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Joseph Anton Hanmüller (GND 129473308)


Daten
Nachname Hanmüller
Vorname Joseph Anton
GND 129473308
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joseph Anton Hanmüller in der BSB

Hanmüller, (Joseph Anton), der Sohn eines Weinwirthes von Deggendorf (jetzt im U. Donaukreise), wurde daselbst den 29. Sept. 1774 geb. Sein Vater bestimmte ihn für die Wissenschaften, und gab ihn daher 1785 in das Seminar der damaligen Abtei Nideraltaich, wo er nicht nur die ersten Elementarbegriffe der lateinischen und deutschen Sprache sich eigen machte, sondern auch nebenbei Unterricht in der Musik erhielt, und nebst dem Violinspiele sich auf der Trompete, der Oboe, dem Clarinette, und der Flöte eine besondere Geschicklichkeit sich erwarb. Nach einem Zeitraume von drei Jahren schickte ihn sein Vater nach Regensburg, um sich an dem dortigen Schulhause in wissenschaftlichen Gegenständen auszubilden. Dort mangelte ihm Gelegenheit sich auf den bereits erlernten Blasinstrumenten fortzuüben, und er vergaß, und verlernte alle, bis auf die Trompete, weil er diese auf dem Chor in der St. Paul -- Kirche blies. Von ungefähr kam er einst in die musikalische Akademie des Fürsten von Thurn und Taxis, und hörte da ein Konzert auf dem Waldhorne blasen. Der Ton dieses Instruments erweckte in seinem Innern eine solche Empfindung, und machte eine so lebhafte Wirkung, daß er sich auf der Stelle entschloß dieses Instrument zu lernen. Rasch folgte die That dem Entschlusse, und Hanmüller nahm hierinn Unterricht beim Fürstl. Taxischen Waldhornisten Weiß.

Um seine Studien fortzusetzen, begab er sich in das Schulhaus nach München, fand da Gelegenheit mit dem berühmten Waldhornisten am dortigen Hoforchester Martin Lang bekannt zu werden, der ihm denn auf diesem Instrumente die höhere Bildung gab und ihn vervollkommnete. Den 23. Julius 1794 wurde nun Hanmüller als Churfürstlicher Hofmusikus zu München angestellt, worauf er 1798 eine Reise machte. Das Glück wollte, daß er zu Frankfurt am Main den großen Meister auf dem Waldhorne Johann Punto kennen lernte, der ihn liebgewann, und ihn nicht nur die wahre und eigentliche Behandlung des Horns zeigte, sondern auch ihm den wahren Vortrag auf diesem Instrumente beibrachte. Von Frankfurt am Main setzten sie nun ihre Reise miteinander fort, und endlich gieng jeder an den Ort seiner Bestimmung zurücke.

Des berühmten Sängers Anton Mauerer’s Tod, und der geringe Gehalt, den Hanmüller als Waldhornist bei der Hofmusik bezog, veranlaßten ihn Sänger zu werden, und so seine häuslichen Umstände zu verbessern. Kapellmeister Franz Danzi war ihm hierinn behilflich, und gab ihm die noch nöthigen Hilfen und Politur im Gesange. Hanmüller kündete sich nun plötzlich als Sänger in einem Hofkonzerte an, und gefiel dergestalt, daß er 1803 mit verbessertem Gehalte als Hofsänger angestellt wurde, und 1805 auch beim Hoftheater als Baßsänger verwendet worden, wo er bereits in mehreren deutschen und italienischen Opern mit großem Beifalle aufgetreten ist. Seine erste Rolle, womit er die Bühne betrat, war der Herzog in der Oper Camilla. Seine Stimme ist melodisch, rein und rund, sein Vortrag ausdruckvoll und deutlich, und seine Methode schön und gut, ohne alle übertriebene, den wahren Gesang und die Empfindung stöhrende Künsteleien.

Dem Auslande ist er indessen noch immer als ein vortrefflicher Waldhornist bekannt, jedoch zeigte er sich auf seiner letzten Reise auch als einen guten Sänger. Seine Reisen giengen durch Schwaben, an den Rhein, nach Sachsen, Böhmen, Oesterreich u. s. w.


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