Johann Holzer (GND 118706810)
Daten | |
Nachname | Holzer |
Vorname | Johann |
GND | 118706810 ( DNB ) |
Wirkungsgebiet | Kunst |
Holzer, (Johann) geboren zu Marienberg unweit Meran im Eisackkreise des Königreichs Baiern im Jahr 1708, wo sein Vater Müller war, ist ein Schüler des Joh. Georg Bergmüller, und stand ehemals bei Joseph Anton März, einem Maler zu Straubing, in Kondition, wo er für die dortige Franziskanerkirche das Altarblatt: den heil. Anton von Padua gemalt hat. Er hielt sich mehrere Jahre zu Augsburg auf, woselbst in vielen Kirchen schön gemalte Altarblätter von seinem Pinsel zu sehen sind. An einem dortigen Wirthshause zeigt man auch einen Bauerntanz, von ihm auf nassen Kalk gemalt, der durch seinen Ausdruck und die lebhaften Stellungen jedes Kenners Aug ergötzet. Kastor und Polux am Buchlerschen Hause, eine Götterversammlung am Gasthause zu den 3 Kronen, Abrahams Opfer auf dem Holzmarkte, und das schöne ecce homo am Klinkerthore zu Augsburg sind ebenfalls von ihm. Endlich erhielt er 1740 einen Ruf vom Churfürsten von Cölln, um das neuerbaute Lustschloß Clemenswerth mit seiner Kunst zu zieren, dem er folgte, und daher Augsburg verließ. In der Stadt Eichstädt malte Holzer im Gesellschaftssaale des dortigen fürstbischöflichen Lusthauses das Plafond, ein Götterfest vorstellend, dann für die dortige Jesuitenkirche das Choraltarblatt: den Sturz der Engel. In der ehemaligen Klosterkirche zu Diessen ist von ihm das Altarblatt: der heil. Michael, und im obern Aufzuge der heil. Ignaz, von seinem Pinsel. Zu Augsburg sind das Altarblatt: der heil. Joachim, in der ehemaligen Dominikanerkirche; dann in der katholischen Leichenackerskirche, das Gemälde: die vier menschlichen Lebensalter, von ihm. v. Stetten S. 319. Meusel’s Miscell. St. II. S. 236. A. Kilian, J. Haid, u. a. haben nach seinen Werken in Kupfer gestochen. Er starb 1740. Füßli allgem. Künstler-Lexikon. (Zürich 1808) II. 564. Er hat eine feste Zeichnung in seinen Gemälden, reiche Erfindung ist ihm eigen, er besizt ein angenehmes Kolorit, drückt gut die Leidenschaften aus, und versteht die Architektur. Im Helldunkel hat er eine ihm eigene Manier. Nilson hat eine Sammlung von seinen Werken radirt. Zu Schwarzach in Franken sieht man in dortiger Klosterkirche eines seiner schönsten Gemälde. Kunstzeitung v. J. 1770. S. 86 bis 96. A. Strauß Beschreibung der Stadt Eichstädt. (Eichst. 1791) S. 48. u. 90. Kl. A. Baader’s Reisen etc. B. I. S. 85. Joh. Holzers Ehrengedächtniß von Kilian in Augsburg. Meidinger S. 203.
Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II
Holzer (Johann), hat einige im großen malerischen Styl ausgeführte Blätter radirt, wovon 8 Stücke in C. C. H. Rost’s Handb. B. II. S. 97. angezeigt werden. Er starb zu Bonn. Dieß als Zusatz zu den Notizen dieses B. I. S. 126. vorkommenden Künstlers.
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