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Ignatz Reder (GND 121689476)


Daten
Nachname Reder
Vorname Ignatz
GND 121689476
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ignatz Reder in der BSB

REDER (Ignatz) Medikus zu Mellrichsstadt im Würzburgischen; daselbst am 10. Julius 1746 gebohren. Er studirte zu Fulda, Cölln, und Würzburg, besuchte dann mehrere Universitäten in Teutschland, und Italien, worunter auch Padua war, und erhielt 1773 zu Erfurt die medizinische Doktorswürde, worauf er nach Mellrichsstadt zurückkehrte. Ohne einen Posten, oder auch nur einen Titel zu suchen, schlug er vielmehr mehrere ihm angebotene Stellen aus, und lebte mit Frau und Kindern größtentheils von seinem eigenen Vermögen, blos für seine Studien, und für Kranke, die zu ihm Zutrauen hatten. Nachdem er auch eine, ihm von dem Würzburgischen Fürstbischof Franz Ludwig angebothene, medizinische Lehrstelle an der Universität zu Würzburg abgelehnt hatte, ließ er sich endlich doch bewegen das Physikat zu Neustadt an der Saale anzunehmen, welches er aber auch wieder niederlegte, und nach Mellrichsstadt zurückkehrte. Er zog am 30. August 1796 mit den Bürgern und Bauern, durch die Sturmglocken herbeygerufen, gegen die Franzosen, welche in jener Gegend Alles ausplünderten, sengten und brennten, und blieb im Gefechte gegen dieselben auf dem Schlachtfelde bey Hirschfeld, wo er begraben wurde. Der Fürstbischof zu Würzburg ertheilte Reders Wittwe eine ansehnliche Pension, und ließ dem Andenken des edlen Mannes an der Begräbnißstätte ein Denkmahl mit folgender Inschrift setzen: Hier ruhet Ignatz Reder, ehemaliger Physikus zu Neustadt an der Saale, ward gebohren zu Mellrichsstadt 1746, starb den 30. August 1796, und zwar bey dem feindlichen Rückzuge der Neufranken, den schönen Tod fürs Vaterland. Ein Mann von Geist und Wissenschaft, ein guter Christ, Menschenfreund, und wohlthätiger Arzt; wirkte im Stillen als ruhiger Weiser; in Gefahren zeigte er Muth und Entschlossenheit als teutscher Mann; 1770 bey der Epidemie rettete er Vielen das Leben; 1796 zog er gegen den Feind, als Retter seiner Mitbürger, und wagte für sie sein ganzes Leben. Er fiel zwischen Heustren und Hirschfeld durch zwey feindliche Kugeln. Dankbar segnet die Asche dieses biedern Franken sein Vaterland. Zum Beweise setzte dieses Denkmahl Sein Fürst. -- Im Druck ist von Reder erschienen:

Vergl. G. Chr. Siebold dem Andenken des am 30. Aug. 1796 den Waffen unterlegenen patriotischen Ign. Reder. 8. Nürnb. 1797. 79 S. Würzburg. wochentl. Anzeigen 1796. I. S. 101--156. Nationalzeitung der Teutschen 1797. St. 8. S. 164. und St. 13. S. 287. Denkwürdigkeiten aus dem Leben ausgez. Teutschen des 18. Jahrh. S. 762--765. Schlichtegrolls Nekrolog auf 1796. II. S. 359--376. Meusels Lexikon verstorbn. Schriftsteller B. XI. S. 81. Hirschings hist. lit. Handbuch B. IX. Abth. I. S. 197. Anzeiger allg. literar. 1797. n. 52. S. 547. Ladvocats Handwörterbuch B. IX. S. 811.

  1. 1. Diss. inaug. sistens epidemiam, ut Mellerstadii se exhibuit. 4. Erfurt. 1773.
  2. 2. Der Gaßnerische Teufel unter den Handgriffen eines geistlichen Arztes, und Freydenkers. 8. Eisenach 1777.
  3. 3. Arbeit und Lohn der auf dem Lande angestellten Aerzte, nebst einem Mönchsbrief, und zwey Doktors Gutachten. 8. Frankf. und Leipz. 1789. 83 S. [1]
  4. 4.* Der Tod in Töpfen; zur Warnung für diejenigen, die gesund seyn wollen, oder von der verkehrten Sorge für die Gesundheit. Ein Lesebuch für Leute, die keine Aerzte sind. 8. Hildburghausen 1790. 290 S. [2]
  5. 5.* Lohn und Dank der Aerzte in Franken. 8. ebend. 1791.
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Fußnoten

  1. s. Allg. t. Bibl. B. 97. I. S. 121. Obert. Lit. Z. 1789. I. S. 1181. Jen. Lit. Z. 1789. III. S. 472.
  2. s. Obert. Lit. Z. 1791. I. S. 1049. Jen. Lit. Z. 1791. IV. S. 34.