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Johann d. J. Holbein (GND 118552953)


Daten
Nachname Holbein
Vorname Johann d. J.
GND 118552953
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johann d. J. Holbein in der BSB

Holbein, (Johann) der Jüngere, ein Sohn und Schüler des Vorigen, geboren zu Augsburg 1498, verließ seines Vaters steifen Stil, und zeichnete sich noch mehr durch einen schönen Schmelz der Farben aus. Im Jahre 1526 reiste er mit einem Empfehlungs-Schreiben vom gelehrten Erasmus an Englands Kanzler Morus nach London, und erwarb sich durch sein Künstlertalent die Gnade König Heinrichs des VIII. In dem dortigen königl. Pallaste Whitehal sind viele Gemälde von ihm zu sehen. Rubens kopirte in seiner Jugend nach dieses Künstlers Werken. Er starb 59 Jahre alt, um das Jahr 1554 zu London[1]. Die königl. Gallerie zu München verwahrt von ihm folgende Gemälde: a) Zwei Eheleute mit ihrem kleinen Sohne, dann b) zwei Eheleute mit vier Kindern, halbe Figuren und beide Gemälde auf Leinwand. v. Weitzenfeld am a. O. S. 815. u. 837. Ferner, einen Mannskopf auf Holz; das Bildniß eines schwarz gekleideten Mannes, mit einer schwarzen Mütze auf dem Haupte, auf Holz; ein Mannskopf mit einem Bart und rothem Huthe, auf Holz; das Bildniß eines reichgekleideten Bischofs. Der ihm rückwarts zur Seite stehende Tod zeigt auf eine fast ausgelaufene Sanduhr, halbe Figur auf Holz, und ein auf einem Stuhl sitzender Mann schwarz gekleidet, mit einem Bart und einer schwarzen Mütze auf dem Kopfe, halbe Figur in Lebensgröße auf Leinwand. Holbein ahmte die Natur genau nach, sein Kolorit ist wahr, oft kräftig, seine Zeichnung und Komposition naiv, natürlich und ungezwungen, und seine Ausarbeitung fleißig und nicht zu trocken und schneidend, als es zu seiner Zeit üblich war. Er soll mit der linken Hand gearbeitet haben. Für seine Passion both 1644 der Churfürst Maximilian I.von Baiern dem Magistrate zu Basel 30.000 fl., ohne sie zu erhalten. v. Mannlich B. I. S. 213. B. II. Nro. 161. 432. 476. 602. u. 1092. In der Pfarrkirche zu Straubing ist das Altarblatt: Maria mit dem Kinde Jesus, auf Holz von ihm gemalt. Sandrart. S. 249. Füßli allgem. Künstler-Lexikon. (Zürich 1808.) Th. II. S, 558.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Holbein (Johann), Vater und Sohn, waren auch Formschneider. Nach Papillons Meinung war Holbein der Sohn der größte Künstler im Formschneiden, welche Kunst er schon im 16ten Jahre seines Alters zu üben begann. Die Blätter, die er für das Lob der Narrheit seinem Freunde Erasmus gezeichnet und gestochen hat, sind bekannt; allein die Originalien fangen an selten zu werden. Seinen berühmten Todtentanz, den er zu Basel malte, und wovon die Originalzeichnungen in dortiger Stadt-Bibliothek verwahrt werden, schnitt er in der Folge in Holz. Die ersten Abdrücke hiervon sind nur auf einer Seite abgedruckt. Vorzüglich sind auch 90 Blätter, welche historische Gegenstände aus dem alten Testamente vorstellen, berühmt. Die beste Ausgabe von diesem Werke ist v. J. 1589 zu Lion bei den Brüdern Melchior und Kaspar Trechsel herausgekommen. C. C. H. Rost, eigentlich M. Hubers Handbuch für Kunstliebh. (Zürich 1796) B. I. S. 147.


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Fußnoten

  1. Dieser Holbein und sein Vater, dann Wohlgemuth, A. Dürer, Christoph Schwarz, Andre Wolf, Johann Rotenhammer, A. Elzheimer, Wilhelm Bauer (starb 1640), Kaspar Netscher (starb 1684), Abraham Mignon (starb 1679), M. Sibill. Merian (starb 1717), Lukas Cranach s. a. werden zu den Künstlern der deutschen Schule gezählt. Krünitz Encyklopädie (Berlin 1801.) Th. LXXXII. S. 710. Siehe die Note bei Kötz (Kaspar).