einleitung u. s. w. beygelegt waren) unterm 10ten Mai 1790 an die vorzüglichsten Buchhändler Teutschlands gesendet, und sie aufgefodert hatte, sich zur Ausführung dieser Sache zu vereinigen, wählte er sich in derselben den würdigen Hrn. Hofrath Kayser in Regensburg zum Gehülfen. Dieser schrieb, von ihm aufgefodert, seine Abhandlung gegen den Büchernachdruck, wie sie für die Staatsmänner passend zu seyn schien. Zu dem Ende musste sie derselbe auch zur Einleitung des Geschäftes an die kurfürstlichen Ministerien und die Wahlbothschafter senden, aber bald darauf von der Theilnahme an dieser Negotiation, auf höhern Wink abtretten. Hr. Legationsrath Ganz führte sie nun allein fort, foderte Hrn. Rath Bösner in Regensburg auf, die Unrechtmässigkeit des Büchernachdrucks aus rechtlichen Gründen darzuthun; dieser liess dann die Uebersicht der Gründe wegen des Strafbaren des Büchernachdrucks 1790 drucken, und Ganz gieng damit, und mit Vollmachten der angesehensten Buchhändler nach Frankfurt am Main. Es glückte ihm aber nicht, sein Vorhaben durchzusetzen, und die Büchernachdrucker treiben seitdem ungehindert ihr Handwerk fort. Er starb zu Anspach am 19ten Mai 1795, alt 54 Iahre.

Seine Schriften sind:

  • Vorschlag, wie dem Büchernachdruck im teutschen Reiche vorzubeugen seyn möchte, 8. 1790, 14 S.
  • Gründe zur mündlichen Einleitung und Vorbereitung, damit der Büchernachdruck durch eine zweckmässige Stelle der künftigen Wahlkapitulation ausgerottet werde, 8. 1790, 4 S.

Ueber den Einfluss, der dem teutschen Reich bey Stillung der brabantischen Unruhen zustehet, 4. 1787.

Komitialnebenstunden, 1783--1791.

Sammlung reichshofräthl. Gutachten bey Gelegenheit der Abfallung der neuesten Wahlkapitulation, 4. 1793.

Ermahnung an seine Neffen bey dem Tode ihrer Grossmutter 1793.

  • Schreiben eines nürnbergischen Patritiers über die Abtrettung der fränkischen Fürstenthümer, 4. 1792.
  • Beleuchtung der sogenannten Gedanken eines Franken über die den vordern 6 Reichskreisen zugemuthete provisorische Verpflegung des königl. preussischen Kriegheeres, 8. 1794.

Aufsätze in periodischen Schritten.

S. Eigne Sammlungen. Privat-Nachrichten. Meusels gel. Teutschl. 4te Ausg. Nachtr. 4. und 5. Vocke anspach. Geburts- u. Todesalmanach B. I. S. 115--117 u. 354. Nikolai Reise. B. II. S. 360. Ien. ALZ. 1790. Intelligenzbl. S. 981 u. 1283.


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