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Rupert Kornmann (GND 116341033)


Daten
Nachname Kornmann
Vorname Rupert
GND 116341033
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Rupert Kornmann in der BSB

KORNMANN (Rupert), Mitglied der kurbaier. Akademie der Wissenschaften, und Benediktiner Abt zu Prüfening nächst Regensburg. Er wurde zu Ingolstadt am 22sten Sept. 1757 geboren, wo der damalige Professor der Chemie Ludwig Rousseau sein Taufpathe ward, und ihn sowohl in der ersten Iugend, als nachher, da sein Vater militärischer Bau- und Oekonomieverwalter, und kurfürstlicher Kammersekretär zu Amberg in der obern Pfalz wurde, sehr thätig unterstüzte. Er studirte die untern Klassen und die Philosophie am kurfürstlichen Lyceum zu Amberg unter Boslarn und Haubenschmid, unter dessen Vorsitz er auch öffentlich Theses aus der Philosophie und Diplomatie vertheidigte. Im I. 1776 tratt er in den Benediktinerorden, wurde in der baierischen Abtey Prüfening (oder Pristing) aufgenommen, machte in der Abtey Scheyern sein Probejahr, und legte am 12ten Okt. 1777 zu Prüfening die feyerlichen Ordensgelübde ab. Er studirte nun im Kloster 2 Iahre lang die Kirchengeschichte, und in den folgenden 2 Iahren die Theologie und das kanonische Recht, wobey er jedesmal öffentlich Theses defendirte. Im I. 1780 wurde er zum Priester geweihet, studirte noch im Kloster die Moraltheologie, wurde 1782 auf die Universität nach Salzburg geschikt, und studirte an derselben 3 Iahre lang unter Beck die reine Mathematik, unter Lory die Astronomie und angewandte Mathematik, unter Schelle die praktische Philosophie und die orientalischen Sprachen, und unter Schallhamern u. s. w. das Civilrecht. Mit Ende 1785 kehrte er in sein Kloster zurück, wurde in demselben als Professor der Philosophie und Mathematik angestellt und gab im I. 1786, bey Gelegenheit einer öffentlichen Prüfung ein System der theoretischen Philosophie in in den Druck, wobey er der Vernunftlehre die Geschichte der Menschheit und die empirische Psychologie voranschikte. Im Iahr 1787 lehrte er im Kloster Physik und praktische Philosophie, worüber ebenfalls die Sätze im Drucke erschienen. Im Herbste desselben Iahrs gieng er nach Ingolstadt, um sich in der praktischen Chemie zu üben; im Iahr 1788 fieng er zu Prüfening einen neuen Kursus der Philosophie an, und lehrte nebenbey den theologischen Kandidaten des Klosters die orientalischen Sprachen. Die Erholungsstunden widmete er den schönen Wissenschaften, und verfertigte mehrere Theaterstücke. Unter seiner Direktion wurde im Kloster ein mathematisches Museum, und 1789 eine Sternwarte errichtet. Am 8ten Hornung 1790 wurde er, seiner Wissenschaft und Verdienste wegen, zum Abte seines Klosters Prüfening erwählt, dann zum kurpfalzbaierischen obersten Hofkaplan zu München, und 1792 zum Assistenten der hohen Schule zu Salzburg ernannt. Die ökonomisch-sittliche Gesellschaft zu Burghausen machte ihn im Iahre 1786, und die kurfürstliche Akademie der Wissenschaften zu München 1793 zum Mitgliede. Er verbesserte die Studien im Orden, richtete die Bibliothek seines Stiftes neu ein, und vermehrte dieselbe, so wie das Museum, und die Kunst- und Mineraliensammlungen ansehnlich. Im Iahr 1794 wurde er zum ausserordentlichen Visitator der baierischen Benediktinerkongregation, im Iahr 1797 zum ersten Visitator derselben, und 1796 von den Verordneten der baierischen Landstände zum Landsteuerer Regierungsbezirks Straubing erwählt.

Er gab heraus:

Sätze aus der Philosophie und Mathematik, 8. Regensburg 1785, 51 S. 1786 und 1787.

S. Neue Lit. des kath. Teutschl. B. III. St. 3, S. 435.

System der theoretischen Philosophie, 8. 1786.

S. Würzb. gel. Z. 1786.

Sätze aus der Physik und praktischen Philosophie. 1787.

  • Die guten Unterthanen, ein ländlliches Sittengemählde mit Gesang in 5 Aufz. von einem Freunde der Volkstugenden, 8. München bey Lentner 1793, 7 Bog.
S. Obert. ALZ. 1793, I. S. 1174. Neue ADB. 10 B. II. S. 320.

Mehrere anonym erschienene Theaterstücke.

Trauerrede auf den hochwürdigen Herrn Herrn Frobenius des H. R. R. Fürsten und Abten zu St. Emmeram, fol. Regensburg gedr. bey Lang 1791, 18 S.

S. Obert. ALZ. 1792, I. S. 529.

Chronologische Auszüge aus der Geschichte des H. Otto VIII. Bischofs zu Bamberg, und des baierischen Herzogs Heinrich des Schwarzen, zur Beleuchtung einiger Münzen; in den neuen historischen Abhandlungen der kurbaierischen Akademie der Wissenschaften B. V. (München 4. 1798), S. 641--678.

S. Eigne Sammlungen. Privat-Nachrichten. Bocks Sammlung von Bildnissen gelehrter Männer (Nürnberg 1800), Heft XI.


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