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Philipp Wilhelm Oeding (GND 129180726)


Daten
Nachname Oeding
Vorname Philipp Wilhelm
GND 129180726
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Philipp Wilhelm Oeding in der BSB

Oeding (Philipp Wilhelm), geb. zu Benzigerode, im ehemaligen Fürstenthume Blankenburg, 1697, lernte bei Haber, einem Maler zu Halberstadt, bei Busch dem ältern, und endlich bei seinem nachmaligen Schwiegervater J. Daniel Preißler. Er fixirte sich anfangs in Nürnberg, verließ aber nach 12 Jahren diese Stadt nach dem Tode seiner Gattin[1], und begab sich nach Altona, wo er am dortigen Gymnasium Lehrer der Zeichenkunst wurde. Die Anbetung der drei Könige malte er für die dortige protestantische Kirche als Altarblatt. Endlich erhielt er 1746 einen Ruf nach Braunschweig, wo er am dortigen Karolinum eine Anstellung als Professor der Zeichenkunst erhielt, und dieselbe noch 1768 besaß. Heinecke rühmt ihn als einen Künstler, der dem Kupetzky gleichkömmt. Sein Geschmack ist der der römischen Schule[2], seine Zeichnungen sind richtig, die Stellungen neu, und sein Kolorit fein; allein die Schatten bei Porträten der Frauenzimmer hält er eben so stark, wie die bei Männern. Heinecke Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen. (Leipz. 1770) Th. I. S. 13.


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Fußnoten

  1. S. Preißler (Johann Daniel)
  2. Die römische Schule ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste der zeichnenden Künste. Nicht das Klima oder der Boden Roms trug zur Bildung des Genies und Geschmacks derselben bei; sondern andere Ursachen, die am Tage liegen. Rom besaß den größten Schatz der Antiken, und hat schon, ehe der helle Tag der erneuerten Künste wieder in vollem Lichte anbrach, als die Hauptstadt der Christenheit, die größte Menge der Künstler und die größte Aufmunterung gehabt. Zufällig ist es, daß Raphael, das größte Genie unter den neuen Künstlern, sich untern diesen befand. Er fühlte die ganze Vollkommenheit der alten Kunst, und sein unermüdetes Bestreben, sie zu erreichen, glückte ihm mehr wie jedem andern, und auch seinen Nachfolgern mehr als denen, die auf die Häupter anderer Schulen gefolgt sind. Die römische Schule raget durch die Theile der Kunst, darin Rom die größten Meister hatte, hervor: durch die erhöhete Gattung des Schönen, und die Richtigkeit der Zeichnung. In keinem andern Theile der Kunst hatte Rom Vorzüge. Man muß den Anfang der römischen Schule von Peter Perugino, der 1446 geboren wurde, machen; denn er steht gerade am Anbruche des Tages der Kunst, und war Raphaels Lehrmeister. Ciro Ferri und Karl Maratti, der erst 1713 gestorben ist, müssen als die letzten großen Meister dieser Schule angesehen werden. J. G. Sulzers allgemeine Theorie der schönen Künste.