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Christian Gottlieb König (GND 116288744)


Daten
Nachname König
Vorname Christian Gottlieb
GND 116288744
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst, Religion


BSB Christian Gottlieb König in der BSB

KÖNIG (Christian Gottlieb) zu Altdorf im Nürnbergischen den 26. März 1711 gebohren. Er studirte zu Nürnberg und Altdorf, erwarb sich eine ausgebreitete Gelehrsamkeit, besonders eine seltene Kenntniß der Sprachen, und ward im J. 1731 Hofmeister von den Söhnen des Freyherrn Joh. Christian von Creutz, eines Lieblings des Landgrafen Ernst Ludwig zu Darmstadt. Dieser ernannte ihn im J. 1734 zum außerordentlichen Professor auf der Universität zu Gießen, welche Stelle er 1736 niederlegte, und dann theils zu Homburg, theils in Frankfurt privatisirte. Im Jahre 1742 ward er als zweyter Prediger der Lutherischen Gemeinde nach Elberfeld berufen, nahm aber auch dort im Mai 1747 seinen Abschied, und begab sich mit den Seinigen nach Amsterdam, wo er in den morgenländischen Sprachen Unterricht ertheilte. Man trug ihm verschiedene und einträgliche Bedienstungen an; aber er verbat sich jede Beförderung, theils weil ihm seine sonderbare Grundsätze Gewissens Scrupel über Verantwortlichkeit bey Verwaltung öffentlicher Aemter machten, theils weil ihn die Liebe zur gänzlichen Unabhängigkeit gegen die Reitze von Rang und Glück gleichgültig gemacht hatte. Er begab sich in der Folge nach Leiden, wo er in gröster Stille lebte, und zu Anfang des Jahres 1782 starb. Im Griechischen und in den orientalischen Sprachen war er ungemein bewandert, und Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Englisch schrieb und sprach er mit der größten Fertigkeit. Seine herrlichen Talente, seine vielseitigen Kenntniße, und seine immer muntere Laune verschafften ihm viele Gönner und Freunde, deren er aber Keinen suchte, und Keinen für seinen eigenen Vortheil benützte; auch zog er, ungeachtet er der beste Gesellschafter war, die Einsamkeit allen Gesellschaften vor. Seine Schriften:

Vergl. Will’s und Nopitsch Nürnb. Gel. Lexikon B. II. S. 330--334. u. B. VI. S. 236. Meusel’s Lexikon verstorbener Schriftsteller B. VII. S. 197--200. Rotermunds Lexikon B. III. S. 639.

