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Margaretha Lang (GND 116452633)


Daten
Nachname Lang
Vorname Margaretha
GND 116452633
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Margaretha Lang in der BSB

Lang, (Margaretha), Tochter des Hofmusikus Martin Lang, und der berühmten Hofschauspielerinn Marianne, geb. Boudet, wurde zu München den 10. Sept. 1788 geboren, erlernte in ihrer Jugend die französische und italienische Sprache, das Klavierspielen bei Madame Dülken, den Gesang aber beim Kapellmeister Franz Danzi. In der Schauspielkunst erhielt sie die Bildung von ihrer Mutter. Zum ersten Mal betrat sie die Bühne den 4. April 1805, indem sie in der Oper: das unterbrochene Opferfest, mit Musik vom Peter Winter, als Myrha auf dem K. Hoftheater zu München sang und spielte. Aurora, eine damals zu München herausgekommene sehr beliebte Zeitschrift, sagt von ihr unter andern: (Jahrg. 1805 Nro. 43. S. 170.) Es war kein kleines Wagestück, mit einer Rolle zu debütiren, in welcher unsere erste Künstlerinn (Madame Cannabich geb. Woraleck) sich durch ihren einzigen schönen Gesang sowohl, als durch ihr vortreffliches Spiel noch immer den entscheidensten Beifall erworben hat. Unter diesen Verhältnissen kein Glück zu machen -- selbst dieß hätte noch nicht unrühmlich seyn können; ihr Vorbild auch nur in etwas zu erreichen, wäre dagegen hinlängliches Verdienst gewesen. In guter Prosa versichere ich Ihnen nun, daß wir durch Demoiselle Margaretha Lang recht angenehm überrascht wurden. Der Klang sowohl als die Stärke ihrer Stimme waren die eines beinahe ausgebildeten Körpers, und, wo die Furcht nicht mit ins Spiel kam, hatte sie viel Fertigkeit und Reinheit. Ihr Ausdruck war größtentheils passend, und ihre Coloraturen[1], so wie ihre Triller verrathen eine besondere Leichtigkeit und Geschmeidigkeit der Organe. Auch ihr Spiel war über die Erwartung. Im J. 1807 verließ sie das Münchener Hoftheater, und gieng nach Stuttgard, wo sie ebenfalls durch ihren schönen Gesang und vortreffliches Spiel entzückte und allgemeinen Beifall errang. Im Jahre 1810 verließ sie aber auch das K. Würtembergische Hoftheater, und kam zu dem in Frankfurt am Main, wo sie als erste Sängerinn bewundert, geschätzt und beliebt ist.


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Fußnoten

  1. Coloraturen nennt man die sämtlichen Passagen, Progressionen, Rouladen etc. die der Tonsetzer, besonders in einer Bravour-Arie, über eine einzige Silbe des Textes legt, um dem Sänger Gelegenheit zu geben, die Fertigkeit seiner Kehle zu zeigen. Die schicklichsten Silben sind hierzu, welche die Vokalen a, und o, dann Diphtongen ä und ö enthalten.