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Georg Christoph Siebold (GND 117356107)


Daten
Nachname Siebold
Vorname Georg Christoph
GND 117356107
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Georg Christoph Siebold in der BSB

SIEBOLD (Georg Christoph) Professor zu Würzburg; daselbst am 30. Junius 1767 gebohren, und des, im J. 1807 verstorbenen, Professors Karl Kaspar Siebold Sohn. Er widmete sich den Studien der Philosophie, Naturkunde, und Arzneywissenschaft zu Würzburg, Altdorf, und Göttingen, beantwortete die zu Göttingen 1789 für die Studirenden ausgesetzte Preisfrage über die Wirkung des Opiums auf den gesunden thierischen Körper, gewann den Preis, und erhielt die medizinische Doktorswürde. Nachdem er mehrere Gegenden des nördlichen Teutschlandes bereiset hatte, und seine Talente, so wie seine erlangten Kenntnisse in Würzburg rühmlichst bekannt waren, übertrug ihm Fürstbischof Franz Ludwig im J. 1790 die ausserordentliche Lehrstelle der allgemeinen Heilkunde und Diätetik auf der vaterländischen Universität. Im Jahre 1792 reisete er nach Wien, hierauf, um ausländische Spitäler kennen zu lernen, nach Italien, wo er besonders in Pavia Gönner und Freunde fand. Die correspondirende Gesellschaft Schweitzerischer Aerzte und Wundärzte nahm ihn unter ihre Ehrenmitglieder auf. Im Jahre 1795 wurde er als zweiter Arzt am Juliusspital in Würzburg und als ordentlicher Professor der Geburtshilfe, dann 1796 als ordentlicher Professor der Physiologie, und als erster dirigirender Arzt des Juliusspitals aufgestellt. Als Lehrer hatte er sich durch seinen guten und gründlichen Vortrag, mit welchem er viele Gelehrsamkeit verband, die Liebe und Achtung seiner Zuhörer erworben. Sein menschenfreundliches Betragen, und sein Glück in Behandlung schwerer, besonders chronischer Krankheiten, empfahlen ihn als Arzt. Vom Herbste 1797 an war er immer krank, und den 15. Jäner 1798 starb er im drey und dreyssigsten Jahre seines Lebens an der Lungenschwindsucht. Schriften:

Vergl. Stark’s neues Archiv für Geburtshülfe B. I. St. 2. S. 186. Schöpf histor. statistische Beschreibung des Hochstiftes Würzburg S. 387. Hirsching’s Handbuch fortges. von Ernesti B. XII. Abth. 2. S. 120--123. Meusel’s gel. Teutsch. B. XI. S. 700. u. B. XV. S. 473. Meusel’s Lexikon verst. Schrift. B. XIII. S. 151 --153. Anzeiger allg. literar. 1798. n. 124. S. 1250.

  1. 1. Commentatio de effectibus Opii in corpus animale sanum maxime respectu habito ad eius analogiam cum vino etc. ornata. 4. Götting. 1789. 83 S. [1]
  2. 2. Commentatio de cubilibus sedilibusque usui obstetricio inservientibus. 4. ib. 1790.
  3. 3. Super recentiorum quorundam sententia, qua fieri neonati a matribus syphilitici dicuntur, cogitata quaedam ac dubia proponit. 4. Wirceburgi 1791. 45 S. [2]
  4. 4. Systematische Darstellung der Manual u. Instrumental Geburtshülfe, nach Hofraths Stein praktischen Anleitung zur Geburtshülfe, zum Behufe seiner Vorlesungen herausgegeben. 8. Würzburg b. Rienner 1794. 3 Bog. [3]
  5. 5. Vorläufige Nachricht von der gegenwärtigen Einrichtung des Clinicums an dem Juliushospital, unter Aufsicht des Professors Siebold des jüngern; nebst einigen allgemeinen Bemerkungen über Spitäler und clinische Austalten in akademischer Hinsicht. 8. eb. 1795.
  6. 6. De instituti clinici ratione, ad tirones sermo academicus. 4. ib. eod.
  7. 7. Doloris faciei, marbi rarioris atque atrocis, observationibus illustrati adumbratio. Diatriba I. Annexus est de instituti clinici ratione sermo. 4. ib. 1795. 6 Bog. Diatr. II. ib. 1797. 24 S. [4]
  8. 8. Ueber die angebliche Verminderung des Gewichtes der Frucht im Mutterleibe durch die amnische Feuchtigkeit. 4. Würzb. b. Rienner 1796. 28 S. [5]
  9. 9. Dem Andenken des am 30. Aug. 1796 zwischen Herstreu u. Herschfeld den feindlichen Waffen untergelegenen patriotischen Ignatz Reder, der Arzneywiss. Doktors u. ehedem Physikus zu Neustadt an der Saale. 8. Nürnberg 1797.
  10. 10. Ueber das zerreissen des Schaamlippenbandes; in J. C. Stark Archiv für die Geburtshülfe B. 2. St. 3. S. 59--61.
  11. 11. Krankengeschichte einer bei der Schwangerschaft entstandenen Wassersucht; ebend. B. 4. St. 3. S. 401--432.
  12. 12. Noch Etwas über Selbstwendung und die Ophtalmie neugebohrner Kinder; eb. S. 551--558.
  13. 13. Beschreibung und Heilart einer merkwürdigen Daemonia imaginaria; in Baldinger’s neuem Magazin für Aerzte B. 18. St. 4.
  14. 14. De asphalti olei in phthisi usu, observationum triga; in dem Museum der Heilkunde, herausgegeben von der Helvet. Gesellsch. korresp. Aerzte u. Wundärzte B. 3. S. 219.
  15. 15. Beobachtung eines mit Blutbrechen verbundenen Bauchbruchs bey einer Weibsperson; in Loder’s Journal für die Chirurgie B. I. St. 2. S. 215.
  16. 16. Er hatte Autheil an den Würzburger und Göttinger gelehrten Anzeigen, an Hartenkeil’s medicin. chirurg. Zeitung, und an mehreren Zeitschriften.
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Fußnoten

  1. s. Gött. gel. Z. 1790. I. S. 281.
  2. s. Erfurt. gel. Z. 1792. S. 86.
  3. s. Hartenkeil’s med. chir. Z. 1794. III. S. 414.
  4. s. Jen. Lit. Z. 1797. II. S. 719. Baldingers Journal B. IX. H. 36. S. 47. Hartenkeils Z. 1796. I. S. 410 u. 1798. I. S. 413. Würzb. gel. Z. 1797. S. 893.
  5. s. Würzb. gel. Z. 1796. II. S. 539.