Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Alois Wiguläus Freyherr von Kreitmayr (GND 118566520)


Daten
Nachname Freyherr von Kreitmayr
Vorname Alois Wiguläus
GND 118566520
( DNB )
Wirkungsgebiet Politik, Wissenschaft


BSB Alois Wiguläus Freyherr von Kreitmayr in der BSB

Freyherr von KREITMAYR (Alois Wiguläus), auf Offenstätten und Hazkofen, Herr zu Andermannsdorf, Rastorf, Piebelsbach, Oberndorf, Elsendorf, Hausen, Gütting und Grueb, kurpfalzbair. Staats- und Konferenzminister, dann geheimer Staatskanzler und Oberstlehenprobst zu München, daselbst am 14. Dec. 1705 geboren. Sein Vater war Franz Xaver Wiguläus von Kreitmayr, kurf. Hofrath. Er studirte die untern Klassen zu München am kurf. Schulhause, die Philosophie an der hohen Schule zu Salzburg, und an jener zu Ingolstadt die Rechte. Als ein Iüngling von 18 I. begab er sich sodann nach den damals berühmten niederländischen Universitäten Utrecht und Leyden, wo er das Staatsrecht hörte, dann zu Wezlar die Rechts- und Reichspraxis nahm, nach München zurückkehrte, und daselbst am 23sten Aug. 1725 vom Kurfürsten Maximilian Emanuel als Hofrath angestellt wurde. Im Iahr 1741 ward er nach dem Tode des röm. Kaisers Karl VI. zum pfalzbairischen Reichsvikariats-Hofgerichtsbeysitzer ernannt, und sammt seinem Bruder Benno in den Reichsadelstand erhoben. Unter der Regierung Kaiser Karl VII. ward er wirklicher Reichshofrath, und nach dem Hintritt dieses Kaisers im I. 1745 zum zweytenmal (nach damals aufgehobenem gemeinschaftlichen und auf einen Wechsel zwischen Pfalz und Baiern entschiednem Vikariate) zum baierischen Reichsvikariatshofgericht berufen, bey welcher Gelegenheit er die Beförderung als Reichsfreyherr auf Offenstätten und Hazkofen erhielt. Im I. 1745 wurde er vom Maximilian Ioseph III. zum Hofrathskanzler und geheimen Rath, und im I. 1749 zum geheimen Rathsvicekanzler und Konferenzminister ernannt. Freyherr v. Kreitmayr fühlte das Bedürfniss eines bair. Gesetzbuches, und bey seinen grossen theoretischen und praktischen Kenntnissen und seinem ausserordentlichen Fleisse war er vorzüglichst im Stande, das baierische Staats- und Privatrecht wenigstens besser zu bearbeiten, als es bis dahin bearbeitet war. Das Resultat seines vieljährigen Nachdenkens, seines Rechtsstudiums und seiner bairischen Rechtssammlung erschien 1758 unter dem Titel: Codex Maximilianeus Bavaricus civilis, iudicialis et criminalis, und er lieferte zu den 3 Theilen dieses Gesetzbuches noch mehrere Bände Anmerkungen, und endlich ein Supplementum und einen Generalindex. Im I. 1758 wurde er geheimer Kanzler und Lehenprobst, wie auch Kanzler der kurbair. Akad. der Wissenschaften, und am 23sten Sept. 1767 ward er für sich und für seine Nachkommenschaft auf seine weitern Besitzungen von Andermannsdorf, Rastorf, Elfendorf u. s. w. mit der bairischen Edelmannsfreyheit begabt. Beym Regierungsantritt des Kurfürsten Karl Theodors wurde er in seinen vorigen Würden bestättigt, und bey Errichtung der Schulkuratel 1781 zum Präsidenten derselben, dann bey Eröffnung des nach dem Tode Kaiser Iosephs II. wieder angefallenen Reichsvikariats zum Vikariats-Hofgerichtskanzler ernannt. Alle seine erhabnen Posten bekleidete er mit unermüdetem Fleiss, Treue und Eifer, mit warmer Liebe für seinen Fürsten und das Vaterland. Bis an das Ende seines Lebens blieb er unausgesezt thätig, und selbst körperliche, mit dem Alter sich einfindende Zufälle konnten seine Arbeitsamkeit nicht hemmen. Er vermählte sich zum erstenmal mit Anna Sophia Katharina v. Heppenstein 1740, welche ihm 2 wieder frühzeitig verstorbene Kinder gebar und selbst am 17. Aug. 1749 starb, und zum zweytenmal im I. 1750 mit Maria Franziska Romana Reichsfreyin von Frönau, welche ihm 3 Söhne und 2 Töchter gebar. Er starb zu München am 27. Okt. 1790 im 85. I. und seine Leiche wurde in die Familiengruft nach Offenstetten abgeführt.

