Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Johann Georg Gressel (GND 107493225)


Daten
Nachname Gressel
Vorname Johann Georg
GND 107493225
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion, Wissenschaft


BSB Johann Georg Gressel in der BSB

GRESSEL (Johann Georg) Medikus zu Diemantstein im Fürstenthum Oettingen-Wallerstein. Er war 1675 zu Döhlau im Baireuthischen gebohren, und studirte zu Wittenberg und Leipzig Philosophie und Arzneikunde mit solchem Beyfall, daß Kurfürst August II. ihn als Feldarzt mit sich nahm. Hierauf setzte er in Leipzig sein voriges Studium fort, beschäftigte sich auch mit der Theologie, und brachte es so weit, daß er über Philosophie, Philologie, Naturlehre, Chemie, Moral, und Theologie, mit Beyfall lesen und aus allen diesen Fächern öffentliche Disputirübungen halten konnte. Er trat dann als Feldarzt in die Dienste Königs Karl XII. von Schweden, den er auf seinen Feldzügen, und auch auf der Flucht nach Bender begleitete. Im Jahr 1717 kam er nach Oettingen studirte wieder Theologie, predigte öfters zu Nördlingen und an andern Orten in Schwaben, und übte zugleich die Heilkunde aus. Wegen Zwistigkeiten mit den Aerzten in Nördlingen begab er sich als ausübender Arzt nach Bopfingen, 1728 nach Diemantstein, 1731 nach Wertingen und 1752 wieder nach Diemantstein, wo er mit Ruhm und Glück Physikus war, und bey seiner ununterbrochenen Gesundheit bis 1771, noch in seinem Sieben und Neunzigsten Jahre, die Patienten besorgte, was, meines Wissens, noch kein anderer Arzt des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts gethan hat. Da er 1771 zu einem Krankenbesuch nach Höchstädt bey Dillingen reisete, starb er unterwegs zu Unterthiezheim plötzlich an einem Schlagfluß. Seine, sämmtlich ohne Beysetzung seines Nahmens, erschienene Schriften sind:

Vergl. Michel’s Oetting. Bibliothek Th. I. S. 132. Th. II. S. 137. u. Th. III. S. 104. Fikenscher’s gel. Baireuth B. III. S. 103--105. Meusel’s Lexikon verst. Schriftsteller B. IV. S. 357--359. Hörner’s Lexikon Schwäb. Schriftst. S. 69. Oettingischer Geschichts Almanach 1783. S. 141.

  1. 1. Der Lohn der Gläubigen, und Bestrafung der Abtrünnigen; eine Predigt. 8. Oettingen. 1714.
  2. 2. Die wohlbelohnten Gläubigen, und mit Recht bestrafte Abtrünnige; aus dem Französischen übersetzt. 8. ebend. 1722.
  3. 3. Lasterhafter Calumniant. 8. Leipzig (Oettingen). 1722.
  4. 4. Gedanken von der, dermalen in Schwaben und an andern benachbarten Orten grassirenden, Hornviehseuche. 8. Augsburg 1743.
  5. 5. Das Preißwürdige Trifolium aquaticum oder Wasserklee, wie dasselbige in vielen u. mancherley Zufällen recht nützlich zu gebrauchen, meistentheils aus eigenen Observationen zusammengetragen durch einen Im Guten Getreu meynenden Diener. 8. Oettingen 1745.
  6. 6. Schediasma philosophicum de solitudine eruditorum. ibid. 1747.
  7. 7. Schediasma philosophico -- ethicum de meditatione in studiis rite instituenda ib. eod.
  8. 8. Unter dem Nahmen Musophili: Schediasma philosophico -- ethicum, sinceritatem erga se ipsum proponens, eruditorum sincero judicio exhibitum. Lips. 8. 1748.
  9. 9. Schediasma philosophico -- physicum, otium litterarium defendens. 8. Oetting. 1753.
  10. 10. Er gab auch unter dem Nahmen Celander einige kleine Schriften heraus.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 65 Seite 66 Nächster
Nächster
Eintrag