  1. 1. Bittere Thränen über den Tod seiner Margaris (seiner ersten Gattin Anne Margarethe Eccard, einer Schwester der Baronin von Creutz). 4. 1736.
  2. 2.* Canticum novum animae salientis e mundo in Deum, oder lateinische Liebes Reime, welche als ein neues Lied eines sich aus der Welt in Gott schwingenden Herzens, schon ehedem bekannt und beliebt gewesen, nunmehro wegen ihrer besondern Lieblichkeit in teutsche Reimen übersetzt. 8. 1737.
  3. 3. Musa Ludoviciana, oder einige dem Erbprinzen zu Hessen-Homburg gewidmete, in Anderer Nahmen verfertigte Poesien u. s. w. Frankf. 1739.
  4. 4. Allgemeine Revüe oder Musterung der vornehmsten Religionspartheyen Teutschlands u. s. w. ebend. 4. 1741.
  5. 5.* Prophetisches Frauenlob in wochentlichen Blättern, worinnen die Vorbilder der heiligen Frauen und Heldinnen des alten und neuen Testaments nach dem prophetischen Verstand erklärt, und gegen die muthwilligen Verächter aller so göttlichen als menschlichen Ordnung, und sonderlich der, auch unter dem allgemeinen Verfall noch erhaltenen, wahren christlichen Kirche angewendet und angewiesen werden. 4. ebend. 1740. Neue Auflage. eb. 1749.
  6. 6.* Wahre göttliche Hierarchie, oder Grundriß des himmlischen Jerusalems dort oben, die unser aller Mutter ist; aus gründlichen, durch göttliche Gnade erlangten Einsichten, in der von dem Christenvolk bisher noch nie völlig erkannten, von dem Judenvolk aber gänzlich verlornen, Englischen Cabbala erlernet, erkläret, und allen Lernbegierigen mehr als deutlich gemachet; mit einem vorangesetzten Urtheil des sel. Johann Arnd von der wahren Magia, Cabbala und Theologia, und mit einer Vorrede gleichen Sinnes. Fol. Frankf. 1740. Hierzu gehört noch ein besonderer Bogen, enthaltend auf der einen Seite: Figürliche Vorstellung der grossen 24 Thronen der Aeltesten im Himmel, oder die 24 Reihen und Kreise um den Thron Gottes. Auf der andern Seite: Parallelismus, oder Spiegel einer allgemeinen Vergleichung zwischen den Philadelphischen wie auch Laodiceischen Erstlingen, Ueberwindern und Ueberwundenen.
  7. 7. Weissagung Mosis in den letzten Tagen. Erster und 2ter Theil, worinnen der allgemeine Grund des prophetischen Verstandes der ganzen heil. Schrift, und insonderheit der Schriften Mosis, aus der geheimen Zahlen-Wissenschaft, und in beständiger Vergleichung und Zusammenhaltung des hebräischen Grundtextes Schriftmäßig erkläret, und mit überzeugender Deutlichkeit angewiesen wird. Fol. ebend. 1741.
  8. 8.* Neu eröffnete Schaubühne der merkwürdigsten Veränderungen gegenwärtiger Zeiten, in einer Kürze beysammen vorstellend: I. Die Historie der römischen Päbste bis auf Clemens den zwölften: II. Das Leben und die Regierung Friedrich Wilhelms Königs von Preußen. III. Thaten und Handlungen Kaisers Karl des sechsten. IV. Die denkwürdige Regierung der russischen Kaiserin Anna Ivanowna, und V. andere, Zeit dieser vier betrübten und erschröcklichen Todesfälle bis hieher, in Europa sich ereignete höchst wichtige und bedenkliche Folgen derselben. 8. ebend. 1741.
  9. 9. Ode von dem Unterschied zwischen dem lautern und umlautern Stand der geistlichen Kindheit; nebst einer kurzen Abfertigung der Lästerungen Joh. Christian Edelmanns in dessen Tractat genannt: Moses mit aufgedecktem Angesichte 8. eb. 1741.
  10. 10. Poetische Musterung. 1742.
  11. 11. Grundriße zu 24 Predigten, die über das ganze 24. Capitel Mattyai bis in das Jahr 1746 einer Niederländischen Evangelisch-Lutherischen Gemeine gehalten worden.
  12. 12. Anderweite Grundriße zu 21 Predigten, welche über das 25. Cap. Matthäi bis in das J. 1747 gehalten worden.
  13. 13.* Ein Vorrath übriger Brocken zur Nahrung glaubiger Selen. 4. 1746.
  14. 14. Ausgang der Freigeisterey, eine Ode. 1747.
  15. 15. Geschrey zur Mitternacht. 1747.
  16. 16. Christus, und der Widerchrist. 1747.
  17. 17. Elias Gespräche. 1748.
  18. 18. Dionysii Catonis Disticha de moribus ad filium, cum variis lectionibus et flosculis poeticis, interpretatione quintupla, et historia critica Catoniana. 8. Amsterdam 1759.
  19. 19.* Cosmogenia, oder älteste und neueste Naturgeschichte, in brüderlichen Anschreiben. Erstes Quartal. 8. eb. 1764. 4. Bog. [1]
  20. 20. Veritas quadrata, theologica scilicet, physica, mathematica, et philologica. 8. ibid. 1765.
  21. 21. Gabriel, Apocalyptisches Handbuch. 4. ebend. II. Theile. 1765.
  22. 22. Schwanengesang, mit der Jubelode seines Dichterlorbers. 12. Leipzig 1781.
  23. 23. Viele, anonym herausgegebene, Uebersetzungen aus dem Lateinischen, Französischen und Englischen.
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Fußnoten

  1. s. Götting. gel. Z. 1764. S. 1073.