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Johann Reinhard Wegelin (GND 100679781)


Daten
Nachname Wegelin
Vorname Johann Reinhard
GND 100679781
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Politik


BSB Johann Reinhard Wegelin in der BSB

WEGELIN (Johann Reinhard) Bürgermeister zu Lindau am Bodensee. Sein Vater Johann Christoph war daselbst Bürgermeister, seine Mutter Felicitas eine gebohrne Caspar, und er ward daselbst am 21. April 1689 gebohren. Am Lyceum seiner Vaterstadt bereitete er sich gründlich in den gelehrten Sprachen, in der Philosophie und Mathematik vor, und gieng im J. 1707 auf die Universität zu Jena, wo er die Rechte, und alle Hilfswissenschaften derselben studirte, und 3 Dissertationen: De regno Arelatensi; De reservatis Imperatoris, et juribus cum Electoribus communibus; De comitiis Imperii universalibus et particularibus, noch vor seiner Inauguraldisputation vertheidigte. Im J. 1712 verließ er die Universität, und gieng für kurze Zeit nach Hause, dann nach Genf, wo er sich ein Jahr lang aufhielt, und hierauf einem erhaltenen Rufe nach Wien als Legations Sekretär bey den Sachsen Coburgischen und Meiningischen Gesandten am Kaiserlichen Hofe folgte. Er wurde dann zum Sachsen Coburgischen Rath und Agenten bey dem Reichshofrath zu Wien ernannt, und blieb daselbst in dieser Eigenschaft so lange, bis ihn 1719 die Reichsstadt Isny zu ihrem Rathskonsulenten und Kanzleyverwalter berief. Auch die Reichsstadt Kempten wählte ihn zu ihrem Konsulenten. Im J. 1731 wurde er vom Magistrat seiner Vaterstadt Lindau dahin als Syndikus und Consulent berufen, und im Jahre 1746 wurde er Bürgermeister. In allen ihm übertragenen Geschäften und Angelegenheiten bewies er seine Gelehrsamkeit, Unpartheiligkeit, und einen nie ermüdenden Eifer. Er war mit Catharina Hortensia einer gebohrnen von Wachter verehelichet, und starb am 11. Jäner 1764. Schriften:

Vergl. Weidlich’s Nachrichten von jetzt lebend. Rechtsgelehrten. Th. IV. S. 133--159. und Th. VI. S. 403. Deductions Bibliothek. Th. VI. S. 199. Saxii Onomast. litterar. Th. VII. S. 192. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. XIV. S. 446--448. Hirsching’s hist. lit. Handbuch fortges. von Ernesti B. XVI. Abth. 1. S. 67--77. Ladvocat’s Handwörterbuch B. VI. S. 2114.

  1. 1. Epistola gratul. de antiquitate, iuribus ac privilegiis liberae S. R. J. civitatis Lindaviensis, simul ac de officio Magistratus. 4. Jenae. 1709.
  2. 2. Diss. inaug. de S. R. J. liberae civitatis Lindaviensis praerogativa antiquitatis prae illustri ad D. Virg. Coenobio, eiusdemque famosi diplomatis Ludoviciani falsitate, contra iniqua Maximiliani Bassleri S. J. nuperae vindicationis argumenta denuo retecta. 4. Jenae. 1712. Neue Auflage unter dem Titel: Tractatus de etc. Lindaviae. 1713.
  3. 3. Oesterreichisches Wechselrecht, oder Wienerische Wechselordnungen, allenthalben mit dienlichen und nöthigen Anmerkungen, wie auch vollständigen Registern versehen. Lindau. 4. 1719. Neue Aufl. eb. 1729.
  4. 4. Gründliche Ausführung und Rettung der H. R. Reichsstadt Kempten uralten Herkommens und Reichsimmedietät, wie auch derselben Freyheiten. Recht und Gerechtigkeiten in der privilegirten Bannmeile, wider die anmaßlichen Beeinträchtigungen des fürstlichen Stifts daselbst. Fol. 1731.
  5. 5.* Gründlich historischer Bericht von der Kaiserlichen und Reichslandvogtey in Schwaben, wie auch dem frey Kaiserlichen Landgericht und Leutkircher Haid und in der Pirs. Aus den bewährtesten Geschichtschreibern und 275 meistentheils noch unedirten Archivalurkunden zusammengetragen; samt einer Tabula geographica vom Bezirk der Landvogtey, der Leutkircher Haid und der Pirs, wie auch den neuern und ältern Landesgerichtlichen Insiegeln. 2 Bände. Fol. 1755. [1]
  6. 6. Thesaurus rerum Suevicanum, seu: Dissertationum selectarum Volumen primum, de natalibus, migrationibus, bellis ac fatis vetustissimae gentis Suevicae. Cum praefatione ac Bibliotheca Scriptorum rerum Suevicarum. Fol. Lindaugiae. 1756. Thesaurus rerum Suevicarum. Volumen II. De Suevia sub Ducibus, cum Supplementis ad Bibliothecam Scriptorum rerum Suevicarum. ib. 1757. Volumen III. De Suevia extinctis Ducibus libertati restituta. ib. 1757. Volumen IV. De rebus et antiquitatibus Civitatum Imperialium in Suevia; cum Supplemento ulteriori et Repertorio universali. ib. 1760. [2]
  7. 7. Thome Lirers von Rankweil alte Schwäbische Geschichten, samt Chronik eines ungenannten Authoris, von Päbsten, teutschen Kaisern und Königen, besonders von Caroli M. Zeiten an, bis aufs Jahr 1462, mit angehängten Anmerkungen. 4. eb. 1761. [3]
  8. 8. Nach seinem Tode erschien noch: Thesaurus Dissertationum et Commentationum selectarum de liberis ac immediatis S. R. J. Civitatibus varii argumenti. Volumen primum, una cum Notitia seu Bibliotheca pleniori de statu, rebus ac juribus Civitatum Imperialium. Curante Jacobo Fels J. U. L. Consulo ac Syndico primario Lindav. Fol. Lindaviae et Curiae. 1770.
  9. 9. Er hinterließ noch mehrere vollendete Handschriften und Sammlungen, die nach seiner letzten ausdrücklichen Verfügung gedruckt werden sollten, aber ungedruckt blieben.
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Fußnoten

  1. s. Gött. gel. Z. 1756. St. 39. Erlang. gel. Z. 1756. St. 38 und 39.
  2. s. Gött. gel. Z. 1756. St. 38. u. 1757. St. 135. Leipz. gel. Z. 1757. n. 41. u. 1759. n. 36.
  3. s. Leipz. gel. Z. 1761. n. 31.