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Vinzenz Pall von Pallhausen (GND 135661722)


Daten
Nachname von Pallhausen
Vorname Vinzenz Pall
GND 135661722
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Vinzenz Pall von Pallhausen in der BSB

von PALLHAUSEN (Vinzenz Pall) Königl. geheimer Staatsarchivar zu München. Von diesem Gelehrten, bey dem, ohne daß er Universitäten besucht, oder grosse Reisen gemacht hatte, ein ausserordentliches Talent, ein eiserner Fleiß, und Verbindung mit berühmten in- und ausländischen Schriftstellern, den Mangel höherer literarischer Bildung sehr glücklich surrogirten, habe ich in der Zeitschrift für Baiern, zweytem Jahrgang, München 1817. B. III. S. 249--255. Biographische, aus seinen eigenen Handschriftlichen, mir im J. 1816 übersendeten, Nachrichten gezogene Notitzen, und das Verzeichniß seiner Schriften geliefert. Er wurde am 22. Jäner 1759 von bürgerlichen Eltern, die sich Pall schrieben, zu Freysing gebohren, wo er als Seminarist des Klosters Weihenstephan die Inferiora, dann am Lyceum Philosophie, Theologie, und Kirchenrecht studirte. Im J. 1779 trat er zu Tegernsee in den Benediktinerorden, den er aber noch im Novitziat nach einem halben Jahre wieder verließ. Im Jahr 1780 begab er sich nach München, hörte am dortigen Lyceum noch einige Zeit Kirchenrecht und Kirchengeschichte, dann privat das Civilrecht, von welchem er bey dem Hofgerichts Advokaten Joseph Scharl die Praxis nahm. Vorzüglich verwendete er aber seine damahlige Musse zum Studium der Teutschen und Baierischen Geschichte, des Staatsrechts, der Geographie und Statistik. Im J. 1785 ist er als geheimer Kanzelist angestellt, 1790 zur Reichsvikariats Kanzley übersetzt, 1792 zum geheimen Registrator bey der Staatsregistratur befördert, und in demselben Jahre, währenden Reichsvikariat, in den Reichsadelstand mit dem Prädikat: Edler von Pallhausen, erhoben worden. Da sich im Jahre 1796 das Kriegstheater nach Baiern zog, wurde er als Kommissär mit dem Transport der Archive nach Sachsen, und 1797 als geheimer Gesandtschafts Registrator mit der Baierischen Gesandtschaft noch Rastadt zum Friedens Congresse geschickt. Im J. 1799 nahm ihn die Akademie der Wissenschaften zu München, nachdeme er derselben bereits 3 Abhandlungen, wovon zwev den Preis erhielten, geliefert hatte, als ordentliches Mitglied der historischen Klasse auf. In demselben Jahr wurde er zum geheimen Oberregistrator über sämmtliche geheime Registraturen ernannt, bald darauf aber zum geheimen Staatsarchivar befördert. Ausser den immer fortgesetzten Forschungen in der vaterländischen Geschichte, machte er auch manche literarisch-physikalische Versuche, worunter seine Stereotypen gehören. Am 26. Mai 1808 wurde er zum Ritter des Civilverdienstordens, und im November desselben Jahres zum Königl. Legationsrath, und ersten Reichs-Herolden ernannt. Seinen endlich, seinen Wünschen gemäß, erfolgten Ruhestand widmete er, ungeachtet immerwährender Kränklichkeit, fortwährend dem Geschichtsstudium, und starb am 9. August 1817. Schriften:


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Fußnoten