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Joh. Anton Pichler (GND 129181854)


Daten
Nachname Pichler
Vorname Joh. Anton
GND 129181854
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joh. Anton Pichler in der BSB

Pichler, auch Pickler (Joh. Anton) geboren um 1700 zu Presenon in Südbaiern, lernte bei Joseph Ziegler, einem böhmischen Glasschleifer, begab sich hierauf nach Neapel, wo er nach Antiken studirte und endlich nach Rom, wo er noch um 1777 lebte. Er schnitt Edelsteine erhaben und vertieft[1], vortrefflich. Unter andern wird vorzüglich ein Centaur gerühmt, den er in Edelstein für den berühmten Dichter Metastasio gegraben hat. Guilianelli. S. 149.

Pickler, Joh. Anton) Pichler, oder Picheler, geboren 1700 zu Brixen (im Etschkreise), wo sein Vater Leopold ein Arzt gewesen, lernte bei Joseph Ziegler, einem böhmischen Glasschleifer, gieng hierauf nach Neapel, studirte dort nach Antiken und heurathete die Theres Viller eine deutsche Wittwe. Er schnitt sowohl erhaben, als in die Tiefe Edelsteine mit einer Meisterhand. Man rühmt hierunter einen Centaur, welchen er für den berühmten Operndichter Metastasio zu einem Sigelring in einen Edelstein gegraben hat. Giulianelli, Memoire degli Intagliatori moderni in pictre dure, camei e gioje dal Secolo XV. fino al secolo XVIII. (Livorno 1753) p. 149. Sein zweit geborner Sohn Johann, den viele mit dem Vater verwechseln, war ebenfalls ein vortrefflicher Steinschneider. Ant. Pickler starb 1790. Archenholz England und Italien. Th. II. Abschn. 10.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Pickler (Johann Anton), auch Pichler und Picheler, wurde im zweiten Bande dieses Lexikons S. 14. u. 15. aus der Ursache zweimal vorgetragen, damit das Unvollständige derjenigen mehr auffalle, welche die biographischen und artistischen Notizen dieses Künstlers so kurz liefern, und des Sohnes gar nicht erwähnen. Die letzte Angabe ist daher vollständiger.


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Fußnoten

  1. Die Kunst: vertieft zu schneiden, (Gravure en creux) hält man für die älteste und wurde von den Griechen γλυφη, γλυπτιϰη oder Διαγλυφιϰη, von den Römern aber Sculptura genannt. Solche vertieft geschnittene Steine gebrauchte man zu Sigeln. Die Kunst: erhaben zu schneiden (Gravure en bas relief) hieß bei den Griechen Αναγλυπτιϰη, Αναγλυψιϰη, τοϱνεια, oder ἠ τοϱευτιϰη und bei den Römern Caelatura, Tornatio oder Tornatura. Diese erhaben geschnittenen Steine wurden zum Schmucke verfertigt, und erhielten in neuern Zeiten den Namen Cameen. Diese Benennung sollen sie vom Domenico de Camei einem berühmten Edelsteingraveur in Mailand erhalten haben. Krünitz. Th. VII. S. 539. Als Edelsteine werden folgende angegeben: Achat, braun, oft bunt. Almandin, ganz dunkelroth, von dicker Farbe. Amethyst, violetblau. Aquamarin, seegrün, oder grünblau. Armenischer Stein, blau. Balaß, rosenroth. Balaßrubin, hellroth. Beryll, meergrün. Carneol, roth, fleischfarbig, rothgelb. Chalcedon, milchblau, weißgrau, blaugelblich mit Streifen. Chrysolith, grüngelb. Chrysopras, goldgelbgrünlich. Diamant, weiß. Goldberyll, meer- oder seegrün, grünblau in das Gelbe spielend. Granat, dunkel und schwarzroth. Granit, blaßröthlich, mit dunkel schwarzen, oder röthlichen Flecken. Heliotrop, dunkelgrün mit buntrothen Flecken. Hyacinth, rothgelb. Jaspis, weiß, roth, gelb, blau, grün, braun, schwarz, grau und bunt. Lasurstein, blau mit weiß und goldfarbenen Flecken. Lynkurer, gelb. Malachit, papelgrün. Onyx, dunkler als der Chalcedonier. Opal, milchblau. Porphyr, rothbraun, schwarzröthlich, zuweilen purpurfärbig, oder violet vom Grunde, mit weißlichen, gelblichen oder braunen Flecken. Praser, grüngelb und gegen das Licht gehalten, feuergelb. Rubicell, rothgelb. Rubin, hochroth, fast wie Purpurfarbe. Rubinspinell, blauroth. Sapphir, himmelblau. Smaragd, hell- und dunkelgrün. Smaragdpraser, hellgrün, in das gelbe spielend. Spinell, dunkelröthlich. Topas, hellgelb, goldgelb, bräunlich. Turmalin, braun. Die Farben der Edelsteine sind hier nach ihrer Art angegeben; allein Erfahrung lehrt, daß man sich hierin irren könne, und daß man daher Steine von ganz verschiedenen Farben zu einer zählen müße. So giebt es z. B. weiße, gelbliche, bräunliche, röthliche, blaue und grünliche Diamanten, weißliche, blaue und grünliche Sapphire; dunkle, hellblaue, weiße und rötliche Amethyste; blaßgelbe, rötliche und braungelbe Hyacinthen, u. s. w. Observations sur l’histoire naturelle etc. par Mr. Gautier (á Paris 1752) p. 41-52. Haben übrigens die Edelsteine vermischte Farben, z. B. ein halbweißer und grüner Smaragd; ein halbroth und weißer Rubin; ein halbrother und weißer Amethyst, u. s. w., so sind dieß Naturspiele. D. Neuenhahns Versuche und Erfahrungen von den Farben der Edelsteine in ökonomisch-phisikalischen Abhandlungen. (Leipz. 1759) Th. XVI. S. 755-782. Die Zeiten des Aberglaubens eigneten den Edelsteinen verschiedene Kräfte, Leidenschaften, Sitten und Laster zu, ja widmeten selbst jedem derselben einen Monat. Wenn gleich nun solche Zeiten vorüber sind; so dürfte doch einige, wenn auch nicht zum Kupferfache gehörige, Kunde hiervon nicht unwillkommen sein. Dem Jäner war der Hyacinth; dem Februar der Amethyst; dem März der Sapphir; dem April der Jaspis; dem Mai der Smaragd; dem Junius der Chalcedon; dem Julius der Carneol; dem August der Sardonyr; dem September der Chrysolith; dem Oktober der Aquamarin; dem November der Topas und dem December der Onyx geweihet. Eben so bedeutete z. B. der Smaragd Hofnung, der Rubin Liebe; der Sapphir Bescheidenheit; der Diamant Unschuld, Keuschheit und auch Reinheit; der Granat Blut und auch Rache; der Heliotrop Kriege; der Lynkurer Falschheit; der Onyx Freude; der Granit Krankheit; der Porphyr hohe geistliche Würde; der Balaß Glück; der Amethyst Treue; der Heliotrop Siege; der Porphyr Heurath; der Topas Ehre; der Beryll Beständigkeit; der Jaspis Unbeständigkeit; der Carneol Freundschaft; der Praser Talente, u. s. w. (S. übrigens die Note bei Georg Höfler.)