Seine Schriften sind:

Codex iuris Bavarici iudiciarii oder kurf. bairische neue Gerichtsordnung, fol. München 1751 und 1753.-- Codex Maximilianeus Bavaricus civilis, fol. et 8. Monachii 1758, 1788.

S. Münchner Intelligenzbl. 1790, St. 301. Reg. gel. N. 1756, S. 215.

Codex Maximil. Bav. iudicalis, fol. und 8. München 1758, 1788.

S. Reg. gel. N. 1754. S. 38.

Novus codex iuris Bavarici criminalis, fol. Monachii 1751.-- Codex Maximilian. Bav. criminalis, fol. et 8. 1758 et 1788.

Supplementum et iudex generalis cod. Max. Bav. civ. ind. et criminal. fol. et 8. Monachii 1758, 1788.

Anmerkungen über dem Codicem iuris Bavarici iudiciarii, 8. und fol. München 1754 und 1755.

S. Reg. gel. N. 1754, S. 293.

Annotationes ad codicem iuris bav. criminalis, ex iuribus communibus et antiquioribus provincialibus petitae, additis resolutionibus electoralibus, fol. Monachii 1751. -- Anmerkungen über dem codicem iuris Bavarici criminalis, 8. et fol. ibid. 1756, 1758, 1765.

Commentarius in codicem Maximilianeum Bavaricum civilem, tomi III. Mon. 1756 und 1763, fol. -- Anmerkungen über den codicem Maximilianeum Bavaricum civilem, V. Th. fol. und 8. München 1758, 1766.

S. Pütters Literatur des teutschen Staatsrechts, Th. 2, 1781, § 376. Sc[xxxxx]hors elem. iur. German. privat. tom. 2, §, 14, not. 3. Reg. gel. N. 1758, S. 100, 1761, S. 292, und 1764, S. 60.

Compendium codicis Bavarici civilis, iudiciarii et criminalis, et annotalionum, oder Grundriss der gemeinen und bairischen Privatrechtsgelehrsamkeit, 8. München 1768. Vom Verfasser selbst in das Latein. übers. 1773, 1777.

S. Reg. gel. N. 1768, S. 179. ADB. Anh. z. B. 12--24, S. 349, und B. 32, I. S. 407. Nürnb. gel. Z. 1777, S. 280.

Grundriss der allgemeinen und bair. Privatrechtsgelehrsamkeit, 8. München, 1768. 1771.

Grundhriss des allgemeinen teutschen und bairischen Staatsrechts, 8. 3 Th. München 1769, 1770, 2te Aufl. ebendas. 1789, 460 S.

S. ADB. 97 B. I. S. 85.

Sammlung der neusten und merkwürdigsten Kurbair. Generalien und Landesverordnungen, fol. München 1771.

S. Münchner Intelligenzbl. 1790, S. 308.
  • Ob ein katholischer Ordensgeistlicher, der zu den Protestanten übergeht, noch erbschaftsfähig sey? (in der Gerstlacherischen Prozesssache) 4.

Er gab noch mehrere anonyme Schriften heraus, und unter seinen zurückgefallenen mit seinem Wissen nie gedrukten Manuskripten sind: Ueber die Bevormundung; und: Venia aetatis des Sulzbachischen Prinzen nach dem Tode des Pfalzgrafen Iohann Christian im Iahre 1738 und 1739.

Sein Porträt wurde öfters, und auch 1790 von Barbara v. Drouin zu München in Kupfer gestochen.

S. Eigne Sammlungen. Hambergers und Meusels gel. Teuschl. Mederers annales Ingolstad. B. III. S. 167. Münchner Zeitung 1790, n. 171. Münchner Intelligenzbl. 1790, S. 297--302, 306--310, und 315--317 Teutsche Ministerialzeitung 1790, St. 79. Weidlichs biogr. Nachr. Th. I. S. 438, und Th. V. S. 150. Obert. ALZ. 1790. II. S. 895. Ien. ALZ. 1790. Intelligenzbl. S. 1433. ADB. 100 B. S. 291. Ladvocats fortges. Handwörterb. Th. VIII. S. 197. Schlichtegrolls Nekr. 1790, 2te Hälfte S. 344. Heinsius allg. Bücherlex. B. II. S. 396, und Suppl. S. 239. Meusels Literatur der Statistik, S. 331.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 628 Seite 630 Nächster
Nächster
Eintrag