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Orlando Lasso (GND 118569945)


Daten
Nachname Lasso
Vorname Orlando
GND 118569945
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Orlando Lasso in der BSB

Lasso (Orlando), Kapellmeister bei den Herzogen von Baiern Albrecht und Wilhelm im 16ten Jahrhundert, wurde 1532 zu Bergen im Hennegau geboren. Er wurde wegen seiner angenehmen Sopranstimme zweimal aus der Schule entführt, und das drittemal von Ferdinand Gonzaga, Kaiserl. General und Vizekönig von Sizilien nach geendetem Feldzuge als ein Knabe von 12 Jahren nach Mailand geführt. Er kam von da nach Rom, reiste hierauf nach Frankreich und England, und von dort nach Flandern, wo er einige Zeit in Antwerpen verweilte. H. Albrecht V. berief ihn endlich 1557 an seinen Hof nach München, um seine Kapelle in einen guten Stand zu bringen. Orlando Lasso entsprach dem in ihn gesetzten Zutrauen gänzlich, und wurde daher 1562 zum Kapellmeister ernannt. Durch seine Bemühungen errang sich die Herzogliche Kapelle eine Celebrität, die sie unter die ersten Europens versetzte.

Sein Ruf verbreitete sich im Auslande dergestalt, daß Kaiser Maximilian II. ihn und seine Nachkommen 1570 in den Adelstand erhob, Karl XII., König von Frankreich, ihn aber als Kapellmeister nach Paris berief. Allein Orlando de Lasso folgte, aus Ergebenheit und Dankbarkeit gegen seinen Herren und Herzog, diesem Rufe nicht, so schmeichelhaft er auch war; er war um Geld nicht feil und blieb in baierischen Diensten. Im Jahre 1574 ernannte ihn Pabst Gregor XIII. zum Ritter des goldenen Sporns, Herzog Albrecht von Baiern versicherte ihm lebenslänglich den vollen Genuß seines jährlichen Gehaltes von 400 fl., und H. Wilhelm schenkte ihm einen Garten bei Giesing, und verhieß seiner Gattin, wenn sie Wittwe werden solte, eine jährliche Pension von 100 FL. als Leibgeding.

Dieser vortreffliche Tonkünstler, der am baierischen Hofe sehr hoch geachtet und allgemein beliebt, im Auslande aber berühmt gewesen, starb 1594 zu München. Von ihm pflegte man zu sagen:

Hic ille Orlandus, lassum qui recreat orbem,

Discordemque sua copulat harmonia.

Er hat sehr viele musikalische Kompositionen mit deutschen, lateinischen, französischen und italienischen Texten herausgegeben, davon einige schon vor 1569 zu Venedig und Paris, die mehrsten aber nachher zu München, Nürnberg, Löwen, Antwerpen etc. gedruckt worden sind. Seine Söhne haben in der Folge diese Werke gesammelt und in lateinischer Sprache unter folgendem Titel zu München in den Druck gelegt:

Magnum opus musicum Orlandi de Lasso, Capellae Bauaricae quondam Magistri, complectens omnes cantiones, quas Mottetas vulgo vocant, tam antea editas, quam hactenus nondum publicatas, ab Authoris filiis summo studio collectum et impensis eorum typis mandatum. Monachii 1604.


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